O-Ton im Abonnement ist mehr!

Ein O-Ton Abo ist unsere Einladung an Sie, uns auf unseren Abenteuer- und Entdeckungsreisen durch die reiche Kulturlandschaft Deutschlands zu begleiten und stets aufs Neue zu entdecken.

Als ich den Artikel gelesen habe,
war es, als wäre ich dabei gewesen.

Mit unseren Originalberichten und exklusivem Bildmaterial von Aufführungen in Theater, Musiktheater, Konzert, Ballett und Tanz in all ihren Schattierungen, informieren wir Sie ideologiefrei und kritisch, aber fair. Mit Hintergrundberichten, Hörbeiträgen, Kommentaren, aktuellen Nachrichten und vielem mehr arbeiten wir Tag für Tag daran, bei unseren Besuchern die Lust darauf zu wecken, sich auf diesen kulturellen Reichtum einzulassen.

O-Ton 

3-Monats-Abo

  • +3 Tage gratis testen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 16,-
 €

für jeweils 3 Monate

Unsere Top-Empfehlung!

O-Ton 

Jahres-Abo

  • +7 Tage gratis testen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 48,-

pro Jahr

O-Ton 

6-Wochen-Abo

  • sofort loslesen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 9,-

für jeweils 6 Wochen

O-Ton 

Jahres-Mitgliedschaft

  • keine automatische Verlängerung
  • keine Werbeanzeigen
  • Zugang verfällt nach Ablauf
nur 48,-

für ein Jahr

Über Poesie zum Rausch

HEAVEN IN PITY
(Diverse Komponisten)

Besuch am
4. Dezember 2018
(Premiere)

 

The Navigators

Eine leere, schwarze Bühne. An der Hinterwand ein goldener Gong. Langsam schiebt sich ein Nebel­teppich vor. Elektro­nisch anstei­gendes, lautes und schrilles Grummeln, das wie Wellen über die Zuschauer schwappt.  Aus dem Off – Stimmen, die über den Rausch­zu­stand sinnieren: Muss man denn berauscht sein, um das Leben zu erfahren? Kann man nüchtern berauscht sein? Nein, ich nehme keine Drogen, weil ich die Neben­wir­kungen nicht erleben will. Doch ich will alles überspitzt erleben. Die Aussagen gehen der Reihe um und geben persön­liche Einblicke in die Gründe, sich in einen Rausch­zu­stand zu begeben.

Dann taumeln drei Darsteller nachein­ander auf die Bühne. Sind sie nüchtern oder berauscht? Was gibt es für unter­schied­liche Rauschzustände?

Nick Romeo Reimann verfällt in eine Rage-ähnliche Epilepsie, spricht in einer Nonsense-Sprache, die von Emotionen nur so strotzt, tanzt wild, zerreisst sich, fällt theatra­lisch bewusstlos auf die Bühne. Nach der zweiten Wieder­holung der Sequenz wirkt es aller­dings langweilig.

Pauline Werner ist eher der Kontroll­freak, bei dem obsessiv jede Tasse auf dem Tablett in der richtigen Richtung stehen muss, wo jedes Detail durch­dacht ist; das wird mit klassi­schen Ballett­posen aufge­lo­ckert. Ihre Texte werden bedacht klar und poetisch vorgetragen.

Julia Windisch­bauer tanzt sich wild die Seele aus dem Leib, steigert sich in eine Ekstase, während sie Texte dekla­miert und ihr langes rotes Haar als Requisit einsetzt.

POINTS OF HONOR

Musik



Gesang



Regie



Bühne



Publikum



Chat-Faktor



So wild die physische Ebene vorge­führt wird, so sanft geht es auf der musika­li­schen Ebene zu.  Ted Schmitz trägt melan­cho­lische Songs vor und begleitet sich selbst auf der Gitarre, Tobias Weber auf der E‑Gitarre und Percus­sionist Philipp Kullen spielt mit eher sanften, monochro­ma­ti­schen und minima­lis­ti­schen Tönen, die gut tun, ganz im Kontrast zu den überdrehten Beiträgen der drei Darstellern des dritten Jahrgangs der Otto-Falckenberg-Schule München, die auf der Bühne agieren.

Es werden Texte von Hugo Ball, Charles Baude­laire, Hugo von Hofmansthal, Aldous Huxley, Edna St. Vincent Millay, Novalis, Shake­speare, Benjamin von Stuckrad-Barre, Georg Trakl und Konstantin Wecker zum Thema vorgetragen.

Unter dem Motto „Wie viel Rausch braucht die Gesell­schaft? Und welche Droge passt zu meinem Heute?” hat Nicola Hümpel, die künst­le­rische Leiterin der Naviga­toren, mit diesem experi­men­tellen, knapp über eine Stunde langen Programm szenische und musika­lische Impro­vi­sa­tionen entwi­ckelt, die versuchen, Antworten auf diese Fragen zu geben. Von Antworten aber tatsächlich kein Schimmer, eher Schre­ckens­vi­sionen, was für Zustände sich Menschen selber antun können und dann durch­leben müssen, ganz zu schweigen davon, „clean“ zu werden. Als Abschre­ckungs­bei­spiel ideal.

Anhal­tender Applaus für die große Leistung der drei noch studie­renden Darsteller, die sich in diese Exzesse begeben haben.

Zenaida des Aubris

Teilen Sie O-Ton mit anderen: