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Märchenhaft professionell

DIE KLUGE
(Carl Orff)

Besuch am
5. Februar 2017
(Premiere am 13. März 2017)

 

Oper Köln, Staatenhaus

Die Kölner Oper harrt unver­ändert in Ausweich­quar­tieren der holprigen Fertig­stellung ihrer angestammten Heimat. Die skandal­trächtige Renovierung wurde überra­schend gerade wieder terminlich verschoben und wird weitere Millionen verschlingen. „Ach, hätte ich meiner Tochter nur geglaubt“, wird da manchem auch in den Sinn gekommen sein angesichts der immer wieder­keh­renden Kosten und Termin­pro­blemen bei öffent­lichen Bauten. Mit diesem leidvollen Ausruf beginnt die Oper Die Kluge, die Carl Orff 1943 nach einer Vorlage der Gebrüder Grimm in der für ihn typischen Rhythmik und Harmonie, ausschließlich für Klavier und Schlagzeug komponierte.

POINTS OF HONOR

Musik  
Gesang  
Regie  
Bühne  
Publikum  
Chat-Faktor  

Ein Bauer findet einen goldenen Mörser, aber ohne Stößel, den er in Erwartung einer Belohnung dem König bringt. Seine Tochter warnt ihn, dass der König vermuten wird, dass der Bauer den Stößel für sich behalten hat. So geschehen findet sich der Bauer im Kerker wieder. Mit dem leidigen Ausruf zieht er aber die Neugierde des Königs auf sich, der befiehlt, die Bauern­tochter kennen­zu­lernen. Mit der Lösung verschie­dener Rätsel zieht die den König in ihren Bann und wird von ihm gehei­ratet. Der Bauer kommt frei. Als die Bauern­tochter einem Esels­be­sitzer zu helfen versucht, wird sie vom König verstoßen mit dem verhäng­nis­vollen Angebot, in einer Truhe das mitzu­nehmen, an dem ihr Herz am meisten hängt. Mit Witz und Klugheit packt die Tochter den König in die Truhe und gewinnt dessen Herz zurück.

Foto © Paul Leclaire

Die märchen­hafte, kurzweilige Geschichte, gepaart mit der Spiel­dauer von 80 Minuten, eignet sich natürlich auch für Kinder und wurde so auch für das junge Publikum in Köln von Brigitta Gillessen, der Leiterin der Sparte Kinderoper, schwungvoll und fanta­sie­reich insze­niert. Einge­bettet in einem großen, nüchternen Saal des Ausweich­quar­tiers im Staatenhaus, gelingt es mit bunten und präch­tigen Kostümen von Christof Kremer und einer von Nicol Hengstberg geschickt ausge­leuch­teten Bühne, die Konzen­tration auf die Handlung zu sichern. Gesten­reich und voller Aktion ist das Geschehen auf der Bühne, ohne zu kindisch oder aufge­setzt zu wirken.

Rainer Mühlbach leitet die Musiker in einer Fassung für zwei Klaviere und Schlagwerk akzent­reich und mit Schwung. Aus dem hausin­ternen Opern­studio kommen die jungen Sänger, die hier wichtige Erfahrung auf der Bühne gewinnen und ihr schau­spie­le­ri­sches und gesang­liches Können unter Beweis stellen können. Maria Isabel Segarra mimt die kluge Bauern­tochter mit viel Charme, nüchterner Eleganz und feiner Stimme, die silbrige Höhen und geheim­nis­volle Tiefen sicher und trans­parent erreicht. Insik Choi ist ein behäbiger König, der in der deutschen Artiku­lation und Überzeu­gungs­kraft seine Schwie­rig­keiten hat. Lucas Singer gestaltet seinen Bauer überzeugend. Viel Aufmerk­samkeit und Unter­hal­tungswert erreichen die drei Strolche, die den Verlauf der Handlung kommen­tieren und ihre diebi­schen Streiche vollführen. Dino Lüthy, Michael Mrosek und Julian Schulzki finden hier stimmlich gut und lebendig zusammen.

Das junge Publikum sitzt aufmerksam gebannt und mucks­mäus­chen­still in den ersten Reihen. Die Faszi­nation Theater greift an diesem Nachmittag. Die Mienen spiegeln die Spannung und den Verlauf der Geschichte wider.  Kaum setzt der kräftige Applaus ein, wird es laut und das Mittei­lungs­be­dürfnis der kleinen Opernfans ist ungebrochen. Ein wohltu­endes frisches Erlebnis und kräftiges Signal für die Anzie­hungs­kraft Oper.

Helmut Pitsch

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