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Ewig junge Musik

VERONIKA, DER LENZ IST DA
(Gottfried Greiffenhagen)

Besuch am
7. September 2017
(Urauf­führung im Dezember 1997)

 

Komödie am Kurfürstendamm

Kaum zu glauben, dass es bereits 20 Jahre her ist, seitdem die Berlin Comedian Harmo­nists mit Veronika, der Lenz ist da einen Überra­schungs­erfolg feierten. 1997 hatten sich die sechs jungen und unbekannten Musiker zusam­men­getan, um die Arran­ge­ments des ursprüng­lichen Vokal­sextetts der Comedian Harmo­nists zu neuem Leben zu erwecken. Der Ruhm der origi­nalen Boygroup Comedian Harmo­nists, die zwischen 1927 und 1935 existierte, ging um die Welt und traf den Zeitgeist.  Mit ihrer Mischung aus Moder­nität, Mondä­nität, ameri­ka­ni­schem Swing, witzigen Texten und elegantem Auftreten – immer im tadellos sitzenden Frack – eroberten sie die Bühnen Europas.

Schnell – vorwärts zu Mitte der 1990-er. Die Origi­nal­ar­ran­ge­ments waren verloren. Franz Witten­brink hörte die alten Platten ab und rekon­stru­ierte die Songs. Seine Arran­ge­ments und der Text von Gottfried Greif­fen­haben erzählen die Geschichte der Comedian Harmo­nists nach. Drei Mitglieder der Urbesetzung von der Produktion im Jahr 1997 der Berlin Comedian Harmo­nists sind immer noch dabei:  Horst Maria Merz, Holger Off sowie Olaf Drauschke. Neu dazuge­kommen sind Ralf Stein­hagen, Ulrich Bildstein und Rolf Randolph. Der Schau­spieler Romanus Fuhrmann gibt den Manager Hans.

POINTS OF HONOR

Musik
Gesang
Regie
Bühne
Publikum
Chat-Faktor

Mit Liedern wie Veronika, der Lenz ist da, Ein Freund, ein guter Freund und Mein kleiner grüner Kaktus, Liebling, mein Herz lässt Dich grüßen wurde die Origi­nal­gruppe berühmt, und diese Evergreens verfehlen ihre Wirkung auch hier nicht. Wie der Bariton und Komponist Harry Frommermann die Idee für einen neuen Sound hat und eine kleine Annonce schaltet, worauf sich etwa 70 Bewerber melden und er nach endlosen, erfolg­losen Vorsingen den Bassisten Robert Biberti findet, auch er ein Fan der damaligen ameri­ka­ni­schen Jazz-Gruppe The Revelers. Nach und nach findet sich der Rest des Ensembles zusammen, und es folgen frustrie­rende Monate der harten Arbeit, bis der einzig­artige Gesangsstil gefunden und perfek­tio­niert ist.  Dann der Durch­bruch – auf einer Bühne des damaligen Berliner Varie­té­königs Erik Charell. Erst als sie – endlich – 1932 in der Berliner Philhar­monie auftreten und die 2700 Besucher begeistern, wird die Darbietung der Gruppe als “Kunst” einge­stuft und von der Zahlung der Vergnü­gungs­steuer befreit.

Foto © Barbara Braun

Von nun an steht dem Erfolg nichts mehr im Wege. Insgesamt spielen sie 96 Platten ein. 1933 erreichten sie ihren Höhepunkt mit 150 Konzert­auf­tritten. Kurz danach kamen aber schon erste Absagen, weil drei der sechs Mitglieder “Nicht-Arier” waren. Die im November 1933 erlassene Verordnung zur Durch­führung des Reichs­kul­tur­kam­mer­ge­setzes, die in § 10 forderte, dass jeder Künstler Mitglied der Reichs­kul­tur­kammer sein müsse, wenn er weiter­ar­beiten wolle, kam einem Arbeits­verbot für Collin, Frommermann und Cycowski gleich. Es wurde der Gruppe noch gestattet, die einge­gan­genen Konzert­ver­pflich­tungen bis Mai 1934 zu erfüllen. Danach waren nur noch Auftritte im Ausland möglich. Das funktio­nierte nur bedingt, und es folgte die Auflösung der Comedian Harmo­nists im März 1935. Die drei „Arier“ Biberti, Bootz und Lesch­nikoff wurden als Mitglieder der Reichs­mu­sik­kammer aufge­nommen und traten, zusammen mit drei anderen Künstlern, als „Meister­sextett“ bis 1941 auf.

Das Stück mit den Berlin Comedian Harmo­nists erzählt diese Geschichte mit viel Liebe zum Detail und vielen der mittler­weile Evergreen-Titel, die nach wie vor mit ihren immer noch aktuellen Texten und eingän­gigen Melodien verzaubern.

Das Publik feiert die Darsteller, die sich gerne zu drei Zugaben überreden lassen. Es wird auch darauf hinge­wiesen, die ehrwürdige Komödie am Kurfürs­tendamm noch zu genießen, solange sie noch existiert in dieser letzten Spielzeit vor dem Abriss: Nach mehr als 15 Jahren Streit haben der Berliner Senat, Intendanz und Investor einen Kompromiss gefunden. Ab der nächsten Spielzeit werden die Theater am Kurfürs­tendamm das von der Staatsoper unter den Linden freige­machte Schiller-Theater bespielen.  Unter­dessen wird ein neues unter­ir­di­sches Theater mit einem oberir­di­schen Foyer am Kurfürs­tendamm gebaut.

Zenaida des Aubris

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