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Foto © Wilfried Hösl

Verheißungsvolle Stimmen

RIGOLETTO
(Giuseppe Verdi)

Besuch am
7. November 2019
(Premiere am 15. Dezember 2012)

 

Natio­nal­theater München

Nicht über Rigoletto, sondern über den Insze­nie­rungen dieses Werkes von Giuseppe Verdi an der Bayeri­schen Staatsoper lastet ein Fluch. Flogen bei der Insze­nierung von Doris Doerrie Bananen, weil sie den Hofstaat des Duca zu Affen machte, so fehlt der aktuellen Insze­nierung von Arpad Schilling jegliche Origi­na­lität und Perso­nen­regie. Einfarbig moderne Sommer­anzüge sind die Kostüme der männlichen Darsteller von Marton Agh, die Damen in Jeans und Pullovern. Die Bühne umfasst nur ein große Holztribüne auf der ruhig sitzend Chor und Statisten das Spektakel um absolute Macht, Verführung und Rache verfolgen. So wird es ein Abend der Sänger und deren jungen Stimmen.

Foto © Wilfried Hösl

Benjamin Bernheim debütiert in München als Duca da Montova. Nach seinen Erfolgen in Zürich, Wien oder Paris hat er sich zu einem der gefrag­testen lyrischen Tenöre entwi­ckelt. Großge­wachsen mit eher nördlichem Erschei­nungsbild überzeugt er im Aussehen und Auftritt als junger Drauf­gänger, der nichts anbrennen lässt. Stimmlich erfüllt er alle Erwar­tungen. Von Beginn strotzt er nur so mit seiner Stimm­kraft. Sein Tenor ist samten weich unterlegt. Lässig zieht er seine ausge­dehnten Melodie­bögen, koket­tiert mit seiner Höhe, in die er schier endlos empor­steigt, ohne an Ausdrucks‑, Spann­kraft und Sicherheit zu verlieren. Entspannt, ohne Angst vor Spitzen kann der Musik­freund lauschen. Ebenbürtig stellt sich Erin Morley als junge unerfahrene Gilda, der wohlge­hü­teten Tochter Rigolettos gegenüber. In Jeans und Pullover ist sie ein moderner Teenie. Ausnehmend leicht gelingen ihr die schwie­rigen Triller, die immer wieder in ihre Arien hinein­ge­flochten sind. Manch hoher Ton sitzt unsicher, aber sie zeigt, dass sie ausrei­chend Stimm­umfang bis in die Spitzentöne hat und flexibel in der Stimme für gesetzte Nuancen ist.

Den Titel­helden mit der anspruchs­vollen Aufgabe liebe­voller Vater und beißend süffi­santer Heraus­for­derung, auch böswil­liger Hofnarr zu sein, obliegt Ludovic, der hier schon in verschie­denen Rollen überzeugte. Ohne Buckel im hellen Sommer­anzug oder zum Schlussbild im Frack ist die Rolle von der Regie verfremdet, umso mehr liegt es an dem Sänger, ein Rollenbild zu zeichnen. Die Lyrik, die Liebe und die flehende Wehmut und Sorge um die Tochter liegen dem lyrischen mächtig mit Timbre unter­legten Bariton mehr als die drama­ti­schen Auftritte vor dem Hofstaat oder gegenüber Monterone. Legati, weiche Crescendi und Piani versteht er, mit Gefühl zu gestalten und einen Schuss Tristesse in die Färbung zu legen. Auch ohne Intimität auf der großen leeren Bühne kann er berühren.

Paolo Carignani macht es den Sängern mit Volumen und Tempo im Orches­ter­graben nicht leicht. Blech und Schlagzeug spielen mächtig im ersten Bild auf, im Laufe des Abends zieht er sich zurück, setzt aber weiter auf Dramatik und Steigerung und folgt nicht den Sängern, die auf Gefühl und Ritar­dando in ihrer Lautma­lerei setzen. Aber es fügt sich zusammen, und das Publikum ist am Ende begeistert und bejubelt seine neuen Lieblinge.

Helmut Pitsch

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