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Junge Deutsche Philharmonie - Foto © Achim Reissner

Deutscher Orchester-Nachwuchs in Top-Form

SAX AND CRIME
(Junge Deutsche Philharmonie)

Besuch am
7. Januar 2018

 

Philhar­monie Köln

Seit 1974 bewährt sich die Junge Deutsche Philhar­monie für heraus­ra­gende Musik­stu­denten als hilfreiche Brücke auf dem Weg von der Hochschule in die profes­sio­nelle Orches­ter­praxis. Wenn dann noch, wie jetzt auf der Winter-Tournee des Klang­körpers, ein kreativer Kopf wie Ingo Metzmacher den Taktstock schwingt, ist ein Ereignis garan­tiert, bei dem die Vitalität der jungen Leute zusammen mit der Aufge­schlos­senheit des Dirigenten eine besonders fruchtbare Symbiose eingehen. Und in der der ausver­kauften Kölner Philhar­monie, in der die Tournee jetzt mit großem Erfolg startet, wurden sowohl das Orchester als auch der Dirigent ihrem guten Ruf gerecht.

Das bunt gemischte aktuelle Programm der Jungen Deutschen Philhar­monie vereinigt hochwertige Filmmusik wie die Bernard Herrmanns zu Taxi Driver und Ruppiges wie Harrison Birtwistles Dithy­rambe mit ameri­ka­ni­schen Klassikern von Gershwins Rhapsody in Blue bis zu den Sympho­ni­schen Tänzen aus Leonard Bernsteins epochaler West Side Story. Und eine besonders raffi­nierte Verknüpfung von Jazz und Klassik gelang 1954 Rolf Liebermann mit seinem Concerto für Jazzband und Sinfo­nie­or­chester, das freilich kaum noch aufge­führt wird. An der Qualität und Frische kann das nicht liegen, wohl an den vielfäl­tigen stilis­ti­schen Ansprüchen, die natürlich auch die Musiker der Jungen Deutschen Philhar­monie auf eine harte Probe stellen. Auf jeden Fall dürfen sich angesichts des gesamten Programms besonders die Blech­bläser und Schlag­werker über ihren Dauer­einsatz in fast allen Stücken freuen. Und die in dieser Konzen­tration seltenen Chancen und Vorlagen nutzen sie mit profes­sio­neller Souve­rä­nität und beson­derer Spielfreude.

POINTS OF HONOR

Dirigent
Orchester
Solisten
Programm
Publikum
Chat-Faktor

Metzmacher dirigiert die ebenso unter­halt­samen wie gehalt­vollen Werke mit viel Vergnügen, lässt den jungen Musikern genügend Freiraum für indivi­duelle Lösungen der vielen Solo-Passagen, hält den Apparat natürlich auch in rhyth­misch kniff­ligen Partien sicher zusammen, wobei er mehr Wert auf Sponta­neität als auf lupen­reine Präzision legt. Und man kann ein wenig nachvoll­ziehen, wie verstörend Birtwistles Dithy­rambe für Alt-Saxophon, Drumset, Bläser­en­semble und Percussion mit dem vorzüg­lichen Saxopho­nisten Xavier Larsson Paez in ihrer hyper­ak­tiven, schroffen Tonsprache vor 20 Jahren auf die Besucher der Last Night of the Proms gewirkt haben muss.

Eine wiederum beacht­liche Talent­probe des Orchesters, das sich selbst verwaltet und bereits im Frühjahr mit Werken von Messiaen, Dutilleux und Berlioz erneut auf Tournee gehen wird. Die Winter-Tour berück­sichtigt neben Köln die Städte Hamburg, Bamberg, Wien, Ludwigs­hafen und Frankfurt am Main.

Kleine Anekdote gefällig? Ingo Metzmacher hatte sich 1996 in Aachen ernsthaft für die Nachfolge von General­mu­sik­di­rektor Yukio Kitahara beworben. Das Rennen machte damals Elio Boncom­pagni, der bis zum Antritt von Marcus Bosch im Jahre 2002 das Niveau des Orchesters und damit auch die Abonne­ment­zahlen an den Rand des Abgrunds führte. Die Hamburger Findungs­kom­mission war schlauer, als sie Metzmacher im gleichen Jahr 1996 zum General­mu­sik­di­rektor der Hambur­gi­schen Staatsoper ernannte, der der junge Dirigent ein inter­na­tional beach­tetes Profil verlieh, mit dem Metzmacher eine Weltkar­riere starten konnte. Derzeit steht in Aachen wieder eine Neube­rufung des begehrten GMD-Postens an. Hoffentlich wird nicht wieder der geeig­netste Kandidat übersehen.

Pedro Obiera

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