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Hungrige Pflanzen

DER KLEINE HORRORLADEN
(Alan Menken)

Besuch am
1. Mai 2018
(Premiere am 11. November 2017)

 

Theater Magdeburg

Die Musical­pro­duk­tionen, die das Magde­burger Theater am Ende jeder Saison auf dem Domplatz präsen­tiert, sind schöne Tradition geworden. Doch auch im regulären Spiel­be­trieb hat sich das Genre einen festen Platz erobert, wovon die Magde­burger Musicaltage, die in diesem Jahr nun schon zum fünften Mal veran­staltet werden, zeugen. Neben Cabaret und Der Zauberer von Oz ist auch Der kleine Horror­laden, die aktuellste Produktion, zu sehen.

Das 1982 am Off-Broadway urauf­ge­führte Musical, das dem späteren Disney-Kompo­nisten Alan Menken und dem Texter Howard Ashman den Durch­bruch brachte, parodiert einen berühmten Horrorfilm der 1960-er Jahre, die Trash-Grusel­ko­mödie The little Shop of Horrors von Roger Corman. Erzählt wird die Geschichte des Blumen­ver­käufers Seymour, der, ohne es zu wissen, eine fleisch­fres­sende Pflanze züchtet. Die macht so viel Aufsehen, dass das schlecht gehende Geschäft wieder boomt. Als die Pflanze immer fordernder wird, verfüttert Seymour den fiesen Zahnarzt­freund der von ihm angebe­teten Kollegin Audrey. Die beiden kommen sich näher, ein Happy End wird ihnen aber versagt. Denn am Ende muss auch das Paar daran glauben und wird verspeist.

POINTS OF HONOR

Musik
Gesang
Regie
Bühne
Publikum
Chat-Faktor

Um dem Geschehen zu einiger Glaub­wür­digkeit zu verhelfen, verpackt Regisseur Ulrich Wiggers das Stück in eine Rahmen­handlung. Ein Junge versteckt sich aus Angst vor einem Zahnarzt­besuch in einem Gewächshaus, wo er zu träumen beginnt. Doch was für das Kind zum Alp wird, gerät für das Publikum zu einer vor Witz und Fantasie nur so sprühenden Show. Der von Leif-Erik Heine mit liebe­vollen Details und wild wuchernden Ranken ausge­stattete Blumen­laden, in dessen Zentrum sich die stetig wachsende Pflanze mit knall­roter Blüte und tiefgrünen Blätter befindet, ist die Haupt­spiel­fläche für ein turbu­lentes, perfekt getimtes Treiben. Flotte Ballett­szenen, von Kati Heide­brecht choreo­gra­fiert, peppen das eigentlich als Kammer­spiel konzi­pierte Musical zusätzlich auf.

Die Solisten, die sich aus aufstre­benden Musical­dar­stellern und Ensem­ble­mit­gliedern des Magde­burger Theaters zusam­men­setzen, bilden eine völlig überzeu­gende Einheit. Christian Miebach ist ein Seymour, der sich mit schüch­ternem Charme und sympa­thisch-natür­lichem Spiel nicht nur das Herz von Audrey erobert. Milica Jovanović lässt hinter deren burschi­koser Fassade ihre verletz­liche Seite spüren und präsen­tiert sich dabei ausge­sprochen stimm­stark. Karsten Kenzel spielt den masochis­ti­schen Zahnarzt gebührend abstoßend und leiht dazu auch der Pflanze seine Stimme. Markus Liske und Peter Wittig beweisen in mehreren Rollen ihre Wandlungs­fä­higkeit. In Anlehnung an berühmte Soultrios führen Mariyama Ebel, Rubini Zöllner und Nina Baukus als perso­ni­fi­zierte Blumen­geister durch den unter­halt­samen Abend, zu dessen Gelingen der schmissige Sound der sieben­köp­figen Band unter Leitung von Damian Omansen beiträgt.

Das Publikum im ausver­kauften Opernhaus bejubelt die Aufführung mit standing ovations. Der kleine Horror­laden wird nächste Saison wieder aufge­nommen. Aber davor lockt Jesus Christ Superstar die Musical­freunde vor den Magde­burger Dom.

Karin Coper

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