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Vom Teufel geritten

TEUFELSKREIS
(Robert North)

Besuch am
11. Monat 2017
(Premiere am 6. Mai 2017)

 

Theater Krefeld Mönchengladbach,
Theater Krefeld

Die Freude an der Bewegung bestimmt Robert Norths Tanzstück Teufels­kreis im Theater Krefeld. Auch wenn das Stück bereits vor zehn Jahren in Essen zu sehen war, hat es noch keine Patina angesetzt und verbreitet auf und vor der Bühne vom ersten Takt an gute, teilweise sogar mitrei­ßende Laune. Zu sehen ist eine Art Tanzrevue, in der eine durch­schnitt­liche bürger­liche Familie mit Eltern und zwei puber­tie­renden Kindern samt einem gehbe­hin­derten Großvater quasi vom Teufel geritten und vorüber­gehend aus der Bahn geworfen wird. Am Ende wird dann doch alles gut und das ebenso kurze wie kurzweilige Stück endet nach anderthalb Stunden inklusive einer Pause mit einem flotten Gemein­schaftstanz zu Michael Jacksons Jam.

POINTS OF HONOR

Musik  
Gesang  
Regie  
Bühne  
Publikum  
Chat-Faktor   

Angesichts der bunten Musik­mi­schung von Wagners Holländer-Ouvertüre über Bach und David Byrne bis zu den zentralen Songs der Einstür­zenden Neubauten wirken die Risse, die das Leben der Familie erschüttert, nie richtig bedrohlich. Zumal North auf recht abgegriffene Klischees zurück­greift. Der Vater hat vor allem das Geschäft im Kopf, die frustrierte Mutter greift zum Alkohol, die Tochter verliebt sich in ihren Lehrer und der Sohn kann nur knapp der Drogen­hölle ausweichen. Einen Ruhepunkt setzt der Großvater, der am Ende wesentlich zum Zusam­menhalt der Familie beiträgt. Verant­wortlich für die Krisen ist ein rot gewan­deter, attrak­tiver und agiler Teufel, der sein Verfüh­rungswerk raffi­niert ausführt. Er fährt aus dem Bildschirm, er steuert von einer überdi­men­sio­nalen PC-Tastatur das Leben in- und außerhalb der Familie und schiebt der depri­mierten Mutter den Alkohol unter.

Foto © Matthias Stutte

Es sind 26 kurze Episoden unter­schied­licher stilis­ti­scher Handschriften, die nahezu alle Tanzstile vom Rock’n‘Roll bis heute vital und einfalls­reich aufgreifen. Da bleibt keine Zeit für Lange­weile oder besonders tiefe Sorgen­falten. Video-Einblen­dungen mit aktuellen Kriegs- und Katastrophen-Szenarien wirken in dem flockigen Umfeld schon etwas aufge­setzt. Dem vorzüg­lichen Ensemble merkt man in jeder Phase die Lust an den flotten Arran­ge­ments an. Und es grenzte an Haarspal­terei, angesichts der Homoge­nität der Compagnie quali­tative Unter­schiede konstru­ieren zu wollen. Sowohl der Teufel alias Alessandro Borghesani als auch die Familie mit Mutter Elisa Rossi­gnoli, Vater Marco A. Carlucci, Sohn Paolo Franco, Tochter Irene van Dijk und Großvater Luca Ponti sowie alle anderen Mitwir­kenden ergänzen sich prächtig.

Udo Hesse schuf nach einem Konzept von Manfred Gruber ein prakti­kables Bühnenbild, das von einem riesigen Fernseh-Monitor im Hinter­grund und einer den Orches­ter­graben verde­ckenden PC-Tastatur bestimmt wird. Die bunten, ebenfalls von Udo Hesse kreierten Kostüme, beschwören, ähnlich wie das Gros der Musik­ein­spie­lungen, den Geist der letzten 50 Jahre.

Das Publikum reagiert auf die unter­haltsame und sorgfältig erarbeitete Show mit entspre­chender Begeisterung.

Pedro Obiera

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