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Baby lässt die Puppen tanzen

MÄDCHEN IN NOT
(Michael Essl)

Besuch am
16. Dezember 2022
(Urauf­führung)

 

Oper Dortmund

Ein mutiges Unter­fangen, Anne Leppers skurril überdrehte und mit dem Mülheimer Theater­preis ausge­zeichnete Tragi­ko­mödie Mädchen in Not als Oper zu präsen­tieren. Und das auch noch als Jugendoper für junge Menschen ab 16. Doch mangelnde Risiko­be­reit­schaft konnte man der Jungen Oper Dortmund noch nie vorwerfen. Und die Vertonung des geschickt einge­rich­teten Librettos von Paula Fünfeck durch den 31-jährigen Kompo­nisten Michael Essl erwies sich bei der heftig bejubelten Urauf­führung als Erfolg.

Als klein­be­setztes Vierper­so­nen­stück mit einem sieben­köp­figen Instru­men­tarium steigt man dafür in den „Keller“ des Dortmunder Opern­hauses, in das zum „Opern­treff“ umgestaltete ehemalige Theater-Café. Damit rückt das Geschehen den überwiegend jungen Besuchern zum Greifen nahe, was auch der Textver­ständ­lichkeit zugute­kommt. Zumal Essl ohnehin auf allzu exponierte Höhen­flüge verzichtet und sich eher an dem flotten Parlando-Stil des Textes orien­tiert. Inhaltlich trifft das Stück den Nerv aller Alters­gruppen: Baby hat die Nase von der Bevor­mundung durch Männer, Familie und Gesell­schaft voll und sucht ihr Heil in einer Puppe, die nichts sagt und nichts tut, außer ihren Wünschen zur Verfügung zu stehen. In Erinnerung an ihre gleich zwei ehema­ligen Liebhaber wünscht sie sich eine zweite Puppe und die abgelegten Galane schlüpfen in die Rollen der Puppen. Ihre frustrierte Freundin Dolly möchte von dem Glücks­spender-Duo profi­tieren, worauf es zu blutigen Konflikten kommt, unter anderem mit den „Puppen“, die das letztlich enttäuschte Baby zu zerflei­schen versucht.

Foto © Björn Hickmann

Ein wenig Dada und „absurdes Theater“ spuken durch die Handlung, aber auch mensch­liche Grund­pro­bleme auf der Suche nach persön­lichem Glück und Selbst­be­stimmung. Regisseur Sybrand van der Werf siedelt die Handlung in ein pinkfar­benes Szenario aus dem Barbie- und Influencer-Milieu an, beherrscht von einem überdi­men­sio­nalen Bett. Für die Ausstattung zeichnet Emine Güner verantwortlich.

Musika­lisch bedient sich Michael Essl für seine durch­gängig quirlige Vertonung vieler Parameter der zeitge­nös­si­schen Musik, durch­setzt mit Zitaten von Mozart bis Strawinsky, alles ohne abschre­ckende Extreme. Olivia Lee-Gundermann sorgt mit einem Septett der Dortmunder Philhar­mo­niker für eine entspre­chend vital klingende Folie. Mit engagierter Spiel­freude garan­tieren die vier auf hohem Niveau agierenden Gesangs­so­listen 75-minütige Kurzweil. Zu nennen sind hier Wendy Krikken als Baby, Natascha Valentin als Dolly sowie Daegyun Jeong und Marcelo de Sousa Felix als männliche Gespielen. Mitglieder der Bürgeroper skandieren hinter der Bühne die Einwürfe ominöser „Freunde des Verbrechens“.

Viel Beifall für ein Stück, das, mit entspre­chender Vorbe­reitung, Chancen hat, auch von der angespro­chenen jungen Zielgruppe ab 16 Jahren verstanden zu werden.

Pedro Obiera

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