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E la solita storia del pastore: Jeder Opernfreund kennt das Lamento des Federico aus dem lyrischen Drama L’Arlesiana von Francesco Cilea. Die komplette Oper aber, deren männliche Hauptrolle bei der Uraufführung 1897 von Enrico Caruso gesungen wurde, wird nur sehr selten gegeben. Dabei bietet die Vertonung von Alphonse Daudets gleichnamigem Schauspiel, das von einem jungen Dörfler handelt, der an der Liebe zu einer leichtlebigen Frau aus der Stadt Arles zerbricht, musikalisch weit mehr als diese Tenorarie. Cilea hat die schwermütige Geschichte, die zuvor Bizet zu einer Bühnenmusik inspiriert hatte, in eine gefühlvolle, von einer elegischen Grundstimmung durchzogene Tonsprache übertragen, bei der sich impressionistische Farben, naturalistisches, insbesondere pastorales Kolorit und stürmische Emotionen verbinden.
In großer Besetzung hat die Deutsche Oper Berlin L’Arlesiana nun erstmals, wenn auch nur für zwei konzertante Aufführungen, in den Spielplan aufgenommen. Der Dirigent Paolo Arrivabeni erweist sich als starker Anwalt für Cileas Stilkonglomerat. Souverän gelingt ihm und dem Orchester der Deutschen Oper Berlin die Gratwanderung zwischen atmosphärischer Klangmalerei und zupackender Leidenschaft.
Die Partie des Federico singt Joseph Calleja, auf dessen Wunsch das Werk angesetzt wurde. Zu Recht, denn sie kommt seinem Weg vom lyrischen in dramatischere Tenorgefilde besonders entgegen. Er gibt den jungen Liebeskranken mit weichem Stimmklang, gepaart mit viel Schmelz in den Höhen und einem melancholischen Unterton, ohne in veristische Manierismen zu verfallen. Betörend gelingt ihm das Lamento durch subtile Phrasierung und feine Pianoschattierungen.
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Die Amerikanerin Dolora Zajick ist als starke Verdi-Sängerin bekannt, und sie überrumpelt stimmlich auch als Mutter Rosa Mamai. Ihr Mezzosopran verfügt bis in die kraftvollen Höhen hinauf über schier unerschöpfliche Reserven, doch verliert ihr Auftritt an Wirkung, weil sich ihr Blick nur selten, selbst in der berühmten Soloszene Esser madre, vom Notenblatt löst.
Die Entdeckung des Abends ist Mariangela Sicilia als Vivetta. Die junge Italienerin, die ihr Deutschlanddebüt gibt, ist eine absolut stimmige Besetzung für die an ihrer hoffnungslosen Liebe zu Federico leidenden Frau. Sie besitzt einen frischen Sopran mit wunderbar, zart aufblühenden Spitzentönen, die große Leuchtkraft entfalten, und sie singt so beseelt, dass es zu Herzen geht.
In bestechender Form präsentiert sich Markus Brück als alter Hirt Baldassare. Mit in allen Lagen prächtigem Bariton versieht er seine Szenen mit schönen dynamischen Nuancen und krönt sie mit fabelhaften Topnoten. Seth Carico, Byung Gil Kim und Meechot Marrero in den kleineren Rollen bürgen für die Qualität des Berliner Ensembles, zu dem sich der Chor der Deutschen Oper klangschön gesellt.
Viel Beifall in der sehr gut besuchten Deutschen Oper.
Karin Coper