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Ein Tänzchen mit der Laterne

MY FAIR LADY
(Frederick Loewe)

Besuch am
25. Oktober 2019
(Premiere)

 

Landes­theater Detmold

Zum 100-jährigen Geburtstag hat sich das Landes­theater Detmold einen Spielplan gefüllt mit großen Lecke­reien des Musik­theaters geschenkt. Nach dem Auftakt mit Aida steht mit dem Musical My fair Lady ein Stück auf dem Programm, das natürlich auch für die anderen Bühnen inter­essant ist, die auf dem Reise­pro­gramm des Landes­theaters stehen. Gleich vorweg sei gesagt, dass das bei der Premiere das Gesamt­ergebnis noch nicht hundert­pro­zentig überzeugend ist, aber – und das ist das wichtigste – die Aufführung vom Publikum begeistert aufge­nommen wird.

POINTS OF HONOR

Musik



Gesang



Regie



Bühne



Publikum



Chat-Faktor



Für eine gute Gesamt­wirkung ist es wichtig, dass man ein gutes räumliches Bühnenbild hat, das einer­seits eine gewisse Opulenz ausstrahlt und gleich­zeitig auch praktisch in der Umsetzung der schnellen Verwandlung ist. Dazu muss es für das Landes­theater auch gut im Transport funktio­nieren. Das Regieteam hat sich dazu entschieden, eher ein bisschen minima­lis­ti­scher an die Sache heran­zu­gehen. Die Kulisse von Markus Meyer ist trotzdem raumgreifend, nicht prächtig, aber doch ansehnlich. Und sie ist mit einem Zwischen­vorhang und einem bühnen­hohen Kulis­senteil, das gewendet werden und auch von innen bespielt werden kann, sehr praktisch und schnell. Bei Bedarf wird der Bühnen­hin­ter­grund noch mit einem glanz­vollen Bild ausge­füllt, so dass man einen genauen Ort wie einen Garten vortäuscht.

Ein bisschen hat man das Gefühl, dass Regisseur Christian Poewe die Handlung um den Phone­tiker Professor Higgings, der die Straßen­ver­käu­ferin Eliza Doolittle zu einer Lady ausbilden möchte, nicht ganz so ernst nehmen möchte. Damit sind nicht die schwung­vollen Choreo­grafien von Kirsteen Mair gemeint, bei denen sogar Müllbeutel gekonnt zum Einsatz kommen. Aber Poewe überzieht die komischen Momente bisweilen etwas, dass es aussieht wie eine Persi­flage und auch die sehr schön klassi­schen Kostüme von Maren Steinebel driften manchmal doch etwas ins Überzeichnete ab.

Foto © Birgit Hupfeld

Auch musika­lisch bleiben die letzten Wünsche noch offen. Andreas Jören zum Beispiel fällt es noch ein bisschen schwer, den sympa­thi­schen Kotzbrocken Higgins nicht nur zu spielen – das macht er gut – sondern auch ins Detail glaubhaft zu verkörpern, zumal sein Bariton in der großen Oper besser anspricht als im Musical. Ähnlich Caterina Maier ist eine Eliza Doolittle aus dem Bilderbuch, ein bisschen sogar an Audrey Hepburn erinnernd. Und mit dem Berliner Akzent wirft sie wunderbar um sich. Nur ihre Stimme, die sehr angenehm klingt, reicht nicht aus, um über das Orchester zu kommen. Das fällt umso mehr auf, wenn neben ihr Jürgen Stroh­schein und Steven Armin Novak ihr Feuerwerk als Harry und Jamie abfeuern. Eigentlich Neben­rollen, aber sie sind vokal und physisch so fit, dass sie es sogar fast schaffen, Rudi Reschke als Alfred P. Doolittle den Schneid abzukaufen. Aber eben nur fast, denn dieser Sänger ist auch eine Rampensau in seiner eigenen Liga. Die kleinen Neben­rollen sind aus dem harmo­nisch gut abgestimmten Chor heraus sehr stark besetzt.

Weiterhin gefallen Brigitte Bauma als Mrs. Pierce und Hannes Fischer als Oberst Pickering. Kerstin Klinder ist eine sympa­thische Mrs. Higgins. Das schönste Bild der Insze­nierung gehört Nando Zickgraf als Freddy Eynsford-Hill. Die Welt des jungen Mannes wird durch Eliza so auf dem Kopf gestellt, dass er ein Tänzchen mit der Laterne wagt, die aus dem Bühnen­himmel zu ihm herunter ragt.

Was in der Inter­pre­tation von Mathias Mönius noch fehlt, ist die genaue Abstimmung. Da hört man noch viele ungenaue Einsätze, bei denen Orchester und Bühne noch nicht zusammen finden. Ansonsten tragen er und das Sympho­nische Orchester zum guten Unter­hal­tungswert des Abends bei. Das sieht auch das Publikum so, dass auf der einen Seite mit viel Zwischen­ap­plaus eine gute Rückmeldung gibt, auf der anderen Seite aber auch immer etwas zu erzählen hat. Der Abend endet in positiver Begeisterung.

Rebecca Hoffmann

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