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Foto © Stage Entertainment

Unsterbliche Liebe

GHOST – DAS MUSICAL
(Dave Stewart, Glen Ballard)

Besuch am
23. Dezember 2017
(Premiere am 7. Dezember 2017)

 

Stage Enter­tainment, Theater des Westens, Berlin

Als der Film Ghost – Nachricht von Sam 1990 Premiere feierte, übertraf sein Erfolg alle Erwar­tungen. Millionen rührte der tragi­ko­mische Fantasy-Streifen, der Demi Moore und Whoopi Goldberg neben dem Dirty-Dancer-Idol Patrick Swayze zu Stars machte. Er handelt von der über den Tod hinaus­dau­ernden Liebe zwischen dem Banker Sam und der Künst­lerin Molly. Deren glück­liche Beziehung endet jäh durch die Ermordung von Sam. Als Geist mit Mission existiert er weiter: um den Täter zu überführen und Molly zu beschützen. Hilfe bekommt er von der Geister­be­schwö­rerin Oda Mae, einer betrü­ge­ri­schen Wahrsa­gerin, die sich als Medium heraus­stellt. Am Schluss nimmt Sam endgültig Abschied von Molly und verschwindet in der Geisterwelt. Davor aller­dings sagt er jenen kleinen Satz, den er zu Lebzeiten nicht aussprechen konnte und den Molly vermisste: „Ich liebe Dich“.

POINTS OF HONOR

Musik
Gesang
Regie
Bühne
Publikum
Chat-Faktor

Ghost – Nachricht von Sam gewann zahlreiche Preise, darunter einen Oscar für Whoopi Goldberg als beste Neben­dar­stel­lerin in der Rolle der Oda Mae. Klar, dass das Musical an solch einem Megahit nicht vorbei­gehen konnte. Seine Urauf­führung fand 2011 in Manchester statt, von dort zog es für ein Jahr nach London. Die deutsch­spra­chige Premiere sicherte sich im März 2017 das Stadt­theater Linz in Zusam­men­arbeit mit dem Unter­hal­tungs­un­ter­nehmen Stage Enter­tainment, das diese Produktion ins Berliner Theater des Westens übernommen hat. Mit zwei bekannten Namen der hiesigen Musical­szene in den Haupt­partien: Willemijn Verkaik, mit Engage­ments in New York und London auch inter­na­tional bekannt, und Alexander Klaws, der sich vom Gewinner einer Fernseh-Talent­schau der ersten Stunde zum ernst­zu­neh­menden Musical­dar­steller entwi­ckelt hat.

Foto © Stage Entertainment

Das Musical überträgt die Filmstory nahezu eins zu eins, und auch die von Matthias Davids insze­nierte Life-Aufführung orien­tiert sich klar an den Abläufen des Originals. Wobei die Solo- und Duoszenen überwiegen und die Kreuzung aus gefühl­vollem Bezie­hungs­drama und Krimi dadurch zeitweise fast den Charakter eines Kammer­spiels erhält. Aufge­peppt wird es durch eine Reihe von Showein­lagen. Im Geisterreigen, bei einer rasanten U‑Bahnfahrt und besonders im Auftritt der Banker zeigt das Ensemble, wie bei Stage Enter­tainment gewohnt, perfekt getimten und ausge­führten Tanz. Das Bühnenbild von Hans Kudlich, das aus einer Reihe von beweg­lichen Beton­pfeilern besteht, ermög­licht dabei die rasche Verwandlung von Innen- in Außen­räume und umgekehrt.

Willemijn Verkaik und Mathias Edenborn, die Zweit­be­setzung des Sam neben Klaws, harmo­nieren gut als Paar, singen mit viel Power und Emotion, können aber an Ausdrucks­fein­heiten sicher noch zulegen. Für Witz und Tempo sorgt Marion Campbell als Oda Mae, die energie­ge­laden über die Bühne fegt. Die Musik, die die Kompo­nisten Dave Stewart und Glen Ballard kreiert haben, kombi­niert geschickt softe Popbal­laden mit fetzigem Rock. Nur ins Ohr gehen die Nummern nicht, obwohl auch der unwider­steh­liche Liebessong Unchained Melody, der schon den Film durch­zogen hat, mehrmals zitiert wird. Das mag aber auch an der Technik liegen. Denn die Tonanlage ist völlig übersteuert und der Orches­ter­sound viel zu laut.

In der Matinee vor Heilig­abend ist das Theater wohl wegen des vorweih­nacht­lichen Stresses nur schütter ausge­lastet. Rührung kommt beim Publikum dennoch auf. Und einen Neben­effekt hat das Musical auf jeden Fall. Es lädt dazu ein, den Film im Nachhinein wieder oder zum ersten Mal anzusehen.

Karin Coper

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