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WRITTEN ON SKIN
(George Benjamin)
Besuch am
12. November 2018
(Einmalige Aufführung)
George Benjamin, einer der arriviertesten zeitgenössischen Komponisten ist in der aktuellen Spielzeit bei den Berliner Philharmonikern Composer in Residence. Einen weiteren Schwerpunkt der Spielzeit bildet eine fünfteilige Hommage an den früheren Chefdirigenten Claudio Abbado: Aus Anlass seines fünften Todestages gastieren das Chamber Orchestra of Europe und das von ihm gegründete Mahler Chamber Orchestra. Beide programmatischen Stränge laufen in der konzertanten Aufführung von Benjamins Oper Written on Skin zusammen. Unter dem Motto: In Memoriam Claudio Abbado – Composer in Residence steht der Komponist persönlich am Pult des Mahler Chamber Orchestras.
Benjamin, Jahrgang 1960 und Schüler von Olivier Messiaen, schuf mit Written on Skin eine der erfolgreichsten und meistgespielten modernen Opern überhaupt. Sie wurde 2012 beim Festival in Aix-en-Provence uraufgeführt und hat seitdem einen Siegeszug durch europäische und amerikanische Opernhäuser angetreten. Parallel dazu macht sich das Mahler Chamber Orchestra für das Stück stark und führt es seit 2016 unter der Leitung des Komponisten regelmäßig in halbszenischer Form auf. Die bisher letzte Station ist die Berliner Philharmonie.
| Solisten | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Dirigent | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Orchester | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Programm | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Publikum | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Chat-Faktor | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
Die Oper bezieht sich auf eine Eifersuchtstragödie aus der Renaissance, die wiederum aus der Antike übernommen und vom Librettisten Martin Crimp in eine unkonkrete Gegenwart übertragen wurde, zu der eine irreale Ebene tritt. Drei Engel, die im Verlauf immer wieder in menschliche Rollen schlüpfen, begleiten die Handlung. Written on skin heißt übersetzt: auf Haut geschrieben. Gemeint ist ein Buch aus Pergamentpapier, das ein brutaler Gutsherr in Auftrag gegeben hat, um seine Heldentaten zu dokumentieren. Jener gefühllose Machtmensch, Protector genannt, unterdrückt seine junge Frau Agnès, woraufhin sie eine Affäre mit dem Buchillustrator eingeht. Der betrogene Ehemann tötet ihn und serviert dessen Herz seiner Frau. Sie begeht Selbstmord.
Benjamin hüllt die grausame Geschichte in eine kunstvolle Musik aus teils affektbetontem, teils betörendem Gesang und schillernden Orchesterfarben, die zwischen Tonalität und harten Eruptionen changieren.
Der dirigierende Komponist und das bestens mit dem Stück vertraute Mahler Chamber Orchestra sind Garanten für die Authentizität und Qualität der Aufführung. Dazu kommt ein Ausnahme-Solistenquintett, das Schöngesang mit dramatischer Gestaltungskraft vereint und mit nur ein paar sparsamen szenischen Aktionen und Andeutungen, für die Benjamin Davis verantwortlich ist, in den Bann zu ziehen vermag: Georgia Jarman als Agnès mit sinnlich-strahlendem Sopran, Bejun Mehta als Geliebter mit androgyn-schmeichelndem Countertenor und Evan Hughes als Protector mit dominantem Bassbariton, dazu Victoria Simmonds und Robert Murray, die die Nebenrollen durch starke Präsenz aufwerten.
Alle Mitwirkenden werden in der gut gefüllten Philharmonie ausgiebig gefeiert.
Karin Coper