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Schweineköpfe und Teufelsbraten

DER JAHRMARKT VON SOROTSCHINZI
(Modest Mussorgski)

Besuch am
2. April 2017
(Premiere)

 

Komische Oper Berlin

In der laufenden Spielzeit bietet die Komische Oper Berlin ein besonders reizvolles Premie­ren­pro­gramm. Gezeigt werden bis auf eine Ausnahme – Der Barbier von Sevilla – vorwiegend Opern jenseits des gängigen Reper­toires. In diesem Rahmen hat Intendant Barrie Kosky erstmals seit 1948 Modest Mussorgskis groteske Volks­ko­mödie Der Jahrmarkt von Sorot­schinzi, die 1911 als Fragment posthum urauf­ge­führt wurde, angesetzt und zur Chefsache gemacht. Die Komische Oper greift auf die Rekon­struktion des russi­schen Kompo­nisten Wissarion Schebalin zurück und integriert dazu einige von Mussorgskis Lieder und Tänze des Todes sowie das in Gedenken an Mussorgski kompo­nierte Hebräische Lied von Nikolai Rimski-Korsakov.

POINTS OF HONOR

Musik  
Gesang     
Regie  
Bühne  
Publikum  
Chat-Faktor  

Die Oper führt in ein kleines ukrai­ni­sches Dorf, in dem man noch an den Teufel glaubt. Der soll aus Ärger über einen vermeint­lichen Betrug im Ort sein Unwesen treiben, in dem er den Bewohnern in Schwei­nege­stalt erscheint. So geschieht es auch der Familie Tsche­rewik, vor deren Fenster eine Tierf­ratze auftaucht, als unerwartete Gäste das Techtel­mechtel von Ehefrau Chiwrja mit ihrem jungen Geliebten stören. Doch es ist nur der Streich eines Zigeuners. Wegen der Blamage wider­setzt sich Chiwrja nicht mehr der bisher abgelehnten Heirat ihrer Stief­tochter Parasja mit einem Bauernburschen.

Koskys Insze­nierung beginnt im Dunkeln. Man hört einen berückenden, melan­cho­li­schen Gesang. Es ist jenes Hebräische Lied, das auch am Ende erklingt. Ganz allmählich schreitet der Chor dabei nach vorne, in den Händen Kerzen, die nach und nach aufglimmen. Er trägt üppige, von Katrin Lea Tag entworfene, folklo­ris­tische Kostüme. So stellt sich eine Schtetl-Atmosphäre ein, die durch die jüdische Weise musika­lisch unter­mauert wird. Was folgt, ist ein kontrast­reicher Wechsel von stati­schen Chorta­bleaus, deftig ausge­spielten Genre­szenen und Momenten des Innehaltens.

Foto © Monika Rittershaus

Die Szene im Hause Tsche­rewik, in der Chiwrja nach dem Ehestreit ein Festmahl für den Geliebten bereitet, wird zum natura­lis­ti­schen Glanz­stück und ist wie geschaffen für die Gestal­tungs­kraft von Agnes Zwierko. Wie sie vom keifenden Hausdrachen zum Turtel­täubchen mutiert, dabei kocht, bäckt, sich schmückt und dazu mit üppigem Mezzo­sopran pralle Sinnes­freude verbreitet, ist ungemein komisch. Mit raumfül­lender Präsenz und raben­schwarzem Bass gelingt Jens Larsen ein realis­ti­sches Porträt des trunk­süch­tigen Tsche­rewik. Roman­ti­sches Gefühl und lyrisches Sehnen vermitteln Mirka Wagner und – eine Tenor­ent­de­ckung – Alexander Lewis. Trotz der großar­tigen Solisten gebührt dem durch das Vocal­consort verstärkten und von David Cavelius einstu­dierten Chor der Komischen Oper, die Krone des Abends. Tonfülle und Klang­pracht, Homoge­nität auch im zartesten, schwe­benden Piano verbunden mit Spiel- und Tanzeslust zeichnet das Gesangs­kol­lektiv auch in dieser Produktion aus.

Henrik Nánási lässt in seiner letzten Produktion als General­mu­sik­di­rektor mit Saft und russi­scher Emotio­na­lität musizieren, kann aber einige Koordi­na­ti­ons­wackler nicht verhindern.

Starker Beifall, aber auch einige Buhs für Barrie Kosky.

Karin Coper

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