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Foto © Sandra Then

Pasticcio in der Trauerhalle

MIRANDA
(Diverse Komponisten)

Besuch am
2. Oktober 2022
(Premiere)

 

Oper Köln, Staatenhaus Deutz

Nach dem spekta­ku­lären Saison­auftakt mit Berlioz‘ großer Oper Les Troyens geht es in der zweiten Premiere der Kölner Oper beschei­dener, aber nicht weniger beein­dru­ckend zu. Miranda heißt die andert­halb­stündige Produktion, die die Regis­seurin Katie Mitchell und der Barock-Spezialist Raphaël Pichon für die Pariser Opéra Comique kreiert haben und die jetzt im Staatenhaus ihre Deutsche Erstauf­führung erfährt.

Zu sehen ist weniger eine Oper als eine Art Pasticcio, eine im Barock beliebte revue-artige Mischung aus Schau­spiel, Singspiel, Pantomime und Ballett. Der Titel bezieht sich auf Miranda, die Tochter Prosperos aus Shake­speares Drama Der Sturm. Bei Shake­speare eher eine passive Figur, stellt sie das Pariser Team in den Mittel­punkt einer erdich­teten Handlung, in der Prospero, Mirandas Gatte Ferdinand und ihr Sohn Anthony zu einer Trauer­feier für die vermeintlich ertrunkene Frau einladen. Mit einem Braut­schleier maskiert, platzt die Totge­glaubte in die Toten­messe und insze­niert mit einer angeheu­erten Schau­spiel­truppe ihre traurige, von Exil, Verge­wal­tigung und Zwangs­hochzeit belastete Vergan­genheit, um vor allem Rache an ihrem Vater zu üben und jede Illusion von familiärer Idylle zu zerstören.

Foto © Sandra Then

Die Handlung, durchaus realis­tisch in einer mit allen zeremo­ni­ellen Ingre­di­enzen bestückten Trauer­halle ausge­führt, kleidet Raphaël Pichon haupt­sächlich mit Arien, Chören und Tanzsätzen aus Kompo­si­tionen des engli­schen Barock-Meisters Henry Purcell aus. Und das mit viel Geschick für die nötigen Stimmungen der Situa­tionen und Gefühle der Figuren. Das alles wirkt trotz der colla­gen­ar­tigen Anlage erstaunlich schlüssig. Gespielt wird eindringlich, aber ohne effekt­hei­schende Übertreibungen.

Und das musika­lische Niveau kann sich auch diesmal hören lassen. Georges Petrou führt das Ensemble und das Gürzenich-Orchester lebendig und farbig durch den Abend, entlockt dem Orchester ein schlankes, an histo­ri­schen Auffüh­rungs­prak­tiken orien­tiertes Klangbild inklusive aller damit verbun­dener Unwäg­bar­keiten, vor allem in Sachen der heiklen Intonation.

Vokal überzeugen vor allem Adriana Bastidas Gamboa in der Titel­rolle mit ihrem glutvollen, intensiv geführten Mezzo­sopran und Emily Hindrichs mit den ausdrucks­vollen Klage­ge­sängen Annas, der unglück­lichen Gattin Prosperos. Der ist mit dem stimmlich mittler­weile recht angerauten Bariton Alastair Miles rollen­de­ckend, wenn auch nicht sonderlich klang­schön besetzt. Die kleineren Partien einschließlich des stilsicher singenden Chors runden den ebenso kurzen wie kurzwei­ligen Abend ab.

Langan­hal­tender Beifall für ein durchweg geglücktes Experiment.

Pedro Obiera

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