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Foto © O-Ton

Bach und Gilgamesch museal

SPURENSUCHE
(Silk Road Symphony Orchestra)

Besuch am
2. Juni 2018

 

Callias Foundation im Neuen Museum, Museums­insel Berlin

Welch passender Anlass für ein Konzert im Neuen Museum in Berlin am Vorabend zum UNESCO-Welterbetag 2018 – nur wenige Schritte von der Büste der schönen Nofretete aus dem alten Ägypten entfernt.  Das Publikum schreitet die breite Treppe hinauf und blickt dann auf die von dem engli­schen Archi­tekten David Chipper­field wieder­her­ge­stellte Verbin­dungs­ebene zwischen den beiden Flügeln des Museums. Es ist ein gelun­gener, großzü­giger Raum, wo man die Spuren der alten und neuen Geschichte klar nachvoll­ziehen kann. Die vier imposanten ionischen Säulen tragen Einschuss­spuren des Zweiten Weltkriegs mit Würde. Auf der Empore davor findet das Silk Road Symphony Orchestra seinen Platz. Das Publikum sitzt seitlich oder auf den Stufen, die in eine weitere Etage führen.

Jan Moritz Onken, künst­le­ri­scher und musika­li­scher Leiter des Orchesters, hat sich das Thema Spuren­suche ausge­sucht mit dem Gedanken, es in Kontext zu den archi­tek­to­ni­schen und inhalt­lichen Bezügen im Welterbe Museums­insel zu stellen. So wird Johann Sebastian Bachs h‑Moll-Messe – deren Autograph seit dem Herbst 2017 zum Weltdo­ku­men­tenerbe zählt – als Impulswerk gewählt, das ja bekanntlich einige Umarbei­tungen seiner früheren Kompo­si­tionen enthält. Zwar wird das eigent­liche Werk nicht aufge­führt, aber die Spuren­suche hinter diesem Welterbe führt in frühere Jahre. Die Kantaten Christus lag in Todes Banden, Gottes Zeit ist die aller­beste Zeit und Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen werden zwischen den rezitierten Fragmenten von Dichtern und Denkern aus Europa und entlang der Seiden­straße gebracht: Steffen Lehbrink spricht zwei Fragmente aus der Ilias von Homer und aus dem sumeri­schen Gilga­mesch-Epos aus dem zweiten Jahrtausend vor Christus. Unsichtbar, aus einer oberen Empore, beein­druckt die kurzfristig einge­sprungene Schau­spie­lerin Barbara Schnitzler durch ihre Deutlichkeit und Dramatik mit einem Fragment aus der Hindu Bhaga­vadgita, in der sich die Gottheit Krishna als kosmi­sches Selbst zu erkennen gibt.

Die kammer­mu­si­ka­lische Aufstellung des Orchesters mit Viola da Gamba, Violon, Trompete, Oboe und Orgel macht sich den doch relativ engen Raum zu eigen und findet sich mit der erstaunlich guten Akustik zurecht – die Trompete beispiels­weise platziert sich hinten unter den Säulen, die Oboe hingegen kommt hervor, die kleine Orgel ist mittig angeordnet.

POINTS OF HONOR

Dirigent



Orchester



Solisten



Programm



Publikum



Chat-Faktor



Die vier Sänger – Sopra­nistin Monika Mauch, Altistin Elisabeth Popien, Tenor Johannes Gaubitz und Bass Wolf Matthias Friedrich – formen ein homogenes Ensemble.

Jan Moritz Onken geht sehr umsichtig mit seinen Musikern und Sängern um. Er deutet und leitet, als würde eine zu harsche Gestik die museale Atmosphäre stören. Dennoch kommu­ni­ziert er seinen Musikern klar seinen Willen und lockt trans­pa­rente Bachsche Melodik.

Das Projekt The Silk Road Cultural Belt steht unter Schirm­herr­schaft der deutschen UNESCO-Kommission und versteht sich als inspi­rie­rende Plattform, um zu teilen, was jeder in der klassi­schen Musik als „Seide“ glaubt – grund­le­gende mensch­liche Quali­täten, wie sie sich in verschie­denen Formen der klassi­schen Musik ausdrücken.

Das Publikum würdigt die Musiker wie auch die außer­ge­wöhn­liche Programm­ge­staltung und die Gelegenheit, das Treppenhaus des Museums als Konzertsaal zu erleben, mit warmem Applaus.

Zenaida des Aubris

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