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Foto © Gert Weigelt

Aus dem amerikanischen Tanzmuseum

B.40
(Mark Morris, Trisha Brown, Merce Cunningham, Paul Taylor)

Besuch am
10. Juni 2019
(Premiere)

 

Ballett der Deutschen Oper am Rhein, Opernhaus Düsseldorf

Im letzten Ballett-Programm der Saison, b.40, hält sich Martin Schläpfer, der schei­dende Direktor des Balletts am Rhein, zurück und überlässt das Feld vier ameri­ka­ni­schen, teilweise schon verstor­benen Choreo­grafen mit Arbeiten aus den Jahren 1958 bis 1995, die ihr Alter nicht verleugnen können. Damit überzieht den Abend ein musealer Schimmer, der so gar nicht zu den innova­tiven Ambitionen Schläpfers passen will. Schläpfer streut zwar immer wieder ältere Klassiker, etwa von Balan­chine, in seine Programme ein. Meistens aller­dings mit Arbeiten, die eine gewisse zeitlose Ästhetik ausstrahlen, wovon man diesmal nur träumen kann.

Inklusive zweier Pausen hält der Blick in die trans­at­lan­tische Vergan­genheit nur ganze zwei Stunden an. In Stimmung kommen will das Publikum freilich erst am Ende zu Paul Taylors Offenbach Ouver­tures, einer verspielten und gut gelaunten Verbeugung vor dem Meister der Opéra bouffe, dessen 200. Geburtstag seine Geburts­stadt Köln derzeit ausgiebig feiert. In roten, luftigen Kostümen bindet Taylor einen sympa­thi­schen Strauß aus Walzer‑, Polka- und Roman­zen­se­ligkeit, der mehr Esprit ausstrahlt als die derzeit im Kölner Staatenhaus gezeigte Groß-Produktion der Grand-Duchesse de Gérol­stein. Tiefgrün­diger und scharf­zün­giger geht es bei Taylor zwar auch nicht zu, aber immerhin kommt angesichts der von Lebens­freude getra­genen Arbeit keine Lange­weile auf, was das Premieren-Publikum im Düssel­dorfer Opernhaus mit begeis­tertem Beifall quittiert.

Von Begeis­terung kann bei den ersten drei Stücken kaum die Rede sein. Mark Morris Pacific aus dem Jahre 1995 zu Klaviertrio-Sätzen von Lou Harrison gibt neun Tänze­rinnen und Tänzern in weitge­schwun­genen, exotisch anmutenden Sarong-artigen Röcken Gelegenheit, 20 Minuten lang über die Bühne zu schweben, wobei sie über das konven­tio­nelle Bewegungs­re­servoir der Entste­hungszeit nicht hinaus­gehen müssen.

POINTS OF HONOR

Musik



Tanz



Choreo­grafie



Bühne



Publikum



Chat-Faktor



Einen vollends etüden­haften Eindruck hinter­lässt Trisha Brown mit ihrer ohne jede akustische Füllung auskom­mende Bewegungs­studie Locus Trio, in der drei weißge­wandete Tänzer eine Art Aufwärm­training betreiben. Bewun­dernswert die Konzen­tration, mit der die drei Solisten Feline van Dijken, Marjo­laine Laurendeau und Sonny Locsin die detail­reichen Abläufe ausführen.

Selbst Night Wandering, der Beitrag der Tanz-Ikone Merce Cunningham aus dem Jahre 1958, kann kaum mehr als histo­ri­sches Interesse wecken. Ein Pas de deux, vorzüglich von Wun Sze Chan und Bruno Narnhammer ausge­führt, in Fellkos­tümen wie aus einem fiktiven Inka-Reich gekleidet, meist in schlep­pendem Tempo wie ein strenges Ritual ablaufend, von kontras­tierend bewegten seriellen Klavier­klängen aus der Feder von Bo Nilsson ergänzt: Eine zähe Arbeit, an der sich einer­seits die damalige Moder­nität des Beitrags erahnen lässt, zugleich aber auch die Distanz zum heutigen Stand der aktuellen Ballett-Szene.

Mehr als freund­lichen Höflich­keits­ap­plaus können die drei Museums­stücke dem Publikum nicht entlocken. Die Rettung naht mit den harmlosen Offenbach Ouver­tures, die die Düssel­dorfer Sympho­niker unter Leitung von Patrick Francis Chestnut ebenso kompetent zum Klingen bringen wie zuvor die Pianistin Alina Bercu die unbequemen Stücke von Bo Nilsson.

Pedro Obiera

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