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Seit 1974 bewährt sich die Junge Deutsche Philharmonie für herausragende Musikstudenten als hilfreiche Brücke auf dem Weg von der Hochschule in die professionelle Orchesterpraxis. Wenn dann noch, wie jetzt auf der Winter-Tournee des Klangkörpers, ein kreativer Kopf wie Ingo Metzmacher den Taktstock schwingt, ist ein Ereignis garantiert, bei dem die Vitalität der jungen Leute zusammen mit der Aufgeschlossenheit des Dirigenten eine besonders fruchtbare Symbiose eingehen. Und in der der ausverkauften Kölner Philharmonie, in der die Tournee jetzt mit großem Erfolg startet, wurden sowohl das Orchester als auch der Dirigent ihrem guten Ruf gerecht.
Das bunt gemischte aktuelle Programm der Jungen Deutschen Philharmonie vereinigt hochwertige Filmmusik wie die Bernard Herrmanns zu Taxi Driver und Ruppiges wie Harrison Birtwistles Dithyrambe mit amerikanischen Klassikern von Gershwins Rhapsody in Blue bis zu den Symphonischen Tänzen aus Leonard Bernsteins epochaler West Side Story. Und eine besonders raffinierte Verknüpfung von Jazz und Klassik gelang 1954 Rolf Liebermann mit seinem Concerto für Jazzband und Sinfonieorchester, das freilich kaum noch aufgeführt wird. An der Qualität und Frische kann das nicht liegen, wohl an den vielfältigen stilistischen Ansprüchen, die natürlich auch die Musiker der Jungen Deutschen Philharmonie auf eine harte Probe stellen. Auf jeden Fall dürfen sich angesichts des gesamten Programms besonders die Blechbläser und Schlagwerker über ihren Dauereinsatz in fast allen Stücken freuen. Und die in dieser Konzentration seltenen Chancen und Vorlagen nutzen sie mit professioneller Souveränität und besonderer Spielfreude.
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Metzmacher dirigiert die ebenso unterhaltsamen wie gehaltvollen Werke mit viel Vergnügen, lässt den jungen Musikern genügend Freiraum für individuelle Lösungen der vielen Solo-Passagen, hält den Apparat natürlich auch in rhythmisch kniffligen Partien sicher zusammen, wobei er mehr Wert auf Spontaneität als auf lupenreine Präzision legt. Und man kann ein wenig nachvollziehen, wie verstörend Birtwistles Dithyrambe für Alt-Saxophon, Drumset, Bläserensemble und Percussion mit dem vorzüglichen Saxophonisten Xavier Larsson Paez in ihrer hyperaktiven, schroffen Tonsprache vor 20 Jahren auf die Besucher der Last Night of the Proms gewirkt haben muss.
Eine wiederum beachtliche Talentprobe des Orchesters, das sich selbst verwaltet und bereits im Frühjahr mit Werken von Messiaen, Dutilleux und Berlioz erneut auf Tournee gehen wird. Die Winter-Tour berücksichtigt neben Köln die Städte Hamburg, Bamberg, Wien, Ludwigshafen und Frankfurt am Main.
Kleine Anekdote gefällig? Ingo Metzmacher hatte sich 1996 in Aachen ernsthaft für die Nachfolge von Generalmusikdirektor Yukio Kitahara beworben. Das Rennen machte damals Elio Boncompagni, der bis zum Antritt von Marcus Bosch im Jahre 2002 das Niveau des Orchesters und damit auch die Abonnementzahlen an den Rand des Abgrunds führte. Die Hamburger Findungskommission war schlauer, als sie Metzmacher im gleichen Jahr 1996 zum Generalmusikdirektor der Hamburgischen Staatsoper ernannte, der der junge Dirigent ein international beachtetes Profil verlieh, mit dem Metzmacher eine Weltkarriere starten konnte. Derzeit steht in Aachen wieder eine Neuberufung des begehrten GMD-Postens an. Hoffentlich wird nicht wieder der geeignetste Kandidat übersehen.
Pedro Obiera