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Foto © Anna-Maria Löffelberger

Harmlose Alpträume

HOFFMANNS ERZÄHLUNGEN
(Jacques Offenbach)

Besuch am
23. September 2017
(Premiere)

 

Salzburger Landes­theater

Eine lange Tafel, eine Schräge, ein angedeu­teter Sternen­himmel: Recht nüchtern und reduziert präsen­tiert sich Jacques Offen­bachs Oper Hoffmanns Erzäh­lungen am Salzburger Landes­theater im Giulietta-Akt. Von Venedig keine Spur. Was aber auch kein Wunder ist, denn man lässt die Oper ja auch ständig in der Theater­kantine spielen. Aber auch im Antonia-Akt dominiert einzig ein großes Krankenbett mit Unmengen von Mediz­in­fla­schen und von der Decke herun­ter­hän­genden Infusionen – die Bühne stammt von Falko Herold.  Deshalb ist auch kein Wunder, dass in diesem kargen Ambiente keine rechte Atmosphäre aufkommen will. Einzig im Olympia-Akt sieht man in Spala­zanis Grusel­ka­binett im Hinter­grund in den Vitrinen unheim­liche sich bewegende Kreaturen mit leuch­tenden Augen. Und die teils überzo­genen Kostüme des Chores, die von Johanna Lakner erdacht wurden, wirken auch mit den kühnen Frisuren recht fantasievoll.

POINTS OF HONOR

Musik
Gesang
Regie
Bühne
Publikum
Chat-Faktor

Alexandra Liedtke, die bisher überwiegend Schau­spiel insze­niert hat und 2018 an der Wiener Staatsoper bei Camille Saint-Saëns Samson et Dalila Regie führen wird, zeigt bei der Perso­nen­führung viel Präzision und Ausge­feiltheit. Die deutsche Regis­seurin stellt den Titel­helden auf seiner Reise durch die alptraum­haften, eroti­schen Fanta­sie­welten durch fast ständige Anwesenheit an einem Tischchen am Bühnenrand noch mehr in den Mittel­punkt. Insgesamt hätte man sich mehr spannende Momente gewünscht, so ist etwa Doktor Mirakel viel zu harmlos und mit zu wenig Dämonie gezeichnet und es fehlt ihrer Insze­nierung an Poesie und Zauber.

Daran mangelt es leider auch im Graben. Man hört zwar im Mozarteum-Orchester Salzburg unter Adrian Kelly, der seit dieser Saison am Haus zum neuen musika­li­schen Leiter avancierte, in einer eigenen Misch­masch-Fassung viele Nuancen und Farben. Der englische Dirigent schlägt immer sehr rasante Tempi an, zieht die Partitur recht stringent durch und lässt dabei so manche Phrase viel zu wenig auskosten. Auch muss er immer wieder ordnend beim nicht immer mit dem Orchester konform­ge­henden Chor des Hauses, der von Stefan Müller einstu­diert wurde, eingreifen. Insgesamt fehlt es an Raffi­nesse und Esprit.

Foto © Anna-Maria Löffelberger

Entschädigt wird man durch die Sänger: Gesungen wird überwiegend auf Deutsch und teils auf Franzö­sisch, was nicht unbedingt Sinn macht: Das langjährige Ensem­ble­mit­glied Franz Supper singt den Hoffmann kraftvoll und mit schönen Höhen. Die blutjunge Tamara Ivanis ist eine kolora­tu­rensi­chere Olympia mit einigen zusätz­lichen diffi­zilen Verzie­rungen. Sie spielt den Automaten perfekt. Anne-Fleur Werner lässt als Antonia im Nachthemd und mit Wolldecke mit einem schön geführten Sopran aufhorchen. Die exzellent singende Angela Davis hat man sehr unvor­teilhaft mit engem Minirock zu einer sehr stämmigen und feisten Giulietta heraus­ge­putzt. Sie strahlt keinerlei Erotik aus. Der Bösewicht George Humphreys zeigt nicht nur bei der Spiegelarie einen hellen Bariton großer Eindring­lichkeit. Es mangelt ihm jedoch an Dämonie. Carmen Seibel als ständiges Alter Ego vom Titel­helden gezeichnet, bedient die Rollen Muse, Niklaus und Stimme der Mutter ausge­zeichnet. Alexander Hüttner singt die Diener­rollen Cochenille, Frantz und Pitichin­accio gekonnt und mit viel Witz. Michael Schober singt Luther und Krespel stimm­ge­waltig und sehr emotional, Elliot Carlton Hines den Spalanzani passabel. Ordentlich singen Gürkan Gider den Nathanael, Jevheniy Kapitula den Herrmann und Raimundas Juzuitis den Schlemihl.

Das Publikum ist restlos begeistert: Es jubelt.

Helmut Christian Mayer

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