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Foto © Jürgen Paust-Nondorf

Mozart in kubanischem Umfeld

CANCIÓN/​CONCIERTO DE ARANJUEZ/​REQUIEM
(Joaquin Clerch, Joaquín Rodrigo, Wolfgang Amadeus Mozart)

Besuch am
18. November 2017
(Einmalige Aufführung)

 

Konzertchor Ratingen, Stadthalle

Thomas Gabrisch, seit 2013 Künst­le­ri­scher Leiter des Konzert­chores Ratingen, pflegt intensive Kontakte mit Orchestern in Spanien und auf Kuba. Der Chor ist erst vor wenigen Wochen von einer ereig­nis­reichen Konzert­reise aus Kuba zurück­ge­kehrt. Dass der ehemalige Kapell­meister der Deutschen Oper am Rhein und Chefdi­rigent der Nürnberger Sympho­niker das Kernstück des diesjäh­rigen Herbst­kon­zerts in der fast voll besetzten Ratinger Stadt­halle, Mozarts Requiem, mit einem kubani­schen Kompo­nisten und Gitar­risten garniert, verwundert deshalb nur auf den aller­ersten Blick.

Joaquín Clerch stammt aus Kuba, studierte jedoch am Salzburger Mozarteum. Als Komponist und Gitarrist hält er aller­dings seiner Heimat die Treue. Das Herbst­konzert wird eröffnet mit einer düsteren Auftrags­arbeit des Ratinger Konzert­chores, Canción, nach einem Gedicht der Schrift­stel­lerin Marta Aguirre, das die Stimmung eines sich von seinem Geliebten verlas­senen Menschen einfängt. Ein überwiegend leises, raffi­niert instru­men­tiertes Werk, das dem Chor Gelegenheit zu langen Gesangs­kan­ti­lenen gibt, die die Ratinger Sänger ebenso umsichtig ausführen wie die Sinfo­nietta Ratingen den farbigen Orches­terpart. Ein zurück­hal­tender, intro­ver­tierter Gesang, der nicht zu Beifalls­stürmen einlädt. Entspre­chend dezent und kurz fällt auch der Applaus aus.

Joaquin Clerch – Foto © Jürgen Paust-Nondorf

Auf erheblich größere Begeis­terung stößt Clerch anschließend als Solist des populären Concierto de Aranjuez von Joaquín Rodrigo in Erscheinung. Ein Werk, das der inter­na­tional angesehene Gitarrist und Lehrer souverän inter­pre­tiert, wobei ihn die Sinfo­nietta adäquat begleitet. Quasi ein Selbst­läufer, den das Publikum mit Beifall überschüttet. Als Belohnung gibt es ein kleines kubani­sches Tänzchen.

Erheblich ernster wird es nach der Pause. Mozarts Requiem in der bewährten Süßmayr-Fassung verlangt Chor und Orchester erheblich anspruchs­vollere Leistungen ab. Und hier zahlt sich Gabrischs reiche Erfahrung als Dirigent aus. Er schlägt moderat zügige Tempi an, die nicht nur eine präzise Wiedergabe des Noten­textes zulassen, sondern auch den spiri­tu­ellen Gehalt des Werks zum Ausdruck kommen lassen können. Eine Wiedergabe ohne Pathos und Verschlep­pungen, aber auch ohne verhetzten Vorwärts­drang. Das kommt nicht nur den schnellen Fugati im Hosanna und anderen Teilen zugute, die niemals ihre melodische Linie verlieren.

Das ist nicht zuletzt das Verdienst einer vorzüg­lichen Vorbe­reitung durch Gabrisch, der für einen homogenen, auch in den Männer­stimmen volumi­nösen Klang sorgt. Feine dynamische Abstu­fungen beachten Chor und das aufmerksam reagie­rende Orchester vorzüglich, so dass die Inter­pre­tation ihre Wirkung nicht verfehlt.

Ein ausge­gli­chenes, teilweise hervor­ra­gendes Solis­ten­quartett komplet­tiert die Aufführung mit der samten tönenden Mezzo­so­pra­nistin Elvira Bill an der Spitze, dicht gefolgt von der glockenklar intonie­renden Sopra­nistin Sabine Schneider, dem markant artiku­lie­renden Tenor Cézar Dima und dem etwas dünn klingenden Bass von Achim Hoffmann.

Große Begeis­terung für ein Herbst­konzert auf hohem Niveau beschließt den erfolg­reichen Abend.

Pedro Obiera

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