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Viele von uns erinnern sich noch an den blauen 100-DM-Schein mit dem Bildnis von Clara Schumann. Schon immer eine Ikone, begeistert sie jetzt eine ganz neue Generation als Wunderkind, Powerfrau, Multi-Taskerin, Mutter, Komponistin, Unternehmerin, Pianistin und Ehefrau eines Genies. Mit anderen Worten – eine höchst moderne Frau. Das Musiktheaterstück Casting Clara versucht, dieser Ikone näher zu kommen.
Ein Blütenkranz für Clara Schumann ist der Untertitel des Werkes von Cordula Däuper und Johannes Müller. Tobias Schwencke trägt die musikalischen Arrangements bei. Anlass für diese Hommage ist der 200. Geburtstag, der in diesem Jahr vielfach gefeiert wird. Das Kreativteam hat eine Riege von sieben Darstellerinnen ausgesucht, die alle eine Facette von Clara Schumanns Persönlichkeit interpretieren sollen. Zwar ist nicht strikt definiert, welche der Damen genau welche Rolle interpretiert, aber die Rechnung geht auf: Es ist am Anfang ein schöner Anblick, wenn sich die sieben, alle in identischen weißen Biedermeier-Roben und dazugehörigem, blumigem Kopfputz von Kristina Bell auf einer dunklen Blumenwiese von Sylvia Rieger innehalten.

Die Blumenwiese ist der Hintergrund, auf dem sich dann Clara Schumanns Leben entfaltet – die Texte stammen aus Rezensionen ihrer Auftritte und aus Zitaten ihrer Tagebücher: Feststellungen des Vaters, der sie – ähnlich wie bei vielen anderen Talenten – dauernd drangsalierte zu üben, üben, üben; die ersten Erfolge der Vermarktung des Wunderkindes auf den Bühnen Deutschlands; der internationale Erfolg; die aufkeimende Liebe zu Robert Schumann; der gerichtliche Prozess um Genehmigung für die Heirat; das quasi Berufsverbot von Robert – sie solle nicht mehr komponieren und nicht mehr als Pianistin auftreten; die sieben Kinder; die Krankheit von Schumann, die es dann doch notwendig macht, dass Clara ihre Karriere als Pianistin wieder aufnimmt – und sehr viel zur Verbreitung und zum Erfolg seiner Musik beiträgt; die Freundschaft mit Johannes Brahms; den Tod von Schumann und ein Rückblick durch die Kinder auf die Rolle ihrer Mutter in ihrem Leben.
Es sind 90 unterhaltsame Minuten, gespickt mit Zitaten, meist gesprochen, einige gesungen, von der homogenen Gruppe der sieben Claras: Karla Sengteller, Fernanda Farah, Nadja Petri, Olivia Stahn, Cathrin Romeis, Pauline Jacob und Marina Senckel, die dann auch noch einen schnellen Wechsel als Claras Kinder absolvieren. Einzig der artifiziell gewollte Bezug zur Gegenwart in Form von Handy-Anrufen an die Darstellerinnen stört die Harmonie des Ablaufes. Die Botschaft, dass Clara eine hochmoderne Frau und ihre Probleme auch noch aktuell sind, kommt sowieso an.
Schwencke lenkt das siebenteilige Ensemble, bestehend aus Klavier, Hammond-Orgel, Oboe, Viola, Akkordeon und Schlagwerk. Geboten wird eine Melange an Melodien von Robert und Clara Schumann, dazu minimalistische Akkorde und Akzente, die zu den jeweiligen Texten der Geschichte passen.
Sehr warmer Applaus für die Solistinnen und das Produktionsteam.
Zenaida des Aubris