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Foto © Daniel Sadrowski

Eintauchen in neue Erfahrungswelten

DIVE
(Verschiedene Künstler)

Besuch am
20. November 2019
(Preview)

 

Bochumer Schau­spielhaus – Plane­tarium Bochum

Es sind ehrgeizige Worte, mit denen das Bochumer Schau­spielhaus und das Plane­tarium ihre erste Zusam­men­arbeit ankün­digen. Die Besucher des viertä­gigen Dive-Festivals für immersive Künste, das vom 21. bis zum 24. November statt­findet, erwartet danach ein bunter Strauß „digitaler Immersion, virtu­eller Klang­räume und Theater Environ­ments, die in den Körpern nachhallen“. Das beinhaltet eine Vielzahl an immersiven Instal­la­tionen, Surround-Konzerten und 360º-Perfor­mances, „die dazu einladen, in ganz neue Erfah­rungs­welten einzutauchen.“

Noch so schöne Formu­lie­rungen können den Reiz, aber auch die Grenzen der Immersion nicht erfassen. Wobei der Begriff selbst schon nicht einfach zu fassen ist. „Immersive Künste“ sehen die Veran­stalter als „Möglichkeit, in das jeweilige Kunstwerk eintauchen zu können“. Was immer das heißen mag.

Auf einer Preview-Presse­reise konnte man sich an drei Spiel­orten Bochums – dem Schau­spielhaus, der Zeche 1 und dem Plane­tarium – ein plasti­scheres Bild machen. Das inter­es­san­teste Neuland eröffnet natürlich das Plane­tarium, dessen riesige Kuppel eine faszi­nie­rende Projek­ti­ons­fläche bietet. Chikashi Miyama entfesselt auf dem weitge­spannten Halbrund des Plane­ta­riums eine geradezu berau­schende Kaskade von Sternen, Girlanden und geome­tri­schen Elementen aller Art, die im Turbo-Tempo zu einer maschi­ne­n­ähn­lichen Geräusch­ku­lisse durch den virtu­ellen Raum düst.

Foto © Daniel Sadrowski

Tempo angesagt ist auch in Lost des deutschen Nestors der Szene, Ulf Langheinrich. Die strobo­skop­ar­tigen Effekte seiner 20-minütigen Arbeit trommeln so intensiv auf den Betrachter ein, dass eindringlich auf mögliche gesund­heit­liche Gefähr­dungen hinge­wiesen wurde. Eine zweite Arbeit von Langheinrich, Waveform X, ist im Keller des Schau­spiel­hauses angesiedelt. Maximal acht Personen finden Einlass in eine Kammer, auf deren Hinter­grund lediglich verschiedene Farbflächen in raschem Wechsel gezeigt werden. Ein einfa­cheres, dafür „ungefähr­li­cheres“, aber nach recht kurzer Dauer schon leicht eintönig wirkendes Werk.

Mehr erleben kann der Zuschauer in der still­ge­legten Zeche 1 zu dem Environment Sense­factory eines sieben­köp­figen Künstler-Teams. Environ­ments wollen möglichst viele Künste und Sinnes­welten und dazu den Besucher aktiv einbe­ziehen. In den bewusst durch luftge­füllte Stoff­wände verengten Gängen und Räumen der Zeche entsteht in der Tat ein beein­dru­ckendes Kompo­situm aus Raum, Farbe, Bewegung, Klang, aber auch Gerüchen und Taster­fah­rungen auf kusche­ligen Ruhekissen. Inter­na­tionale Spezia­listen entwi­ckelten damit eine gewaltige begehbare Skulptur, struk­tu­riert als engma­schiges Labyrinth mit vielen Überra­schungen. Ausgehend von einer Art Foyer, in dem auf einer Leinwand geome­trische Bauhaus-Elemente über die Leinwand fegen, verknüpft mit einer den im Genre üblichen Maschi­nen­ge­räusche und in diesem Fall auch mit Gerüchen, muss sich der Besucher dann durch einen weiß betuchten Kanal zwängen, um in den folgenden kleinen Kammern zu rasten und es sich auf Kuschel­kissen bequem machen zu können.

Für das Ruhrgebiet ist das viertägige Festival der erste Versuch, die Erfah­rungen der „Immersion“-Szene durch die Zusam­men­führung inter­na­tional anerkannter Spezia­listen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Wobei die Einbe­ziehung des Plane­ta­riums für geradezu spekta­kulär neue und virtuose Eindrücke sorgt.

Pedro Obiera

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