O-Ton
Abo
Kultur entdecken
O-Ton
Abo
Kultur entdecken
O-Ton
Abo
Kultur entdecken
Ein O-Ton Abo ist unsere Einladung an Sie, uns auf unseren Abenteuer- und Entdeckungsreisen durch die reiche Kulturlandschaft Deutschlands zu begleiten und stets aufs Neue zu entdecken.
Als ich den Artikel gelesen habe,
war es, als wäre ich dabei gewesen.
Mit unseren Originalberichten und exklusivem Bildmaterial von Aufführungen in Theater, Musiktheater, Konzert, Ballett und Tanz in all ihren Schattierungen, informieren wir Sie ideologiefrei und kritisch, aber fair. Mit Hintergrundberichten, Hörbeiträgen, Kommentaren, aktuellen Nachrichten und vielem mehr arbeiten wir Tag für Tag daran, bei unseren Besuchern die Lust darauf zu wecken, sich auf diesen kulturellen Reichtum einzulassen.
O-Ton
3-Monats-Abo
für jeweils 3 Monate
O-Ton
Jahres-Abo
pro Jahr
O-Ton
6-Wochen-Abo
für jeweils 6 Wochen
O-Ton
Jahres-Mitgliedschaft
für ein Jahr
O-Ton
Abo
Kultur entdecken
Kulturmagazin mit Charakter
O-Ton
Abo
Kultur entdecken
DREAMS OF REPLAY
(Susanna Leinonen)
Besuch am
29. August 2018
(Einmalige Aufführung)
Die Großveranstaltungen der Internationalen Tanzmesse NRW, erstmalig unter der Künstlerischen Leitung von Dieter Jaenicke, stehen in diesem Jahr ganz unter asiatischer Flagge. Darüber kann man angesichts europäischer Länder, die in der deutschen Tanzszene noch wenig Beachtung finden, diskutieren. In der Spätvorstellung – geplanter Beginn 22 Uhr, Start um halb elf – tritt die finnische Compagnie von Susanne Leinonen im Capitol-Theater auf. Das Capitol ist in Düsseldorf bekannt als Aufführungsort für Musicals, eignet sich aber auch vorzüglich für Tanzaufführungen. Zumindest, solange die Musik aus der Konserve kommt. Es liegt in einem Gebäudekomplex mit dem Tanzhaus NRW, so dass der Campus-Effekt des Festivals hier seine Fortsetzung findet.
| Musik | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Tanz | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Choreografie | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Bühne | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Publikum | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Chat-Faktor | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
Die Bühne, vor der sich noch überraschend viel Fachpublikum nach einem langen Tag einfindet, ist marginal eingerichtet. Eine Leinwand im Hintergrund, die der Lichtreflexion dient, reicht den Finnen aus. Das Licht wird an diesem Abend – leider – eine ganz besondere Rolle spielen. Dafür verantwortlich ist Kalle Ropponen, und der versagt fürchterlich. Die Droge, die der Mann nimmt, wünscht man nicht dem ärgsten Feind. Tänzer gegen das Licht tanzen zu lassen, ist eigentlich aufregend und kann großartige Effekte schaffen. Rapponen richtet seine Scheinwerfer gegen das Publikum und geht dabei in den gesundheitsgefährdenden Bereich. Die Zuschauer werden über lange Zeit so geblendet, dass von den Tänzerinnen nichts mehr zu erkennen ist, dafür aber die Besucher ihre Köpfe abwenden müssen, um sich vor dem direkten Strahl zu schützen. Das ist mehr als ärgerlich.

Aber der Reihe nach. Fünf Tänzerinnen finden sich zu einem Block in der Mitte des LED-Licht-geschaffenen Vierecks und vollführen roboterartige Handbewegungen im Stillstand. Das kennen wir und wähnten es längst als Vergangenheit. Hier wird es erneut zur Gegenwart und erfreut dank der überzeugenden Tänzerinnen, gleichwohl es nur eine gibt, die durch eine besondere Ausstrahlung auffällt. Die Kostüme von Erika Turunen und Susanna Leinonen sind eher einfach gestrickt. Panties und luftige Oberteile, unter denen sich Bustiers verbergen. Zwischendurch gibt es einen Einzelauftritt, bei dem die Tänzerinnen Bandagen und den Kopf umhüllende Gaze-Masken tragen. Allmählich nutzt sich der Effekt ab.
In einzelnen Szenen reflektieren die Tänzerinnen die Arbeiten von Susanna Leinonen vergangener Zeiten. Das ist gefällig. Wenn auch ein wenig konventionell. Natasha Lommi, Tiia Huuskonen, Elina Häyrynen, Elisa Tuovila und Erika Vilander tanzen sehr überzeugend, wirken aber nach dem starken Auftritt von Hodworks mehr wie eine gedrillte Schülergruppe.
Dazu gibt es die konservierte Musik von Kasperi Laine. Maschinenmusik trifft wohl am ehesten das, was in seiner Gleichförmigkeit die einstündige Aufführung begleitet. Nicht unangenehm.
Um halb zwölf ist der eingängige Auftritt der Finnen vorbei und wird leidlich beklatscht, während im Foyer des Tanzhauses noch die Party tobt. Bis Samstag einschließlich noch sind die Aufführungen der Internationalen Tanzmesse zu bewundern. Darunter auch zahlreiche Auftritte, die nicht dem Fachpublikum vorbehalten sind. Es lohnt sich.
Michael S. Zerban