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Foto © Wilfried Hösl

Klangprächtige musikalische Momente

DIE FRAU OHNE SCHATTEN
(Richard Strauss)

Besuch am
2. Juli 2017
(Premiere am 21. November 2013)

 

Bayerische Staatsoper München, Festspiele

Selten erlebt man in einem Opernhaus so einen frene­ti­schen Jubel, ein solches Bravo-Gebrüll und wildes Getrampel wie diesmal bei der Wieder­auf­nahme von Richard Strauss‘ Die Frau ohne Schatten an der Bayri­schen Staatsoper in München – die Premiere dieser Produktion war 2013 – bei den sommer­lichen Opern­fest­spielen. Die Begeis­terung gilt in erster Linie dem Mann am Pult. Und zu recht, denn Kirill Petrenko weiß im Bayri­schen Staats­or­chester ätherisch schöne Klänge zu erzeugen. Es entstehen unter seinem subtilen, aber auch zupackenden Dirigat eine feine kammer­mu­si­ka­lische, die Sänger nie zudeckende Trans­parenz, eine herrliche Klang­pracht und Momente von überir­di­scher Schönheit: Ganz besonders bei den Lyrismen, wenn die Kaiserin das Reich ihres Vaters Keikobad betritt und über einem subtilen Klang­teppich der Konzert­meister ein engel­gleich schönes Violin-Solo spielt. Die Zwischen­spiele wiederum sind von zwingender, überwäl­ti­gender, drama­ti­scher Kraft.

POINTS OF HONOR

Musik
Gesang
Regie
Bühne
Publikum
Chat-Faktor

Dieses komple­xeste Werk des konge­nialen Duos Strauss und Hugo von Hofmannsthal, dessen Urauf­führung 1919 in Wien stattfand, diese märchen­hafte Oper war auch immer das Lieblingskind des großen bayri­schen Kompo­nisten. Und es stellt immer eine große Heraus­for­derung für ein Opernhaus dar, die entspre­chend zu besetzen. Denn zur entspre­chenden Reali­sierung bedarf es eines Sänger­ensembles von heraus­ra­gender Güte.

Die Bayrische Staatsoper München kann zweifellos mit einem solchen aufwarten: Eine Klasse für sich ist einmal Elena Pankratova, die ein zwischen Verzweiflung und Hysterie changie­rendes Frauenbild der Färberin abliefert und mit elemen­taren, hochdra­ma­ti­schen, packenden Attacken und ungemein starker Bühnen­präsenz aufwarten kann. Ihr steht Wolfgang Koch als ihr Mann Barak gleich­wertig zur Seite, ein Färber mit wunderbar schönem und weichem, ja samtigem Bariton voll mensch­licher Wärme, der vor allem mit Mir anver­traut, dass ich sie hege … und dem in subtilsten Piani gesun­genen Fürchte dich nicht sehr rührt.

Foto © Wilfried Hösl

Die Töne von Ricarda Merbeth als Kaiserin sind zwar makellos, hell und klar. Und sie kann auch den Weg von der weltfremden, ätheri­schen Erscheinung zum vollwer­tigen Menschen mit etlichen emotio­nalen Ebenen glaubhaft darstellen. Es fehlt ihr jedoch etwas an feinen Piani und an tiefer­ge­hender Innigkeit. Michaela Schuster spielt und singt die Amme beein­dru­ckend dämonisch und kraftvoll. Über ein feines tenorales Material verfügt Burkhard Fritz als Kaiser. Leider wirkt seine Stimme für das Haus vor allem im letzten Akt ein wenig zu klein und zu eng. Von den kleineren, makellos besetzten Partien sei noch Sebastian Holecek als warmtö­nender Geisterbote hervorgehoben.

Die Insze­nierung aus 2013 stammt wieder von Krzysztof Warli­kowski, die Ausstattung hat einmal mehr von Malgorzata Szczesniak erdacht. Sie ähnelt von den Stilmitteln her sehr jener von Franz Schrekers Oper Die Gezeich­neten vom Vortag: Der große, eigentlich schlichte, holzver­tä­felte Raum kann sich mit zwei Doppel­flügeln nach hinten auf die doppelte Tiefe öffnen. Dahinter erkennt man dann einen sterilen, weiß gekachelten Saal, der ein Krankenhaus, eine Psych­iatrie oder sogar eine Patho­logie sein kann. In dieser kalten und nüchternen Szenerie erkennt man eine klare und schlüssige Perso­nen­führung. Die Regie selbst ist sehr symbol­reich und tiefen­psy­cho­lo­gisch durch­dacht. Mystische oder geheim­nis­volle Momente sind ihr jedoch völlig fremd.

Großer, aber durchaus abgestufter Jubel auch für die übrigen Protagonisten.

Helmut Christian Mayer

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