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Ganz neu ist die Tosca-Produktion nicht, die derzeit auf der Bühne des Lütticher Opernhauses zu sehen ist. Der Erfolg vor vier Jahren war so groß, dass man eine Wiederaufnahme mit leichten Neuerungen wagen konnte. Das Premierenpublikum reagiert begeistert, auch wenn das vokale Niveau zumindest der Premierenbesetzung nicht ganz an die Maßstäbe reichen konnte, die man von Lüttich gewohnt ist.
Regisseur Claire Servais tut gut daran, sich eng an das meisterhafte und dramaturgisch perfekt gestrickte Libretto zu halten. Das kommt der dramatischen Stringenz, der psychologischen Komplexität und auch dem atmosphärischen Gehalt zugute, der durch die römischen Schauplätze ein spezifisches Kolorit erhält, auf das die meisten Regisseure heute keinen Wert mehr legen. In Lüttich kann man dagegen die Tosca noch von der Engelsburg springen und nicht auf einer Müllhalde oder einem Schrottplatz verenden sehen. Auch wenn die Ausleuchtung der Engelsfigur in der Premiere nicht optimal gelingt. Für das Te Deum wird nicht an katholischem Prunk gespart. Dennoch wirkt vor allem die Ausstattung alles andere als angestaubt, wie so manches Mal in Lüttich.
Denn auch Bühnenbildner Carlo Centolavigna vertraut dem Libretto und zaubert mit wenigen, aber aussagekräftigen Versatzstücken die pittoresken Schauplätze der Handlung zwischen der Kirche St. Andrea, dem Palazzo Farnese und der Engelsburg her. Es sind schlanke Bühnenbauten, die nicht erdrückend wirken und den Sängern viel Raum lassen, der auch ausgiebig genutzt wird. An packender Energie mangelt es der Inszenierung nicht. Es geht oft recht rau zu.
| Musik | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Gesang | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Regie | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Bühne | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Publikum | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Chat-Faktor | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
Dazu sorgt Gianluigi Gelmetti am Pult des Lütticher Opernorchesters für zusätzliche dramatische Schlagkraft, der mit viel Instinkt und Können die emotionalen Erdbeben des Stücks kontrolliert zum Klingen bringt. Nicht minder so charismatische Solisten wie Virginia Tola in der Titelpartie und vor allem der bösartig schillernde Marco Vratogna als Scarpia. Großartige Darsteller, allesamt rollenerfahren und rollendeckend, auch wenn Tola in den Höhen stark forciert und Vratognas Bariton recht unruhig flackert. Stimmliche Einwände, die durch den darstellerischen Einsatz weitgehend aufgefangen werden, zumal noch sieben Aufführungen in zwei Besetzungen bis zum 2. Dezember auf dem Programm stehen. Szenisch blass und stimmlich solide gestaltet Aquiles Machado den Cavaradossi. Die Nebenrollen und der Chor runden die insgesamt spannende Produktion ab.
Das Publikum zeigte sich überaus angetan von der im besten Sinne konservativen Produktion, die die Tosca in enger Anlehnung an das Libretto so präsentiert, wie es kein deutsches Opernhaus heute wagen würde.
Pedro Obiera