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BAUHAUS-BALLETTE
(Kurt Schmidt, Oskar Schlemmer)
Besuch am
12. Oktober 2017
(Premiere)
Als das Düsseldorfer Theater der Klänge vor zwei Jahren Oskar Schlemmers Triadisches Ballett auch am Rhein der Vergessenheit entrissen hatte, entfachte die ambitionierte Bühne einen Sensationserfolg. Das bedeutendste der so genannten Bauhaus-Ballette hat nach seiner Weimarer Uraufführung 1923 schließlich erst zwei Wiederbelebungsversuche in Stuttgart und Berlin erleben dürfen und das auch schon vor 50 und 40 Jahren. Jetzt setzt das Theater der Klänge der Produktion noch ein Schaumkrönchen auf, indem es das Triadische Ballett Oskar Schlemmers mit dem zeitgleich, ebenfalls für das Bauhaus kreierte Mechanische Ballett von Kurt Schmidt und Georg Teltscher kombiniert. Die skurril-grotesken Kostüme Schlemmers, quasi der Lebensnerv des Stücks, wurden für die neue Aufführungsserie nagelneu geschneidert. Und mit der teilweise eigens für diese Produktion geschaffenen Musik und der flotten Choreografie von Jacqueline Fischer wirbeln die Ballette quicklebendig und alles andere als angestaubt über die Bühne im gut, wenn auch nicht voll besetzten Düsseldorfer Capitol-Theater.
| Musik | ![]() |
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| Publikum | ![]() |
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Vitalität strahlt vor allem Schlemmers Triadisches Ballett aus, bestehend aus zahlreichen Nummern unterschiedlicher Stimmungen und Szenarien, für die Schlemmer Kostüme der originellsten Machart geschaffen hat. Da werden Menschen in ihren geometrisch ausgerichteten Kleidern zu Spielfiguren, Automaten, Blumen, Tieren, außerirdischen Fantasiewesen und Leuchtkörpern in oft grellen, bisweilen clownesken Farben. Und die Choreografin unterstreicht den zirzensischen Charakter durch ihre Bewegungsstudien ebenso wie der Komponist Thomas Wansing seine für Klavier, Violoncello und Schlagzeug neu geschaffene Musik, die vom romantischen Schmachtstück über verspielte Zirkusklänge bis zu beinhartem Rock ein Kaleidoskop unterschiedlichster Klänge entfaltet, das sich der grenzenlosen Fantasie Oskar Schlemmers als durchaus würdig erweist. Einige gesungene und rezitierte Passagen lassen dabei einen Hauch von DaDa einströmen.
Nicht ganz so turbulent und unterhaltsam geht es im kürzeren Mechanischen Ballett zu, das ebenfalls durch die Kostüme Schlemmers seinen besonderen Reiz erhält. Die Kostüme bestehen aus einer komplex miteinander verbundenen Serie geometrischer, meist rechteckiger Flächen, so dass die Tänzer an kubistisch verfremdete Flickenclowns erinnern. Die Konstruktion der Kostüme erschwert freilich die Beweglichkeit der Tänzer, so dass die Bewegungen nur recht bedächtig und, titelgerecht, „mechanisch“ ausgeführt werden können. Die Intention, die Bewegungsmuster im Laufe des halbstündigen Werks allmählich aufzuweichen, gelingt so nur in begrenztem Maße.
Die Untermalung durch Klavier, Posaune und Schlagzeug mit der 1987 geschaffenen Musik von Hanno Spelsberg bedient sich modernerer Techniken als die des Triadischen Balletts. Atonales verbindet sich hier mit minimalistischen und automatenhaft starren Klängen.
Kai Bettermann, Danilo Cardoso, Jacqueline Fischer, Fatima Gomes, Phaedra Pisimisi und Laura Wissing tummelten sich tanzend und äußerst wandlungsfähig auf dem bizarren Catwalk der Schlemmerschen Kostümparade.
Begeisterter Beifall für eine Produktion der besonderen, fast außerirdisch fremd anmutenden Art.
Pedro Obiera