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Foto © Sven Lorenz

„Beethoven Reloaded“

KLAVIER-FESTIVAL RUHR
(Inga Fiolia, Rhani Krija)

Besuch am
13. Juni 2020
(Einmalige Aufführung)

 

Haus Fuhr, Essen

Die Konzerte der jungen georgi­schen Pianistin Inga Fiolia gleichen klingenden Wunder­tüten mit besonders überra­schenden und hochwer­tigen Inhalten. Vor zwei Jahren verblüffte sie im Rahmen des Klavier-Festivals Ruhr mit Werken von Michail Glinka, dessen Klavier­musik selbst von russi­schen Pianisten kaum wahrge­nommen wird, im letzten Jahr erzielte sie inter­na­tional große Aufmerk­samkeit mit dem Schaffen ihres georgi­schen Lands­manns Sulkhan Tsint­sadze. An beide Kompo­nisten erinnerte sie auch bei ihrem jüngsten Auftritt im Essener Haus Fuhr mit einigen schlichten Miniaturen.

Im Mittel­punkt stand diesmal jedoch, auf den ersten Blick weniger überra­schend, das Sonatenwerk Ludwig van Beethovens. Aller­dings aus einer Perspektive, die einge­fleischte Puristen als Blasphemie missver­stehen könnten. Es sind nur einzelne Sätze besonders bekannter Sonaten, die Inga Fiolia hören lässt: Teile aus der Pathé­tique, der Waldstein­sonate, der Appas­sionata und der Sturm-Sonate. Und das nicht allein, sondern zusammen mit dem marok­ka­ni­schen Perkus­sio­nisten Rhani Krija. Durch markante Becken­schläge erhalten gleich die ersten wuchtigen Akkorde der Pathé­tique eine ungewohnte Schärfe und im anschlie­ßenden Allegro, wie auch im Kopfsatz der Waldstein­sonate, verstärkt sich durch repetie­rende Trommel­schläge der unruhige Pulsschlag. Immer wieder verleiht Krijas aufmerk­samer „Kommentar“ der Musik einen swingenden Anstrich, den die Pianistin mit hörbarer Spiel­freude aufgreift. Die Sturm-Sonate wirkt noch eine Spur bedroh­licher, der langsame Satz der „Appas­sionata“ wird klanglich regel­recht koloriert.

Beethoven Reloaded nennt die Pianistin ihren Umgang mit Beethovens Musik, wobei sie sich mit Recht auf die Experi­men­tier­freude Beethovens beruft, der quasi mit jeder seiner 32 Sonaten die Klavier­sonate ohne Rücksicht auf Vorbilder und Tradi­tionen neu geschaffen hat. Gewiss ein inter­es­santer Beitrag zum Beethoven-Jahr, wenn auch die pianis­ti­schen Entfal­tungs­mög­lich­keiten einge­schränkt werden. Im Zusam­men­spiel mit dem oft rhyth­misch betonten Schlagzeug-Part können feinste Anschlags­nu­ancen nicht zur Geltung kommen und die bei Beethoven durchweg heikle Phrasierung der melodi­schen Verläufe wird immer wieder in ein metrisch starres Korsett geschnürt. Pianis­tisch spielt Fiolia ohne Fehl und Tadel, aber ein Gewinn an Ausdrucks­in­ten­sität kommt dem Projekt nicht zugute.

rotz dieser Bedenken kann man Musiker nur ermuntern, sich so offen und niveauvoll neuen Formaten und Umgangs­formen mit dem klassi­schen Reper­toire zu widmen. Beethoven hält das aus. Entspre­chend begeistert fällt der Beifall aus.

Pedro Obiera

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