O-Ton im Abonnement ist mehr!

Ein O-Ton Abo ist unsere Einladung an Sie, uns auf unseren Abenteuer- und Entdeckungsreisen durch die reiche Kulturlandschaft Deutschlands zu begleiten und stets aufs Neue zu entdecken.

Als ich den Artikel gelesen habe,
war es, als wäre ich dabei gewesen.

Mit unseren Originalberichten und exklusivem Bildmaterial von Aufführungen in Theater, Musiktheater, Konzert, Ballett und Tanz in all ihren Schattierungen, informieren wir Sie ideologiefrei und kritisch, aber fair. Mit Hintergrundberichten, Hörbeiträgen, Kommentaren, aktuellen Nachrichten und vielem mehr arbeiten wir Tag für Tag daran, bei unseren Besuchern die Lust darauf zu wecken, sich auf diesen kulturellen Reichtum einzulassen.

O-Ton 

3-Monats-Abo

  • +3 Tage gratis testen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 16,-
 €

für jeweils 3 Monate

Unsere Top-Empfehlung!

O-Ton 

Jahres-Abo

  • +7 Tage gratis testen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 48,-

pro Jahr

O-Ton 

6-Wochen-Abo

  • sofort loslesen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 9,-

für jeweils 6 Wochen

O-Ton 

Jahres-Mitgliedschaft

  • keine automatische Verlängerung
  • keine Werbeanzeigen
  • Zugang verfällt nach Ablauf
nur 48,-

für ein Jahr

Bildschirmfoto

Virtuose Klänge aus dem Hinterhof

DUELLO AMOROSO
(Diverse Komponisten)

Gesehen am
23. April 2020
(Livestream)

 

Hinter­hofsalon, Köln

Eine Woche ist es her, dass Christina und Gerhard von Richt­hofen in Anja Reuthers Hinter­hofsalon in Köln das erste Mal mit ihrem Kultur­kanal 20–20.live unter dem Motto „2 for you“ online gingen. Die Idee so einfach wie überzeugend: Es wird ein Musiker-Duo aus Köln oder Umgebung einge­laden, das auch im „richtigen Leben“ zusam­men­wohnt, um etwa eine Stunde lang live zu spielen. Und wenn es gut läuft, spenden die Zuschauer, die das Ereignis im Internet erleben können, den Künstlern sogar ein Honorar.

Bildschirmfoto

Die Woche haben die Veran­stalter gut genutzt. Das „Studio“ ist neu und sinnvoller, aber auch wertiger gestaltet, technisch hat sich einiges getan und vor allem gibt es jetzt auch einen Live-Chat, also eine Kommen­tar­spalte, in der sich Zuschauer in Echtzeit äußern können. So scheint also zu Beginn des Abends alles gut gerüstet, und Christina von Richt­hofen kann mit einer kurzen und knappen, aber herzlichen Eröffnung das Duo dieses Abends begrüßen. Mit dem Ensemble Harmonie Univer­selle haben die Veran­stalter erneut Spitzen­mu­siker einge­laden. Die beiden Geiger Mónica Waisman und Florian Deuter präsen­tieren ihr Programm Duello amoroso, also etwa Liebes­streit. Es kann also ein grandioser Abend der Alten Musik werden.

Und der Einstand gelingt. Die Akustik klingt drama­tisch besser als noch in der letzten Woche. Vom „Wohnzim­mer­klang“ ist kaum mehr etwas zu hören, statt­dessen ungetrübter Genuss der Instru­mente. Auch diesmal gibt es wieder Zwischen­ge­spräche, die Christina von Richt­hofen gewohnt souverän führt. Die drei Sätze aus Les Jolis Airs von Jacques Aubert beleben den Live-Chat schon deutlich. Lebhaft wird hier in Zeichen­sprache gegrüßt und applau­diert. Das unter­streicht die Dynamik des Abends. Bis 21 Uhr, also etwa eine halbe Stunde nach Beginn. Dann ist der größte anzuneh­mende Unfall, also der GAU, da. Die Live-Übertragung reißt ab. Nach gefühlten Minuten geht es weiter, aller­dings nicht auf der eigenen Website, sondern bei YouTube. Das kostet die Hälfte der Besucher. Einmal mehr rächt sich, was in Deutschland seit vielen Jahren bemängelt wird: In Sachen Übertra­gungs­leistung sind die Deutschen im Internet Hinter­wäldler. Hoffentlich wird sich wenigstens das nach der Corona-Krise verbessern. Denn nachdem die Übertragung nur noch auf YouTube zu verfolgen ist, stürzt die Verbindung nach etwa 20 Minuten erneut ab. Mit einem Neustart der Seite ist das Problem behoben, aber darauf muss man kommen. Und so wandern erneut Besucher ab. Das ist außer­or­dentlich ärgerlich, denn die gebotenen Leistungen sind ein Genuss. Das fein aufein­ander abgestimmte Zusam­men­spiel von Waisman und Deuter beflügelt das abwechs­lungs­reiche, flotte Programm noch einmal. Ob Georg Philip Telemanns Gulliver Suite, Bachs erfreulich kurzen Canon in hypodiason aus der Kunst der Fuge oder Jean-Pierre Guignons Folies d’Espagne: Im histo­risch infor­mierten Klangbild kann man sich suhlen. Und was sich in Jean-Marie Leclairs Sonate V in g‑moll andeutet, vollendet sich an Dynamik und Finesse in Guignons Les Sauvages, das sicher den Höhepunkt des Abends, aber eben auch schon das letzte Stück darstellt.

Während die Künstler sich entspannt zurück­lehnen und im Live-Chat auch nach Ende der Übertragung noch gefeiert werden, wartet auf Gerhard von Richt­hofen, der an diesem Abend eine erheblich verbes­serte Bildregie zeigt, bezüglich der Technik noch eine Menge Arbeit, auch was die Bildqua­lität betrifft. Und das Funk-Mikrofon lässt sich sicher auch noch gegen eines mit besserer Tonqua­lität austau­schen. Denn am Donnerstag kommender Woche wartet wieder ein ausge­sprochen vielver­spre­chendes Programm auf die Zuschauer. Unter dem Titel Facetten der Liebe werden dann Schau­spie­lerin Anna Maria Wasserberg und Multi­in­stru­men­talist Gero Wycik ein „litera­risch-musika­li­sches Kalei­doskop der Liebe“ aufführen. Zum Schluss freut sich Christina von Richt­hofen über den gelun­genen Abend und ruft die Künstler aus Köln und der Region auf, sich ebenfalls im neuen Format vorzu­stellen. Damit auch der Schlusssatz der Modera­torin Gültigkeit hat. „Und wir machen hier weiter bis Weihnachten, wenn es sein muss“, beendet Christina von Richt­hofen einen trotz techni­scher Schwie­rig­keiten gelun­genen Abend.

Michael S. Zerban

Teilen Sie O-Ton mit anderen: