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Foto © Thomas Kost

Im Vorfeld des Fastelovends

OYAYAYE
(Jacques Offenbach)

Besuch am
6. Januar 2019
(Einmalige Aufführung)

 

Kölner Offenbach-Jahr, Philhar­monie Köln

Yes, we CanCan!“ Mit dem Neujahrs­konzert des Gürzenich-Orchesters wird das Kölner Offenbach-Jahr in der voll besetzten Kölner Philhar­monie in Anwesenheit des Minis­ter­prä­si­denten des Landes Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet, offiziell eröffnet. Das ganze Jahr hindurch wird der 200. Geburtstag des gebür­tigen Kölners Jacques Offenbach mit mehr als 125 Veran­stal­tungen gewürdigt. Keine in der Domstadt relevante Gruppierung enthält sich der Ehrung. Weder die städti­schen und freien Kultur­in­sti­tu­tionen noch die Karne­va­listen oder die Domherren und erst recht nicht etliche engagierte jüdische und franzö­sische Verei­ni­gungen bleiben außen vor. Denn nicht nur der Musiker Offenbach soll in einem neuen, umfas­senden Licht betrachtet werden, sondern auch dessen Position als deutscher Jude im Frank­reich des 19. Jahrhunderts.

So tiefschürfend geht es im Eröff­nungs­konzert noch nicht zu. Oberbür­ger­meis­terin Henriette Reker und der Minis­ter­prä­sident greifen diese Themen zwar in ihren Ansprachen auf: Auf der Bühne geht es jedoch vor allem um rheini­schen „Spass an d’r Freud“ im Vorfeld des Fastel­ovends. Trotz der deutschen Erstauf­führung eines lange Zeit verschol­lenen und aus wenigen Resten mühsam rekon­stru­ierten Einakters bleibt man noch liebge­won­nenen, aber fragwür­digen Tradi­tionen der Offenbach-Rezeption treu. So mit Carl Binders roman­tisch aufge­don­nerter Ouvertüre zu Orpheus in der Unterwelt, die mit dem spitzen Esprit Offen­bachs wenig zu tun hat. Und auch der überdrehte Einakter Oyayaye oder Die Königin der Inseln, eine Menschen­fres­serei in einem Akt, verleiten Regis­seurin Sabine Hartmannshenn und die vorzüg­lichen Solisten Matthias Kling und Hagen Matzeit nur zu einem kalau­er­reichen Umgang mit der 40-minütigen Travestie. Aus der skurrilen Handlung hätte sich mehr holen lassen: Ein Kontra­bassist schläft vor seinem Solo ein, wird aus dem Orchester gewiesen und landet voller Verzweiflung auf der Insel einer liebes­tollen Kanni­balin, die den eher lenden­lahmen Musiker zwar nicht im Bett verna­schen kann, dafür aber noch inten­siver im Kochtopf. Zudem erweist sie sich als exzel­lente Kennerin der großen Oper, wenn sie einen Wäsche­zettel mit allen Künsten des italie­ni­schen Belcantos zum Besten gibt. Offenbach von seiner schrillen Seite, in Köln noch platt serviert. Trotz des dynami­schen Einsatzes von Maestro Alexandre Bloch am Pult des Gürzenich-Orchesters.

POINTS OF HONOR

Musik



Gesang



Regie



Bühne



Publikum



Chat-Faktor



Immerhin demons­triert der Cellist Pablo Ferrández mit Ausschnitten aus der Grande scène espagnole, welch brillanter Cellist Offenbach gewesen sein muss. Und mit der Ouvertüre zu Offen­bachs roman­ti­scher Oper Die Rhein­nixen erinnert man an den Ursprung der berühmten Barcarole.

Die organi­sa­to­ri­schen Fäden für das Fest-Jahr hält die vor zwei Jahren extra für diesen Anlass gegründete Kölner Offenbach-Gesell­schaft in Händen. Und die möchte darauf hinwirken, dass „Offenbach mehr ist als CanCan und Barcarole“. Auch wenn der Offen­bach­platz an der Oper und dem 4711-Haus zentral gelegen ist, wissen längst nicht alle Kölner mit dem Namen Offenbach etwas Konkretes anzufangen. Es gilt also, die Bedeutung des Meisters möglichst diffe­ren­ziert ins Bewusstsein zu rufen und die Größe und Vielfalt seiner künst­le­ri­schen Leistungen angemessen zu präsen­tieren. Dabei sollen folgende Aspekte besonders deutlich berück­sichtigt werden: Offenbach als europäi­scher Künstler – Offen­bachs jüdische Wurzeln – der Einfluss seiner Kölner Herkunft – das Verhältnis Kölns zu Offenbach – Offenbach versus Richard Wagner sowie die „emanzi­pierte Frau“ in seinen Bühnenstücken.

Die Offenbach-Gesell­schaft koope­riert mit Pariser Partnern, auch wenn der Geburtstag in Paris nicht ganz so hoch gehängt wird wie in Köln. Schließlich ist Offenbach dort ohnehin präsenter als in Deutschland, und Paris hat nicht nur einen, sondern eine ganze Palette berühmter Kompo­nisten im Geburts­re­gister verzeichnet.

Foto © Thomas Kost

Der Aufbau in der Philhar­monie wird dem Anspruch noch nicht zufrie­den­stellend gerecht. Dafür präsen­tiert die Kölner Oper gleich vier Produk­tionen. Darunter als Höhepunkt die Opéra bouffe La Grande-Duchesse de Gérol­stein ab dem 9. Juni mit dem Chefdi­ri­genten François-Xavier Roth am Pult und Jennifer Larmore in der Titel­rolle. Außerdem bereitet die Oper die deutsche Erstauf­führung des Einakters Barkouf für den Oktober dieses Jahres vor, in dem sich ein Hund inmitten staats­män­ni­scher Nieten als bester Regie­rungschef empfiehlt. Die erste Aufführung dieser Kopro­duktion wurde bereits im Dezember vergan­genen Jahres in Straßburg gezeigt, ist also praktisch ein alter Hut, wenn sie nach Köln kommt.

Der Westdeutsche Rundfunk gestaltet das Geburts­tags­konzert am 20. Juni in seinem Sendesaal als eine Burleske, die der Schau­spieler Dominique Horwitz konzi­piert hat. Außerdem hat der Sender angekündigt, viele Veran­stal­tungen live zu übertragen und will zehn Podiums­ver­an­stal­tungen zum Thema veranstalten.

Finan­ziert wird das riesige Spektakel haupt­sächlich aus Sponso­ren­geldern. NRW-Schul­mi­nis­terin Yvonne Gebauer stellte bereits den Schulen des Landes einen „digitalen Offenbach-Koffer“ in Aussicht, mit dem sich Schüler und Schüle­rinnen der Sekun­dar­stufen I und II mit Offenbach beschäf­tigen und an einem Wettbewerb teilnehmen können.

Der wissen­schaft­liche Berater der Offenbach-Gesell­schaft, Ralf-Olivier Schwarz, ist besonders stolz auf einen Abend im Rahmen der Jüdischen Kultur­woche, an dem aus dem lange verschol­lenen und erst kürzlich in Philadelphia aufge­fun­denen „Famili­en­album“ der Familie Offenbach musiziert wird. Dabei handelt es um ein von Vater Isaac angelegtes Verzeichnis von Musik­stücken, die im Famili­en­kreis musiziert wurden und einen Blick in die Wohnzimmer des 19. Jahrhun­derts erlauben.

Pedro Obiera

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