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Foto © Philipp Plum

Powerfrau

CASTING CLARA
(Tobias Schwencke)

Besuch am
15. August 2019
(Urauf­führung)

 

Neuköllner Oper, Berlin

Viele von uns erinnern sich noch an den blauen 100-DM-Schein mit dem Bildnis von Clara Schumann. Schon immer eine Ikone, begeistert sie jetzt eine ganz neue Generation als Wunderkind, Powerfrau, Multi-Taskerin, Mutter, Kompo­nistin, Unter­neh­merin, Pianistin und Ehefrau eines Genies.  Mit anderen Worten – eine höchst moderne Frau.  Das Musik­thea­ter­stück Casting Clara versucht, dieser Ikone näher zu kommen.

Ein Blüten­kranz für Clara Schumann ist der Unter­titel des Werkes von Cordula Däuper und Johannes Müller. Tobias Schwencke trägt die musika­li­schen Arran­ge­ments bei. Anlass für diese Hommage ist der 200. Geburtstag, der in diesem Jahr vielfach gefeiert wird.  Das Kreativteam hat eine Riege von sieben Darstel­le­rinnen ausge­sucht, die alle eine Facette von Clara Schumanns Persön­lichkeit inter­pre­tieren sollen.  Zwar ist nicht strikt definiert, welche der Damen genau welche Rolle inter­pre­tiert, aber die Rechnung geht auf: Es ist am Anfang ein schöner Anblick, wenn sich die sieben, alle in identi­schen weißen Bieder­meier-Roben und dazuge­hö­rigem, blumigem Kopfputz von Kristina Bell auf einer dunklen Blumen­wiese von Sylvia Rieger innehalten.

Foto © Philipp Plum

Die Blumen­wiese ist der Hinter­grund, auf dem sich dann Clara Schumanns Leben entfaltet – die Texte stammen aus Rezen­sionen ihrer Auftritte und aus Zitaten ihrer Tagebücher: Feststel­lungen des Vaters, der sie – ähnlich wie bei vielen anderen Talenten – dauernd drang­sa­lierte zu üben, üben, üben;  die ersten Erfolge der Vermarktung des Wunder­kindes auf den Bühnen Deutsch­lands; der inter­na­tionale Erfolg; die aufkei­mende Liebe zu Robert Schumann; der gericht­liche Prozess um Geneh­migung für die Heirat; das quasi Berufs­verbot von Robert – sie solle nicht mehr kompo­nieren und nicht mehr als Pianistin auftreten; die sieben Kinder; die Krankheit von Schumann, die es dann doch notwendig macht, dass Clara ihre Karriere als Pianistin wieder aufnimmt – und sehr viel zur Verbreitung und zum Erfolg seiner Musik beiträgt; die Freund­schaft mit Johannes Brahms; den Tod von Schumann und ein Rückblick durch die Kinder auf die Rolle ihrer Mutter in ihrem Leben.

Es sind 90 unter­haltsame Minuten, gespickt mit Zitaten, meist gesprochen, einige gesungen, von der homogenen Gruppe der sieben Claras: Karla Sengteller, Fernanda Farah, Nadja Petri, Olivia Stahn, Cathrin Romeis, Pauline Jacob und Marina Senckel, die dann auch noch einen schnellen Wechsel als Claras Kinder absol­vieren. Einzig der artifi­ziell gewollte Bezug zur Gegenwart in Form von Handy-Anrufen an die Darstel­le­rinnen stört die Harmonie des Ablaufes. Die Botschaft, dass Clara eine hochmo­derne Frau und ihre Probleme auch noch aktuell sind, kommt sowieso an.

Schwencke lenkt das sieben­teilige Ensemble, bestehend aus Klavier, Hammond-Orgel, Oboe, Viola, Akkordeon und Schlagwerk. Geboten wird eine Melange an Melodien von Robert und Clara Schumann, dazu minima­lis­tische Akkorde und Akzente, die zu den jewei­ligen Texten der Geschichte passen.

Sehr warmer Applaus für die Solis­tinnen und das Produktionsteam.

Zenaida des Aubris

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