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Foto © Eyal Hirsch

Reflexionen über die Welt

HORSES IN THE SKY
(Rami Be’er)

Besuch am
14. März 2017
(Einma­liges Gastspiel)

 

Forum Lever­kusen

Fast auf den Tag zwei Jahre ist es her, dass die Kibbutz Contem­porary Dance Company – damals im Rahmen der Jüdischen Kulturtage – zum ersten Mal im Lever­ku­sener Forum auftraten. Der Auftritt war außer­or­dentlich eindrucksvoll. Opernnetz berichtete. Jetzt tritt der Choreograf und Künst­le­rische Leiter Rami Be’er mit seiner Company erneut an. Im Opernhaus von Sydney fand die Urauf­führung des Programms Horses in the Sky am 31. August 2016 statt, in Lever­kusen kommt es zur deutschen Erstaufführung.

POINTS OF HONOR

Musik  
Tanz  
Choreo­grafie  
Bühne  
Publikum  
Chat-Faktor  

Wie schon bei If at All und anderen Werken versteht Be’er seine Choreo­grafien nach eigenen Angaben als Refle­xionen und entzieht sie so jeder inhalt­lichen Beschreibung. Formal löst er die einstündige Choreo­grafie der Pferde im Himmel weiter auf, indem er einzelne Szenen mitein­ander verknüpft und so weiter aufhebt. Wer einen Zugang zu der Aufführung sucht, wird auf ein Zitat aus dem Lied Horses in the Sky von Mt. Zion verwiesen. „Gewalt bringt mehr Gewalt und Lügner bringen mehr Lügen“.

Bei Bühne, Licht und Kostümen verzichtet Be’er diesmal auf weiteres Personal und widmet sich auch diesen Aufgaben selbst. Über der leeren Bühne erheben sich ganze Batterien von Schein­werfern, von deren Gestal­tungs­mög­lich­keiten der Choreograf vergleichs­weise wenig Gebrauch macht, aber immerhin so dafür sorgt, dass die Bühne zu jedem Zeitpunkt ausrei­chend ausge­leuchtet ist und ein paar schöne Effekte entstehen. In der Hitze des Schein­wer­fer­lichts tummeln sich die Tänze­rinnen und Tänzer in luftigen weißen und beige­far­benen Blusen und kurzen, weißen Trikothosen.

Foto © Eyal Hirsch

Darin haben sie ausrei­chend Bewegungs­freiheit, um erneut ihre ganze Virtuo­sität unter Beweis zu stellen. Wer will, kann hier die Weiter­ent­wicklung des Letzt­ge­se­henen entdecken oder auch die prägende Handschrift des Choreo­grafen. Wieder steht über weite Strecken Maschi­nen­haftes in Gestalt entmensch­li­chender Figuren im Vorder­grund, löst sich Konfor­mität aus der Gruppe von Indivi­dua­listen, um ebenso rasch wieder im Nichts zu verschwinden. Nichts wird konkret, alles bleibt im Ungefähren. Wenige ungewöhn­liche Momente entstehen, wenn etwa Tänze­rinnen sich auf den Bäuchen ihrer Kollegen über die Rampe tragen lassen. All das verströmt viel Kraft und Energie.

Dazu kommt viel hämmernde, wummernde, überlaute Musik aus den Lautspre­chern. 19 Stücke von Björk über Olafur bis Elvis Presley dröhnen in den sehr gut besetzten Saal. Geradezu erfri­schend ein Stück Banjo-Vaude­ville, dem es nur kurzzeitig gelingt, die vorherr­schende Monotonie zu durchbrechen.

Das Publikum verfolgt das Geschehen hochkon­zen­triert, um schließlich – auch dem anwesenden Choreo­grafen – frene­ti­schen Applaus, teils im Stehen, zu zollen. Dass es dem Forum Lever­kusen nicht nur immer wieder gelingt, weltweit beachtete Tänzer in die Stadt zu holen, sondern auch noch in der Lage ist, die Entwick­lungen der Compa­gnien aufzu­zeigen, ist unbedingt mehr als einen Beifall wert.

Michael S. Zerban

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