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GALA DER AFROLATIN DANCE DAYS
(Tanzhaus-Akademie)
Besuch am
29. Dezember 2018
(Einmalige Aufführung)
Dorothee Schackow, Leiterin der Akademie im Tanzhaus NRW, hat Grund, stolz zu sein. Seit 30 Jahren gibt es die AfroLatin Dance Days einschließlich ihrer Abschlussgala. Jeweils vom 27. bis zum 30. Dezember finden im Tanzhaus NRW zahllose Workshops mit international renommierten Künstlern der lateinamerikanischen und afrikanischen Szene statt. Zum Abschluss zeigen die Künstler und Lehrer in der Gala ihr Können. Im Publikum des nahezu vollbesetzten großen Saals sind es besonders die Workshop-Teilnehmer, die der Veranstaltung einen ganz besonderen Reiz verleihen. Mit großem Enthusiasmus feiern sie die Künstler, die sie zwei Tage lang als Lehrer erleben durften. Aber ehe die Party steigt, lässt es sich Schackow nicht nehmen, an die Anfänge zu erinnern.
| Musik | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Tanz | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Regie | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Bühne | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Publikum | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Chat-Faktor | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
„Eigentlich aus chronischer Unterfinanzierung geboren, luden wir Künstler ein, die ihre Tänze und Musik an eine hochinteressierte Teilnehmerschaft unterrichteten, und abends – weil sie eh schon da waren – auf unserer damals kleinen, fast improvisierten Bühne ihre Kunst zeigten“, erzählt die Akademie-Lehrerin von den Anfangstagen, damals hieß das Tanzhaus NRW noch Werkstatt. Und die Workshop-Themen waren so bunt wie Afrika und Lateinamerika zusammen. „Anfang der 1990-er Jahre weitete sich das Programm aus. Wir luden immer mehr zeitgenössische Kompanien und Künstler ein“, zeichnet Schackow den Weg nach, den das Tanzhaus bis heute geht. Und freut sich abschließend über die Gratulation, die ihr die Künstler stellvertretend auf der Bühne übermitteln.

Wer 30 Jahre lang ein Angebot erfolgreich aufrechterhält, darf sich möglicherweise auf Traditionen verlassen. Wird sich auch Carlinhos Batá gesagt haben, der als Regisseur im Wesentlichen eine Neuauflage des vergangenen Jahres präsentiert (O‑Ton berichtete). Die Bühne erinnert an das Murmeltier, das täglich grüßt. Aber entscheidend ist ja nicht der Rahmen, sondern das, was im Rahmen passiert.
Und hier gibt es jede Menge Abwechslung. Sehr hübsch der Auftakt. Alle Beteiligten versammeln sich um die Trommel-Gruppe auf der Bühne, und jedes Mal, wenn das Licht angeht, geraten sie in Bewegung. Nach solcher Einleitung treten die Künstler einzeln auf und zeigen die ganze Vielfalt des afrikanischen und südamerikanischen Tanzes. Da ist für jeden etwas dabei. Von der Samba und Capoeira über den Tango bis zu folkloristischen Tänzen Afrikas – gerne auch mal in Kostümen. Hier ist kein Vorwissen gefragt, weder bei den Tänzen noch bei den Texten, die vorgetragen werden. Letztere sollen nicht verstanden werden, sondern wirken. Wenn man so will, ist es die Poesie einer anderen Welt.
Der Abendzettel bietet neben den Kurzbiografien und der Reihenfolge des Auftritts der Künstler kaum Information. Das gibt viel Raum für Improvisation. Und Improvisation bedeutet in diesem Fall Lebensfreude und Spaß an der Aufführung. Von großartiger Rap-Einlage bis zu akrobatischen Darbietungen reicht das Spektrum.
Die Musik wird teils eingespielt, über weitere Strecken gibt es Percussions-Klänge. 90 Minuten lang wird das Publikum mit Lebenslust verwöhnt, die es auch in der Selbstbeteiligung durch rhythmisches Klatschen immer wieder verspüren soll. Da hilft auch die elegante Überleitung vom Saal ins Foyer. Hier fordert Family Seck zum Tanz auf. Und die eigentliche Party kann beginnen. Es wird vermutlich spät in dieser Nacht. Macht ja nix. Die nächsten 30 Jahre haben soeben begonnen.
Michael S. Zerban