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Geschichten aus tausendundeiner Nacht

SIROE, RE DI PERSIA
(Johann Adolf Hasse)

Besuch am
26. Januar 2018
(Premiere)

 

Neder­lands Reisopera im Wilmink­theater Enschede

Königs­ge­schichten und Königs­töchter gehören zu den beliebten Stoffen vor allem von Barock­opern, und es liegt wohl an widrigen Zeitum­ständen, dass Johann Adolf Hasses Oper ziemlich in Verges­senheit geraten ist. Die Hofoper Siroe, Re di Persia kam 1726 in Venedig zur Urauf­führung,  findet sich heute nur noch selten auf den Spiel­plänen. Musika­lisch fand Jakob Peters-Messer für seine Insze­nierung einen Stoff, der einen roman­ti­schen Opern­abend nicht langweilig werden lässt.

„Die Neder­landse Reisopera kombi­niert diese pracht­volle Musik, voll virtuoser Bravour­arien und langer, anspruchs­voller Gesangs­pas­sagen, zu einer farben­frohen Insze­nierung“ mit Unter­stützung von Sängern des Olden­burger Staats­theaters, das die Insze­nierung koproduziert.

POINTS OF HONOR

Musik
Gesang
Regie
Bühne
Publikum
Chat-Faktor

Das damalige Perser­reich reichte vom heutigen Griechenland bis zum Indus in Mittel­asien – ein gewal­tiges Reich. Kein Wunder, dass es immer wieder zu kriege­ri­schen Ausein­an­der­set­zungen in diesem gewal­tigen Reich kam, wechselnde Herrscher sich um das Terri­torium stritten und es um die Weitergabe der Macht heftige Diado­chen­kämpfe gab, bis heute. Das deutet Jakob Peters-Messer in seiner Insze­nierung immer wieder durch eine quasi doppelte Bühnen­ge­staltung an, bei der im Vorder­grund die histo­ri­schen Figuren um Macht und Frauen ringen, während der Hinter­grund mit Schwarz-Weiß-Projek­tionen den aktuellen Krieg in Vorder­asien auf die Bühne und ins Geschehen holt, gelegentlich durch kriege­ri­sches Handwerkszeug wie knatternde Gewehre, Raketen oder eine riesige Panzer­at­trappe unter­brochen, auch im angedeu­teten Palast war und  ist der Krieg allgegenwärtig.

Pim Veulings hat eine kleine Tänzer­truppe in einer modernen Choreo­grafie in das Bühnen­ge­schehen einge­flochten, die die aufkom­menden Konflikte tänze­risch unter­stützt. Die Figuren treten je nach Rolle in barocker Hofaus­stattung oder in zeitlos modernen Kostümen auf, die Markus Meyer häufig in kräftigen Farbkon­trasten entworfen hat.

Foto © Stephan Walzl

Mit dem Orkest van het Oosten, einem Simfo­nie­orkest voor OveriJssel, hat George Petrou ein versiertes und vielseitig beanspruchtes Orchester zur Hand, das sich der Barock­musik von Hasse mit Routine und Spiellust zuwendet. Dabei hält Petrou den Orches­ter­klang durchaus zurück und gibt den zahlreichen Arien viel Raum. Vor allem die von Hasse intensiv genutzten Kolora­tur­partien motivieren die Zuhörer immer wieder zu Zwischenapplaus.

Die wechselnden Macht­spiele, Ränke und Intrigen sind mehr verwirrend als unter­haltsam. Es ist schon eine echte Aufgabe für den Zuschauer, zwischen Cosroe, dem König, seinen beiden Söhnen Siroe und Medarse, der Prinzessin Emira, verkleidet als Idaspe, der Königs­ge­liebten Loadice und ihrem Bruder Arasee, verstrickt in verschiedene Alliancen und aktiv aus unter­schied­lichem Interesse, nicht den Überblick zu verlieren. Doch der musika­lisch inter­es­sierte Besucher wird sich ohnehin mehr den zahlreichen umfang­reichen Arien zuwenden, die beim nieder­län­di­schen Publikum besonders gut ankommen und immer wieder zu reich­lichem Zwischen­ap­plaus animieren. Stimmlich sind die Rollen dabei gut versorgt; bis auf leichte Schwächen des Tenors Juan Sancha zu Beginn erfreuen durchweg alle Rollen das Publikum mit schönen, melodiereichen Arien und ausge­feilten, spitzen Kolora­turen. Dabei hat Hasse fast ausschließlich helle Stimmen vorge­sehen, die Rachel Kelly als Medarse, Hagar Aharvit als Emira, beide Mezzo­sopran, Myrsini Margariti als Loadice und Nazan Fikret als Arasse in Sopranlage bestens ausfüllen. Eine besondere Aufgabe meistert Nicholas Tamagna als ältester Sohn Siroe, dessen Counter­tenor hervorsticht.

Es ist vor allem Hasses Musik, die diesen barocken Opern­abend trägt. Eingängige, angenehme Melodien und ungewöhnlich umfang­reiche Arien fast aller Rollen ersetzen einen Handlungs­bogen, der über fast drei Stunden trägt. So gilt der begeis­terte Schluss­ap­plaus vor allem dem musika­li­schen Teil dieses Abends, den sich Orchester, Sänge­rinnen und Sänger teilen dürfen.

Horst Dichanz

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