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Foto © Andrea Kremper

Höchstes Können gepaart mit Lockerheit

GALA ZUR SAISONERÖFFNNG
(Diverse Komponisten)

Besuch am
7. Januar 2024
(Einmalige Aufführung)

 

Festspielhaus Baden-Baden

Wenn das Festspielhaus Baden-Baden zur Saison­er­öff­nungsgala einlädt, bleibt keiner der 2400 Plätze frei und das Publikum spiegelt sich in den glitzernden Pailletten und Acces­soires. Zur Begrüßung erscheint Intendant Benedikt Stampa auf der Bühne und erinnert auch an den kürzlich verstor­benen Wolfgang Schäuble, der bis zuletzt amtie­render Erster Vorsit­zender des Freun­des­kreises Festspielhaus Baden-Baden war.

Foto © Andrea Kremper

Dirigent Karel Mark Chichon, derzeit Chefdi­rigent und Künst­le­ri­scher Leiter des Orquesta Filar­mónica de Gran Canaria und immer wieder Gast an den größten Häusern, hat für das Münchner Rundfunk­or­chester und die beiden Solisten ein Programm aus dem Verismo erstellt, im zweiten Teil ergänzt durch einige Arien aus spani­schen Zarzuelas. Am Anfang steht die Ouvertüre aus Giuseppe Verdis Luisa Miller. Chichons Dirigat ist präzise, ohne Effekt­ha­scherei, fordernd, und das Orchester folgt ihm gerne. Er atmet und singt innerlich mit den Sängern, schafft exquisite Figuren und zaubert schwe­bende Stimmungen, bei einem fein abgestimmten, satten Klang. Bei den Zwischen­mu­siken zeigt das Orchester große Energie und Spaß und liefert den Sängern wunderbare Klangteppiche.

Elīna Garanča, fabel­hafte Mezzo­so­pra­nistin aus Riga, auf dem Zenit ihres Könnens stehend und mit ihrer absolut stupenden Technik begeis­ternd, eröffnet den Reigen. Sie ist nicht nur eine fantas­tische Sängerin, sondern auch eine Augen­weide in der großen, brokat­ge­schmückten Abendrobe. Sie beginnt mit der Arie der Titel­figur aus Farncesco Cileas Adriana Lecou­vreur und man hat den Eindruck, dass sie quasi den Raum erobert hat, dass es keine Grenzen mehr gibt, wo sich ihr Ton nicht entfalten könnte. Und wenn sie sich später dann als Carmen bei einem langen Ton langsam einmal um die Achse dreht, gewahrt man genau das: die Sängerin klingt in sich, frei von unnatür­lichem Vibrato, nur auf dem Atem geflutet, überall im Raum. Als Santuzza in Pietro Mascagnis Caval­leria Rusticana macht sie in ein paar Takten alles klar, die ganze verletzte Liebe, die Rache­ge­lüste. Die im letzten Sommer sehr knapp als Kundry in Bayreuth einge­sprungene und dann als Sensation gefeierte Mezzo­so­pra­nistin besitzt alles, was die Zuschauer glücklich macht: eine unglaublich schöne Stimme, gepaart mit Publi­kums­zu­ge­wandtheit und großer emotio­naler Inten­sität, die sich sofort überträgt. Dazu eine kluge Gestaltung und schier endlose Möglich­keiten, was Farben, Kraft und Energie angeht. Als Carmen, jetzt in roter Abendrobe, ist sie mühelos verrucht und hocherotisch.

Foto © Andrea Kremper

Jonathan Tetelman, Tenor aus Chile und in den USA aufge­wachsen, wird längst als neue Tenor­hoffnung gefeiert und hat mit seinem neuen Puccini-Album begeis­terte Kritiken gesammelt. In Baden-Baden war er zuletzt in der Insze­nierung von Robert Carsen ein gefei­erter Werther und wird vom Publikum freudig begrüßt. Mit nobler, heller und durch­schlags­fä­higer, auch metall­be­setzter Tenor­stimme singt er sich in die Herzen der Zuhörer. Und vom Äußeren her passt es auch, wie eine Dame in der Pause verrät: endlich wieder ein großer, schöner Tenor! Er ist in der Mitte der dreißiger Jahre, noch jung also, noch nicht ganz so erfahren wie seine Partnerin hier auf der Bühne. Dennoch behauptet er sich gut, weiß technisch genau, was er macht, und hat vor allem auch die strah­lende Höhe und Kraft, die es braucht, um die Partien durch­zu­stehen. In der Mittellage könnte er auf der Live-Bühne noch ein bisschen mehr Inten­sität entwi­ckeln, aber das wird wohl noch kommen, ebenso wie vielleicht eine noch größere Inten­sität, Farbigkeit und in den richtigen Momenten eine nachge­bende Weichheit. Aber es ist natürlich auch schwer, neben einer so großar­tigen Sängerin wie Garanča zu stehen, die mit ihrem Singen längst ganz innen bei sich angekommen ist und den Raum um sich herum mit flirrender Energie füllt.

Bei den Zarzuelas bilden die beiden ein schönes Paar, tanzen auch schon mal einen Walzer und erlauben sich kleine Scherze. Am Ende steht das Granada von Augustin Lara, dieses Mal aber nicht als sich-alles-beweisen-müssendes Tenor­stück, sondern als Duett, im augen­scheinlich guten Einver­ständnis genüsslich zelebriert, einschließlich der pavarot­ti­schen Triller­ko­mödie, aus der Garanča einen phäno­me­nalen Augen­blick macht: Das Publikum dankt es beiden mit stehenden Ovationen und entlockt dem Paar drei Zugaben, zuletzt O sole mio von Di Capua.

Jutta Schwegler

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