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Foto © O-Ton

Musik unterm Blätterdach

COMBO COMPLETT
(Diverse Komponisten)

Besuch am
16. August 2020
(Einmalige Aufführung)

 

Trompe­tenbaum und Geigen­feige, Museumshof auf dem Braem, Gescher

Münsterland – das sind nicht nur Äcker, Felder, herrliche Eichen­wälder und versteckte Seen, es sind auch die kaum zählbaren Burgen, Schlösser und Herren­häuser von der Burg Vischering in Lüding­hausen, der Kolvenburg in Billerbeck, dem imposanten Barock­schloss Nordkirchen oder dem versteckten, urigen Schloss Wester­winkel, der bekannten Burg Hülshoff bis zum von Johann Conrad Schlaun errich­teten Erbdros­tenhof im Zentrum von Münster. Viele von ihnen werden heute als Kultur­stätten für Ausstel­lungen, gut besuchte Konzerte, Klein­kunst­a­bende, für Lesungen, Kabarett und kleine Theater­stücke genutzt und zeigen eine bunte Vielfalt breit gestreuter Kultur auch in der Westfä­li­schen Pampa. So bieten die Kreise Borken, Coesfeld, Steinfurt und Warendorf gemeinsam mit den Städten Münster und Haltern seit nunmehr dreizehn Jahren eine sommerlich-luftige Konzert­reihe an, zu der sie in Gärten und Parks der Schlösser und Herren­häuser bitten. In dem einla­denden Ambiente der gepflegten Parks treten unter dem blumigen Titel Trompe­tenbaum und Geigen­feige meist kleinere Musik­for­ma­tionen oder Solisten auf, die von Country-Blues und Irish Folk über Ragtime, Rock und franzö­si­schen Chansons  bis hin zu Schubert­liedern in den sommer­lichen Gärten den Alltag vergessen lassen. Sandstein-gewordene Geschichte und klang­volle Musik – klassisch oder modern – reichen sich die Hand. Die Klein­stadt Gescher mit knapp 18 000 Einwohnern im Nordwesten von Nordrhein-Westfalen nahe der hollän­di­schen Grenze gelegen, verfügt mit ihrem Museumshof auf dem Braem über eine Lokalität, die wie geschaffen scheint für ein Konzert dieser Art.

Der Kiepenkerl empfängt die Gäste auf dem Museumshof – Foto © O‑Ton

Wenn die Besucher vom westfä­li­schen Kiepenkerl, dem wandernden Händler zwischen Stadt und Land, mit einer Plexi­glas­maske vor dem Gesicht begrüßt werden, wissen sie: Der Kreis Borken als Veran­stalter hat sich auf die Corona-Regeln einge­stellt und das Sonntags­konzert in der Reihe Trompe­tenbaum und Geigen­feige im Museumshof Gescher AHA-konform einge­richtet. Und so finden die gut 100 Besucher im Schatten eines mächtigen Walnuss­baumes vor den Gebäuden des Museums­hofes reichlich und luftig Platz, bei hohen Tempe­ra­turen und einem durch das Astwerk gefil­terten Sonnen­licht ein gemüt­licher Platz, um sich bei leichtem Wind und mitge­brachtem Kaffee und Kuchen den Sonntags­kaffee in netter Gesell­schaft schmecken zu lassen. Lange vor der Zeit veran­staltet Bandsän­gerin Karin Voges einen kleinen Sound­check – und schon sitzen alle auf ihren Plätzen und warten darauf, dass es los geht. Nach kurzer Begrüßung durch Bernd Rosemeier, der mit leichtem Gesang und Percussion die Band antreibt, starten Jochen Jörissen an Gitarre und Blues-Harp, Olaf Belitz am Bass, Reinhold Leusing mit Gitarre und Violine, Koen Edeling, ebenfalls singend, an Akkordeon und Key-Bord mit einem breiten Programm, das Voges mit dem Titel Schwarze Augen beginnt.

Der Titel Bey mir bist du scheen aus einem jiddi­schen Musical ist für viele Besucher ein „alter Bekannter“, den schon Ella Fitzgerald populär gemacht hat. Auch das Besame Mucho, mexika­ni­schen Ursprungs, entwi­ckelte sich zum Jazzstandard. Im Laufe des Programms tauchen Namen wie Paul Simon, Eric Clapton, Neill Young, Sarah Jarosz, Norah Jones, Pokey La Farge und Alison Krauss als Kompo­nisten auf. Ob Mrs. Robinson oder I love Paris, die Combo Complett serviert Ohrwürmer, die zu der leicht-luftigen Stimmung dieses Sonntag­nach­mittags hervor­ragend passen.

Nicht alle Titel, die Bernd Rosemeier als Confé­rencier für die zweite Hälfte ankündigt, sind gut zu verstehen – die Tonaus­steuerung lässt Wünsche offen. Die Band hält sich besonders bei den Gesangs­pas­sagen von Voges angenehm zurück und lässt der Sängerin viel Raum, obwohl mancher Zuhörer sich bei einigen Stücken etwas mehr Dynamik gewünscht hätte. In ihrem Schlusslied You´ve got a friend kann Voges noch einmal ihre besondere Stärke des emotio­nalen Ausdrucks zur Geltung bringen, bevor sich die Band mit zwei Zugaben verabschiedet.

Nach ausgie­bigem Beifall lassen sich die Besucher Zeit mit dem Heimweg, hier ein Schwätzchen mit Bekannten, dort ein kleiner Biergarten, der lockt, oder eine Eisdiele, die noch reizt. Ein vergnüg­licher Nachmittag mit einem Konzert, das zu luftigen Sonntags­träumen anregt.

Horst Dichanz

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