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Foto © Davids/Sven Darmer

Die Vielfalt macht’s

CLASSIC OPEN AIR
(Diverse Komponisten)

Besuch am
5., 6. und 7. Juli 2018
(Einmalige Konzerte)

 

Classic Open Air, Berlin

Sommerzeit – Zeit für Musik­genuss unter freiem Himmel.  Heuer erfüllen die jährlichen Classic Open Air Konzerte am Gendar­men­markt diesen Wunsch zum 27. Mal. An einem der schönsten Plätze in ganz Europa finden sich insgesamt fast 25.000 Zuhörer an fünf Abenden zusammen, um Live-Musik diverser Genres zu lauschen.

Das Eröff­nungs­konzert wird vom Deutschen Filmor­chester Babelsberg gespielt, das dieses Jahr seinen 100. Geburtstag begeht. 1918 spielte es „live“ vor den Filmauf­füh­rungen, der Filmton war ja noch nicht erfunden. Fast unbeschadet überstand das Orchester den Zweiten Weltkrieg und konnte somit bereits 1946 seine Arbeit unter dem neuen Dach der DEFA fortsetzen. Nach der Wende und einigen Umstruk­tu­rie­rungen wurde es 1993 als Deutsches Filmor­chester Babelsberg erneut gegründet.  Als Diener vieler Herren formu­liert Intendant Klaus-Peter Beyer die Vielsei­tigkeit und Bandbreite des Orchesters. Wir haben alle schon Einspie­lungen von diesem Orchester gehört:  nicht nur zahlreiche Film- und Fernseh­shows, aber auch die Leitme­lodie von der Tages­schau, vom Sandmännchen und Traum­schiff.

So ist es naheliegend, dass das Programm an diesem Abend vorwiegend vom Film stammt – von Babelsberg nach Hollywood, UFA-Erinne­rungen, DEFA Erfolge und auch Klassik im Film, aber auch 100 Jahre Leonard Bernstein. Geleitet wird der Abend von dem Dirigenten Robert Reimer.  Die Solisten stammen vorwiegend aus der Klassik und Oper:  Dagmar Manzel ist dem Berliner Publikum mit ihren Auftritten an der Komischen Oper wohlbe­kannt, ebenso die Sopra­nistin Nicole Chevalier wie auch der Tenor Robert Watson, der ab der kommenden Saison an der Deutschen Oper Berlin Ensem­ble­mit­glied wird.

POINTS OF HONOR

Dirigent



Orchester



Solisten



Programm



Publikum



Chat-Faktor



Aber nicht nur Oper ist gefragt – Cassandra Steen gilt als bekannte Soulsän­gerin und Katharine Mehrling ist mit ihrem Edith-Piaf-Programm erfolg­reich. Dazu kommt der Schau­spieler Axel Prahl, diesmal als Sänger, mit zwei Titeln aus seinem kommenden Album. Als Hommage an eines der vielen Hits der DEFA, tritt Dieter „Maschine“ Birr von den Puhdys mit dem Hit aus Die Legende von Paul und Paula Wenn ein Mensch lebt auf. Stargast des Abends ist Peter Maffay, der sehr eindringlich sein Über sieben Brücken musst Du gehn bringt.

Am zweiten Abend ist es Zeit für Wagner in Licht und Feuer. Hier tritt die Anhal­tische Philhar­monie Dessau unter dem Dirigenten Markus L. Franck auf. Mit den Damen und Herren des Ernst-Senff-Chors unter der Leitung von Steffen Schubert werden bekannte Chornummern wie der Chor der Matrosen und der Spinnchor aus dem fliegenden Holländer sowie der Brautchor des Lohengrin gebracht. Die Sopra­nistin Nadja Michael überzeugt mit ihrem blendenden Auftreten, besonders ihre Brünn­hilden-Arie Grane, mein Ross aus der Götter­däm­merung begeistert das Publikum. Tenor Ray M. Wade Jr. und Bassba­riton Ulf Paulsen teilen sich die restlichen Arien aus Lohengrin, Rienzi und Tannhäuser.

Der dritte Abend ist als italie­nische Operngala angesagt. Hier tritt das Philhar­mo­nische Orchester Vorpommern und der Opernchor des Theaters Vorpommern unter dem GMD Florian Csizmadia auf. Unter­stützung erhält der Chor auch noch vom Chor des Jungen Ensembles Berlin. Alle Sänger – außer Tenor Semjon Bulinsky und Sopran Morenike Fadayomi – sind Ensem­ble­mit­glieder.  Jung, talen­tiert und überzeugend bringen sie bekannte Arien von Verdi und Donizetti in der ersten Hälfte und Puccini, Giordano und Mascagni in der zweiten.  Besonders hervor­zu­heben sind Sopran Katarzyna Rabczuk mit der Wahnsinn­sarie aus Lucia di Lammermoor und Bariton Thomas Tetten­steiner mit seiner Macbeth-Arie Pieta, rispetto, amore.

Foto © Davids/​Sven Darmer

Dass alle Sänger, Chor und Orchester elektro­nisch verstärkt werden, ist selbst­ver­ständlich bei diesen Konzerten. Dass diese Verstärkung eine gewisse Tonver­zerrung mit sich bringt, scheint ebenfalls selbst­ver­ständlich, obwohl die Veran­stalter dafür gesorgt haben, dass ein gutes Lautspre­cher­system im Einsatz ist – immerhin trägt der leichte Wind auch etwas dazu bei.

Die letzten beiden Abende sind Musik anderer Genres gewidmet: Vier Pianisten – Ein Konzert, in dem Klassik auf Boogie Woogie, Jazz und Popmusik trifft, angeführt von dem Allround-Enter­tainer Joja Wendt.  Das letzte Konzert dann mit Legenden des Pop:  Sister Sledge und Earth Wind and Fire als Klassiker von Soul und Funk.

Sehr lobenswert ist, dass die Veran­stalter sich für Orchester aus der Region entschieden haben. Die Modera­toren der beiden Abende sind jeweils die Inten­danten, die auch etwas Werbung für ihre Häuser machen. Ganz zurecht, da sich ja Dessau einer­seits und Greifswald, Stralsund und Putbus ander­seits im Wochenend-Einzugs­be­reich von Berlin befinden. Es sind Insti­tu­tionen wie diese, die den Ruhm des soliden deutschen Kultur­systems so attraktiv für Musiker aus aller Welt begünden, nicht nur die „Großen“ wie die Berliner Philhar­mo­niker oder die Staatsoper Unter den Linden.

Mittler­weile haben Gerhard Kämpfe als Festi­val­di­rektor und sein Partner Mario Hempel diese Konzerte zu den Höhepunkten des Berliner Kultur­sommers mit immer indivi­du­el­lerer Program­mierung gemacht. So ist die Reihe der Classic Open Air Konzerte jedes Jahr Anzie­hungs­punkt für Musik­be­geis­terte nicht nur aus Berlin und Brandenburg, sondern aus aller Welt. Dass es an den ersten beiden Abenden zum Schluss auch noch Feuer­werke vom Dach des Konzert­hauses – synchron zur Musik – gibt, krönt das Festival, besonders der Walkü­renritt am Wagner-Abend.  Das Publikum ist begeistert.

Zenaida des Aubris

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