O-Ton im Abonnement ist mehr!

Ein O-Ton Abo ist unsere Einladung an Sie, uns auf unseren Abenteuer- und Entdeckungsreisen durch die reiche Kulturlandschaft Deutschlands zu begleiten und stets aufs Neue zu entdecken.

Als ich den Artikel gelesen habe,
war es, als wäre ich dabei gewesen.

Mit unseren Originalberichten und exklusivem Bildmaterial von Aufführungen in Theater, Musiktheater, Konzert, Ballett und Tanz in all ihren Schattierungen, informieren wir Sie ideologiefrei und kritisch, aber fair. Mit Hintergrundberichten, Hörbeiträgen, Kommentaren, aktuellen Nachrichten und vielem mehr arbeiten wir Tag für Tag daran, bei unseren Besuchern die Lust darauf zu wecken, sich auf diesen kulturellen Reichtum einzulassen.

O-Ton 

3-Monats-Abo

  • +3 Tage gratis testen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 16,-
 €

für jeweils 3 Monate

Unsere Top-Empfehlung!

O-Ton 

Jahres-Abo

  • +7 Tage gratis testen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 48,-

pro Jahr

O-Ton 

6-Wochen-Abo

  • sofort loslesen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 9,-

für jeweils 6 Wochen

O-Ton 

Jahres-Mitgliedschaft

  • keine automatische Verlängerung
  • keine Werbeanzeigen
  • Zugang verfällt nach Ablauf
nur 48,-

für ein Jahr

Bildschirmfoto

Oper für acht Bläser und einen Kontrabass

MOZART HARMONISCH!
(Wolfgang Amadeus Mozart)

Gesehen am
31. Januar 2021
(Premiere/​Livestream)

 

Deutsche Oper am Rhein, Opernhaus Düsseldorf

Mozarts Musik kann in den kultur­armen Zeiten des Dauer-Lockdowns noch heilsamer und balsa­mi­scher auf ausge­hun­gerte Seelen wirken als in normalen Zeiten. Auch in digitalen Formaten und in kleiner Besetzung. Die zahlreichen dankbaren Kommentare aus nahezu aller Welt zur jüngsten Präsen­tation der Deutschen Oper am Rhein mit ihrem knapp einstün­digen Programm Mozart harmo­nisch! sprechen für sich. Dankbarkeit vermischt sich aller­dings mit der Sehnsucht nach Kultur­dar­bie­tungen in voller Besetzung und gefüllten Zuschauerreihen.

Insofern hinter­lassen auch hochwertige Produk­tionen unter den aktuell gebotenen Bedin­gungen einen bitteren Beigeschmack. So attraktiv und geschmackvoll Mozarts Opern als Harmo­nie­mu­siken wirken mögen, so hörenswert das musika­lische Niveau der Darbie­tungen sein mag. Auf leerer Bühne vor leerem Parkett verstärkt sich die trostlose Situation der derzei­tigen Theater­szene eher noch. Aller­dings zeigen solche Produk­tionen auch, dass hinter den Kulissen weiter fleißig geübt und geprobt wird, so dass man den kurzen Einfüh­rungs­worten von Opern­di­rektor Marvin Wendt glauben darf, wenn er versi­chert, dass die Deutsche Oper am Rhein spiel­bereit sein wird, wenn sich die Theater wieder öffnen dürfen.

Bildschirmfoto

Mozart harmo­nisch! nennt sich das anspre­chende Programm mit Ausschnitten aus den drei da-Ponte-Opern und Mozarts vorletzter Oper, La Clemenza di Tito. Ein Titel, der auf die Besetzung mit Harmo­nie­in­stru­menten hinweist, also auf Holzblas­ensembles, wie sie zu Mozarts Zeiten sehr beliebt gewesen sind. Neun Mitglieder der Düssel­dorfer Sympho­niker präsen­tieren ein kurzwei­liges Programm mit Harmonie-Bearbei­tungen aus den Federn moderner Kompo­nisten und Arran­geure wie Andreas N. Tarkmann und dem langjäh­rigen ehema­ligen Klari­net­tisten des Orchesters Adolf Münten. Auf Arran­ge­ments der Mozart-Zeitge­nossen Johann N. Wendt und Josef Triebensee hat man verzichtet, die haupt­sächlich Quintett-Bearbei­tungen angefertigt haben. Eine Standard­for­mation, die Tarkmann und Münten bis auf Nonett-Stärke aufstockten. Wobei die Verstärkung vor allem der Klari­netten und Fagotte einen besonders samtenen und abgedun­kelten Klang erzielen. Dass Mozart die Klari­nette besonders liebte, ist bekannt und schlägt sich in Mozarts eigen­hän­digem Arran­gement des berühmten Duetts La ci darem la mano aus dem Don Giovanni nieder, das Mozart für drei Bassett­hörner setzte und in sein Diver­ti­mento KV 439b einfügte.

Ansonsten herrschen in den verwen­deten Bearbei­tungen Forma­tionen für sechs bis neun Bläser vor. Den Hauptteil nehmen Ausschnitte aus Mozarts vorletzter Oper La Clemenza di Tito ein. Angefangen von der Ouvertüre bis zu großen Arien und Terzetten, wobei Adolf Münten zwei Höhepunkte der Oper für Gesang und Bläser-Nonett arran­gierte, bei denen auch die hausei­genen Sänge­rinnen Luiza Fatyol und Valerie Eickhoff zum Zuge kommen. Und zwar mit der Arie des Sesto Parto, parto!, die die Mezzo­so­pra­nistin Valerie Eickhoff ebenso engagiert, ausdrucksvoll und wohltönend zum Klingen bringt wie die Sopra­nistin Luiza Fatyol das Rondo der Vitellia Non piu di fiori. Einfühlsam unter­stützt durch die Bläser der Düssel­dorfer Sympho­niker, von denen Wolfgang Esch die anspruchs­volle Klari­net­ten­partie in der Sesto-Arie auf der heikel zu spielenden Bassett­kla­ri­nette souverän begleitet. Auch die Flötistin Lilja Steininger glänzt durch anspruchs­volle Soli. Wichtiger aber noch ist das homogene Zusam­men­spiel des Ensembles, in dem sich die reichen Erfah­rungen aus der Orches­ter­praxis fruchtbar widerspiegeln.

Insgesamt ein Projekt, das ein sanftes, warm abgedun­keltes Licht in den Lockdown bringt und zugleich den Appetit auf Kultur im gewohnten Modus verstärkt.

Pedro Obiera

Teilen Sie O-Ton mit anderen: