O-Ton
Abo
Kultur entdecken
O-Ton
Abo
Kultur entdecken
O-Ton
Abo
Kultur entdecken
Ein O-Ton Abo ist unsere Einladung an Sie, uns auf unseren Abenteuer- und Entdeckungsreisen durch die reiche Kulturlandschaft Deutschlands zu begleiten und stets aufs Neue zu entdecken.
Als ich den Artikel gelesen habe,
war es, als wäre ich dabei gewesen.
Mit unseren Originalberichten und exklusivem Bildmaterial von Aufführungen in Theater, Musiktheater, Konzert, Ballett und Tanz in all ihren Schattierungen, informieren wir Sie ideologiefrei und kritisch, aber fair. Mit Hintergrundberichten, Hörbeiträgen, Kommentaren, aktuellen Nachrichten und vielem mehr arbeiten wir Tag für Tag daran, bei unseren Besuchern die Lust darauf zu wecken, sich auf diesen kulturellen Reichtum einzulassen.
O-Ton
3-Monats-Abo
für jeweils 3 Monate
O-Ton
Jahres-Abo
pro Jahr
O-Ton
6-Wochen-Abo
für jeweils 6 Wochen
O-Ton
Jahres-Mitgliedschaft
für ein Jahr
O-Ton
Abo
Kultur entdecken
Kulturmagazin mit Charakter
O-Ton
Abo
Kultur entdecken
THE BAND
(Tim Firth)
Besuch am
13. Juli 2019
(Premiere am 12. April 2019)
In den 1990-er Jahren eroberten die Jungs der englischen Popgruppe Take That die Charts und lösten bei unzähligen, vorwiegend weiblichen Fans hysterische Emotionen und Reaktionen aus. Zum Bruch kam es 1996 nach dem Ausstieg von Robbie Williams, der als Solist durchstartete. Doch aus dem Gedächtnis waren Songs wie Back for Good oder Patience nie. Was also lag näher, als aus den Hits ein Musical zu zimmern, so wie es ABBA mit Mamma Mia erfolgreich vorgemacht hatte. Und so geschah es: Mit kräftigem Zutun der Gründungsmitglieder wurde The Band produziert, den Text verfasste der renommierte Drehbuchautor und Dramatiker Tim Firth.
| Musik | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Gesang | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Regie | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Bühne | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Publikum | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Chat-Faktor | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
Das Stück erzählt die Geschichte von fünf Schulfreundinnen. Zu Beginn sind sie 16 Jahre alt und schwärmen wie ganz normale Teenager für eine nicht näher bezeichnete Boygroup. Die beherrscht ihren Alltag und ist in der Fantasie – und auf der Bühne – ständig anwesend, auf sie projizieren die Mädchen ihre Wünsche und Sehnsüchte. Nach einem gemeinsamen Konzertbesuch kommt eine von ihnen bei einem Unfall ums Leben. Die Wege der verbliebenen vier trennen sich. Erst 25 Jahre später treffen sie sich anlässlich einer Revival-Veranstaltung der Gruppe wieder. Dabei stellen sie fest, wie wenig ihre Lebensentwürfe der jetzigen Realität entsprechen und dass sich manche Hoffnung nicht erfüllt hat. Dafür entdecken sie ihre Freundschaft neu.
The Band feierte 2017 in Manchester Uraufführung, an die sich eine überaus erfolgreiche, anderthalbjährige Tournee durch Großbritannien mit Abschluss in London anschloss. Diese Produktion hat Stage Entertainment nach Berlin ins Theater des Westens übernommen, und sie wird danach noch in München zu sehen sein. Den Weg nach Deutschland hat sie unbeschadet überstanden, wenn man einmal davon absieht, dass die übersetzten Dialoge mehr Witz und Tempo und weniger platte Sprüche vertragen könnten.

Die Inszenierung von Kim Gavin und Jack Ryder ist professionell arrangiert, das Bühnenbild von Jon Bausor sorgt mittels Videoprojektionen naht- und geräuschlos für den schnellen Wechsel der teils überraschenden Schauplätze. Typenmäßig treffsicher besetzt sind die Darstellerinnen: Maria Arnold, Jara Buczynski, Franziska Trunte, Kristin Heil und besonders Ruth Lauer als Debbie bringen die individuellen Persönlichkeiten der pubertierenden Mädchenclique genauso auf den Punkt, wie ihre musicalversierten erwachsenen Pendants Yvonne Köstler, Heike Kloss, Silke Geertz und Laura Leyh.
Die sechsköpfige Band verbreitet unter der Leitung von Dominik Franke das rechte Maß an poppig-rockigem Sound. Prince Damien, Helge Mark Lodder, Eric Hallengren, Alex Charles und Sonny Grieveson gelingt es, Erinnerungen an das tänzerische und gesangliche Geschick der Boygroup-Originale zu wecken, ohne dass es wie ein peinlicher Aufguss wirkt.
In der Samstagabendvorstellung ist das Theater nur schütter besetzt. Schade, denn ein Take-That-Musical, das so sympathisch das Thema Erwachsenwerden und Freundschaft aufgreift und dabei nostalgische Gefühle aufkommen lässt, hätte mehr Zuspruch verdient.
Karin Coper