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Foto © Lorraine Wauters

Römisches Kolorit

TOSCA
(Giacomo Puccini)

Besuch am
20. November 2018
(Premiere)

 

Opéra Royal de Wallonie Liège

Ganz neu ist die Tosca-Produktion nicht, die derzeit auf der Bühne des Lütticher Opern­hauses zu sehen ist. Der Erfolg vor vier Jahren war so groß, dass man eine Wieder­auf­nahme mit leichten Neuerungen wagen konnte. Das Premie­ren­pu­blikum reagiert begeistert, auch wenn das vokale Niveau zumindest der Premie­ren­be­setzung nicht ganz an die Maßstäbe reichen konnte, die man von Lüttich gewohnt ist.

Regisseur Claire Servais tut gut daran, sich eng an das meister­hafte und drama­tur­gisch perfekt gestrickte Libretto zu halten. Das kommt der drama­ti­schen Stringenz, der psycho­lo­gi­schen Komple­xität und auch dem atmosphä­ri­schen Gehalt zugute, der durch die römischen Schau­plätze ein spezi­fi­sches Kolorit erhält, auf das die meisten Regis­seure heute keinen Wert mehr legen. In Lüttich kann man dagegen die Tosca noch von der Engelsburg springen und nicht auf einer Müllhalde oder einem Schrott­platz verenden sehen. Auch wenn die Ausleuchtung der Engels­figur in der Premiere nicht optimal gelingt. Für das Te Deum wird nicht an katho­li­schem Prunk gespart. Dennoch wirkt vor allem die Ausstattung alles andere als angestaubt, wie so manches Mal in Lüttich.

Denn auch Bühnen­bildner Carlo Cento­la­vigna vertraut dem Libretto und zaubert mit wenigen, aber aussa­ge­kräf­tigen Versatz­stücken die pitto­resken Schau­plätze der Handlung zwischen der Kirche St. Andrea, dem Palazzo Farnese und der Engelsburg her. Es sind schlanke Bühnen­bauten, die nicht erdrü­ckend wirken und den Sängern viel Raum lassen, der auch ausgiebig genutzt wird. An packender Energie mangelt es der Insze­nierung nicht. Es geht oft recht rau zu.

POINTS OF HONOR

Musik



Gesang



Regie



Bühne



Publikum



Chat-Faktor



Dazu sorgt Gianluigi Gelmetti am Pult des Lütticher Opern­or­chesters für zusätz­liche drama­tische Schlag­kraft, der mit viel Instinkt und Können die emotio­nalen Erdbeben des Stücks kontrol­liert zum Klingen bringt. Nicht minder so charis­ma­tische Solisten wie Virginia Tola in der Titel­partie und vor allem der bösartig schil­lernde Marco Vratogna als Scarpia. Großartige Darsteller, allesamt rollen­er­fahren und rollen­de­ckend, auch wenn Tola in den Höhen stark forciert und Vratognas Bariton recht unruhig flackert. Stimm­liche Einwände, die durch den darstel­le­ri­schen Einsatz weitgehend aufge­fangen werden, zumal noch sieben Auffüh­rungen in zwei Beset­zungen bis zum 2. Dezember auf dem Programm stehen. Szenisch blass und stimmlich solide gestaltet Aquiles Machado den Cavara­dossi. Die Neben­rollen und der Chor runden die insgesamt spannende Produktion ab.

Das Publikum zeigte sich überaus angetan von der im besten Sinne konser­va­tiven Produktion, die die Tosca in enger Anlehnung an das Libretto so präsen­tiert, wie es kein deutsches Opernhaus heute wagen würde.

Pedro Obiera

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