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Foto © Roberto Rossi

Verregnetes Bühnendrama

MACBETH
(Giuseppe Verdi)

Besuch am
5. Oktober 2018
(Premiere am 27. September 2018)

 

Verdi-Festival, Teatro Regio di Parma

Mit Macbeth steht Giuseppe Verdi in einer Phase der Verän­derung seines Kompo­si­ti­ons­stils. Die roman­tische Bewegung breitet sich über Europa aus und erfordert eine Weiter­ent­wicklung der Post-Rossini-Tradition. Verdi erweitert seine musika­lische Sprache in einer Verbindung aus Wort, Ton und Geste, begleitet von reicher Harmonie im Orches­ter­klang und dunkler, robuster Orches­trierung. Zudem nähert sich Verdi den Werken Shake­speares als Antwort Italiens auf den roman­ti­schen Geist für das Fantas­tische, das Überir­dische. Während seines London-Aufent­haltes besuchte Verdi auch Auffüh­rungen von Werken des engli­schen Drama­tikers, um aus der Auffüh­rungs­praxis kompo­si­to­rische Rückschlüsse zu ziehen.

POINTS OF HONOR

Musik



Gesang



Regie



Bühne



Publikum



Chat-Faktor



Die tragische Entwicklung der Handlung unter­liegt der Gier nach Macht der beiden Haupt­prot­ago­nisten Macbeth und seiner Ehefrau Lady Macbeth. Am Ziel steht die schot­tische Königs­würde. Das gruselige Spektakel wird für die Festspiele Parma in diesem Jahr von Daniele Abbado neu in Szene gesetzt. Mit einfachen Mitteln versucht er die düstere Geschichte im nasskalten schot­ti­schen Hochland umzusetzen. Dauer­hafter Regen­schauer dominiert auf der Bühne, sodass die Soldaten auch zu trans­pa­renten Regel­mänteln und stark verfremdend zu Regen­schirmen greifen. Selbst im Schloss regnet es herein. Ein Wunder, dass die Sänger durch­nässt noch nicht über Erkran­kungen berichten. Bunt und exzessiv wird die Hexen­party zur Walpur­gis­nacht gestaltet. Die Hexen als chorische Partie übernehmen einen wichtigen Rollenpart für den Handlungs­ablauf. In Eleganz wird die Feier wie ein vornehmer Maskenball sehr bunt gestaltet und sticht aus dem sonst beschei­denen, dunklen, nasskalten Ambiente heraus. Männer in Frauen­kleidern dürfen mitfeiern sowie Ballett­e­leven im Engels­kostüm. Eine zeitliche sowie örtliche Zuordnung ist auf der leeren Bühne und der Gestaltung der Kostüme durch Carla Lei schwierig. Große, trans­pa­rente Plastik­bahnen als Vorhänge trennen immer wieder Bühnen­räume, reflek­tieren Licht­ef­fekte und unter­mauern blutrüns­tiges Handeln, wenn sie in tiefes Rot getaucht werden. Ein paar Versuche ausge­feilter Perso­nen­regie sind erkennbar, aber zumeist lässt er die Sänger statisch an der Rampe stehen, um deren Gesang wirkungsvoll mit den großen Chorszenen zusam­men­laufen zu lassen.

Foto © Roberto Rossi

Stimmlich zeigen sich Luca Salsi und Anna Pirozzi als Macbeth und Lady Macbeth überzeugend heldenhaft und schizo­phren dem Wahnsinn verfallen. Nach den kriti­schen Stimmen zur Premiere von Ernani in Mailand zuvor zeigt sich Luca Salsi hier kraftvoll und zu jeder Zeit spannungs­ge­laden. Sein Bariton sitzt auf einem vollmun­digen Timbre und erlaubt ihm Spielraum in der farblichen Gestaltung. Anna Pirozzi hat weniger Nuancen­reichtum in der Farbe, zeigt dafür Kraft und drama­tische Höhe mit grellen Spitzen­tönen. Michele Pertusi ist ein feiner Banquo mit männlich helden­hafter Ausstrahlung. Matteo Mazzaro gelingt die  Arie des Malcolm aus dem Stand sicher. Antonio Poli steht ihm siegreich als Macduff zur Seite.

Im Orches­ter­graben gestaltet Philipp Auguin einen unauf­ge­regten, ausge­gli­chenen Macbeth. Das Orchester Filar­monica Arturo Toscanini überzeugt mit weichem, sattem Geigen­strich und vollem Bläser­klang. Sehr aufmerksam und diszi­pli­niert folgen die Musiker dem Dirigat und halten die Trümpfe in der Hand. Ab und an wäre eine kraft­volle Entladung des Orches­ter­klanges zur Unter­mauerung der bizarren Handlung und als Gegenpol zu den mächtigen Chorstellen und dem Hexentanz als Spannungs­element förderlich.

Entladung gibt es beim begeis­terten Publikum am Ende mit lautstarken bravi und langem Beifall.

Helmut Pitsch

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