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Foto © Michele Crosera

Teufel und Hexen verführen Faust und Publikum

MEFISTOFELE
(Arrigo Boito)

Besuch am
17. April 2024
(Premiere am 12. April 2024)

 

Gran Teatro La Fenice, Venedig

Mehrere Anläufe und großflä­chige Überar­bei­tungen waren nötig, bis Arrigo Boitos einzige in den Spiel­plänen verbliebene Oper Mefistofele Erfolg hatte. Verblieben ist ein dreistün­diges Melodram in vier Akten mit Prolog und Epilog, das den Stoff von Johann Wolfgang von Goethes Schau­spiel Faust zum Inhalt hat, dessen antikle­rikale und politische Aussagen er abmilderte.

Moshe Leiser und Patrice Caurier führen Regie in der Neuin­sze­nierung für das Teatro la Fenice in Venedig. Modern und zeitgemäß ist das Setting – Kostüme von Agostino Cavalca. Die Bühne gestaltet Leiser mit wenig Aufbauten und nutzt glück­li­cher­weise in Maßen Videos von Etienne Guiol effektvoll, um eindrucks­volle Bilder zu schaffen. Im Prolog nimmt Mefisto, nachdem er dem Dirigenten die Partitur reicht, auf einem Fauteuil im grauen Jogging­anzug Platz. Sichtlich gelang­weilt entscheidet er sich, sich im Hinter­grund zu entkleiden und eine genüss­liche Dusche zu nehmen. Erfrischt sucht er nach Unter­haltung im Fernseh­pro­gramm, Nachrich­ten­sen­dungen kann der Zuschauer auf einem großen TV-Bildschirm über der Bühne mitver­folgen. Nach dem Pakt mit Gott, vom herrlich singenden Chor im Off, geschlossen, finden wir uns im Fußball­stadion wieder, wo üppig gefeiert wird.

Foto © Michele Crosera

Ein Bruch dazu ist das Oster­picknick von Faust und Wagner, mehr oder weniger auf dem Spielfeld zwischen stürmenden Fußball­mann­schaften. Zwei Stühle, Tisch und ein Fahrau­tomat in Form eines Schweines sind die Requi­siten für die Szene der Verführung Marga­rethes, die Hexen donnern hörbar im mystisch mächtig wirkenden Chor. Nur vier Wärter sitzen auf der Bühne und bewachen die am Boden kauernde Marga­rethe. Die Sabbat-Feier lässt nochmals viel Feuer auf der Bühne proji­ziert erscheinen, die Weltkugel schwebend über der drama­ti­schen Chorszene. Fausts hell ausge­leuch­tetes Studier­zimmer wird als Guckkasten von oben auf die Bühne herun­ter­ge­lassen. So wechselt das gut abgestimmte Bühnen­ge­schehen mit längeren Umbau­pausen wirkungsvoll und ästhe­tisch gut passend.

Die Sänger­riege kann ebenso unter der souve­ränen aufmerk­samen Führung von Nicola Luisotti am Pult überzeugen. Alex Esposito ist ebenso ein schleimig einschmei­chelnder, verquerter Mefisto wie ein furcht­erre­gender, dämoni­scher Satan. Omnipräsent tänzelt oder schleicht er gedrungen im roten oder grauen Jogging-Anzug umher, mal mit kleinen Hörnchen, dann ohne. Seine Stimme stimmt er gut auf die Rolle und Szene ab, kann gruselig fluchen und süßlich bitten. Piero Pretti überzeugt mit robustem Tenor, der auch sauber in den Höhen intoniert. Etwas Schmelz färbt die Stimme wohlig weich. Im Spiel hölzern mimt er gut den Gelehrten etwas weltfremd. Maria Agresta ist eine feine junge Margarita, schüchtern und gläubig, die, zum Tode verur­teilt, ihren Sopran als Märty­rerin in Reinheit und Verklärung strahlen lässt. Kamelia Kader ist eine kokette am Leben inter­es­sierte Marta wie auch eine stramme Pantalis, die divenhaft vor dem Publikum erscheint. Ihr Mezzo fließt leicht in allen Lagen und zeigt sich flexibel nuanciert.

Chor und Kinderchor des Teatro La Fenice tragen mit ihrer sehr präsenten Darstellung und gut von Alfonso Caiani einstu­dierten Leistung maßgeblich zum Erfolg der Aufführung bei.

Großer, begeis­terter Jubel im ausver­kauften Haus.

Helmut Pitsch

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