O-Ton im Abonnement ist mehr!

Ein O-Ton Abo ist unsere Einladung an Sie, uns auf unseren Abenteuer- und Entdeckungsreisen durch die reiche Kulturlandschaft Deutschlands zu begleiten und stets aufs Neue zu entdecken.

Als ich den Artikel gelesen habe,
war es, als wäre ich dabei gewesen.

Mit unseren Originalberichten und exklusivem Bildmaterial von Aufführungen in Theater, Musiktheater, Konzert, Ballett und Tanz in all ihren Schattierungen, informieren wir Sie ideologiefrei und kritisch, aber fair. Mit Hintergrundberichten, Hörbeiträgen, Kommentaren, aktuellen Nachrichten und vielem mehr arbeiten wir Tag für Tag daran, bei unseren Besuchern die Lust darauf zu wecken, sich auf diesen kulturellen Reichtum einzulassen.

O-Ton 

3-Monats-Abo

  • +3 Tage gratis testen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 16,-
 €

für jeweils 3 Monate

Unsere Top-Empfehlung!

O-Ton 

Jahres-Abo

  • +7 Tage gratis testen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 48,-

pro Jahr

O-Ton 

6-Wochen-Abo

  • sofort loslesen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 9,-

für jeweils 6 Wochen

O-Ton 

Jahres-Mitgliedschaft

  • keine automatische Verlängerung
  • keine Werbeanzeigen
  • Zugang verfällt nach Ablauf
nur 48,-

für ein Jahr

Auf dem Hühnerhof

IL MATRIMONIO SEGRETO
(Domenico Cimarosa)

Besuch am
24. Juni 2018
(Premiere)

 

Oper Köln, Staatenhaus Deutz

Nach dem gewal­tigen Kraftakt mit Bernd Alois Zimmer­manns Oper der Super­lative, Die Soldaten, lässt die Kölner Oper die Saison recht entspannt mit Domenico Cimarosas Oper Il Matri­monio Segreto – Die heimliche Ehe – aus dem Jahre 1792 ausklingen. Eine szenisch putzige, musika­lisch straffe, vokal im Wesent­lichen werkge­rechte Produktion, die vor zwei Jahren bereits bei den Festwochen der Alten Musik in Innsbruck auf große Zustimmung gestoßen ist. Von den 100 Opern Cimarosas begegnet man nur noch der Heimlichen Ehe gelegentlich, obwohl das Werk zu den erfolg­reichsten Opern seiner Zeit gehörte. Aller­dings zieht sich die verwi­ckelte Handlung um zwei Schwestern, die sich nicht bedin­gungslos den Heirats­wün­schen ihres Vaters unter­werfen wollen und damit mehr oder weniger komische Turbu­lenzen auslösen, über die Länge von mehr als drei Stunden recht zäh dahin, auch wenn musika­lisch und thema­tisch vieles an Mozart und Rossini erinnert.

POINTS OF HONOR

Musik



Gesang



Regie



Bühne



Publikum



Chat-Faktor



Aller­dings mit einem großen Unter­schied: Cimarosa gebärdet sich in seiner konven­tionell, gleichwohl gut kompo­nierten Oper sehr brav und zurück­haltend, ohne auch nur annähernd die psycho­lo­gische Tiefen­wirkung Mozarts erreichen oder mit den origi­nellen Überspit­zungen und Effekten Rossinis jonglieren zu können, womit der Aller­welts­handlung auch moderne Zuschauer noch Interesse abgewinnen könnten. So bleibt es bei einer netten Farce, zu der der Einfall des szeni­schen Teams um Regisseur Renaud Doucet und Ausstatter André Barbe gehört, die Gesell­schaft um den reichen Kaufmann Geronimo und dessen Töchter auf einen pitto­resken Hühnerhof zu verbannen und mit entspre­chend fanta­sie­vollen und üppig ausla­denden, befie­derten Kostümen zu chiffrieren. Dabei geht der Regisseur erfreulich dezent vor, ohne die Damen allzu aufdringlich gackern zu lassen. Dass sich über Doucets zurück­hal­tende Regie­führung nicht allzu viel sagen lässt, muss nicht von Nachteil sein. Doucet lässt die Musik sprechen und fällt in keinem Takt durch überzo­genen Klamauk negativ auf.

Die liebevoll gestaltete Szenerie kann freilich nicht über die Längen des Stücks hinweg­täu­schen. Und das, obwohl der kundige Dirigent Gianluca Capuano das Gürzenich-Orchester zu einem federnd vitalen Spiel anhält, dem sich das verläss­liche Ensemble im Wesent­lichen anschließt. Capuano empfiehlt sich damit nach dem beschei­denen Erfolg mit Florian Leopold Gassmanns Komischer Oper Gli Uccel­latori aus dem Jahre 1759 in Köln erneut als Anwalt zweit­klas­siger Raritäten.

Foto © Paul Leclaire

Die Baritone Donato di Stefano als Geronimo und Renato Girolami als adeliger Freier, beide der Innsbrucker Besetzung entstammend, überzeugen stärker durch Stilsi­cherheit und buffo­neske Lockerheit als durch die Brillanz ihrer Stimmen, können aber wesentlich kräftiger punkten als der in seiner Rolle fehlbe­setzte Tenor Norman Reinhardt als heimlicher Gatte Paolino. Die Krone gebührt den Damen, vor allem Anna Palimina als Tochter Carolina mit ihrem mühelos anspre­chenden Sopran und als deren Schwester Elisetta die Sopra­nistin Emily Hindrichs, die vor kurzem noch in Zimmer­manns Soldaten die weibliche Haupt­rolle stemmen musste und auch bei Cimarosa Schwer­arbeit zu leisten hat. Beide bewäl­tigen ihre anspruchs­vollen Rollen ohne Fehl und Tadel, teilweise mit Bravour. Und Jennifer Larmore als Fidalma, der ebenso vermit­telnden wie intri­ganten Schwester Geronimos, rundet das vorzüg­liche Damen-Terzett würdig ab.

Insgesamt eine nett anzuse­hende und anzuhö­rende Abend­un­ter­haltung, in deren Verlauf die Distanz zu den Genie­streichen Mozarts und Rossinis freilich immer deutlicher ins Bewusstsein rückt. Begeis­terter Beifall des Premierenpublikums.

Pedro Obiera

Teilen Sie O-Ton mit anderen: