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Foto © O-Ton

Weltklasse in der Galerie

VON VIVALDI BIS ZU DEN ANDEN
(Diverse Komponisten)

Besuch am
2. Juni 2024
(Einmalige Aufführung)

 

Altes Küsterhaus, Meerbusch

Längst hat Isabelle von Rundstedt ihre Galerie im Alten Küsterhaus im Meerbu­scher Stadtteil zu einem Kultur­zentrum weiter­ent­wi­ckelt. Neben regel­mäßig statt­fin­denden Ausstel­lungen gibt es Veran­stal­tungen für Kinder, Lesungen, Vorträge und dank einer wunder­baren Akustik Konzerte. Noch bis Ende dieses Monats werden Skulp­turen und Bilder der gebür­tigen Düssel­dor­ferin Anja Schubert unter dem Titel Umschreibung einer Leere gezeigt. In diese Kunst atmende Umgebung lädt von Rundstedt zu einem Konzert am Sonntag­nach­mittag ein. Ein Gitarren-Duo mit Musik aus Ecuador. Da ist doch erst mal Skepsis erlaubt. Folklo­ris­ti­sches aus den Anden ist vielleicht eher etwas für die Fußgän­gerzone. Das sieht das Duo Almeida ähnlich. Ein Blick auf die Lebens­läufe der beiden Musiker sorgt denn auch dafür, dass auch der letzte verfügbare Stuhl im Küsterhaus am Sonntag­nach­mittag besetzt ist. Die Kinder werden auf dem ersten Absatz der Treppe, die in der Mitte des Raums ins Oberge­schoss führt, platziert, wo sie über die Köpfe der Erwach­senen hinweg einen schönen Blick auf die Gitar­risten haben.

Nicolás Linden de Almeida – Foto © O‑Ton

Julio Almeida ist in Ecuador geboren. In Münster studierte er Klassische Gitarre, schloss in Enschede, Gent und Essen mit dem Konzert­examen ab. Seither ist er auf den großen Bühnen dieser Welt – auch mit eigenen Kompo­si­tionen und Arran­ge­ments – aufge­treten. Zahlreiche Preise und Ehrungen säumen seinen Weg. Unter­dessen hat er elf Alben veröf­fent­licht. Seit 27 Jahren unter­richtet er unter anderem an der Städti­schen Musik­schule in Meerbusch. Letzteres scheint wohl der Haupt­grund für den Besucher­an­sturm in Büderich. Oder liegt es doch eher daran, dass er als Duo-Partner seinen 17-jährigen Sohn Nicolás Linden de Almeida mitge­bracht hat? Der begann im Alter von vier Jahren, das Gitar­ren­spiel bei seinem Vater zu lernen, ist schon in jungen Jahren vielfach preis­ge­krönt und darf schon heute auf Konzert­auf­tritte bis nach Valencia, Budapest und Minsk zurück­blicken. Vor drei Jahren nahm er mit seinem Vater sein erstes Album auf.aHHH

Die beiden treten in dunklen Anzügen mit weißen Turnschuhen auf und eröffnen das knapp zweistündige Konzert unter dem Titel Von Vivaldi bis zu den Anden mit Preludio und Corrente von Antonio Vivaldi. Ein wenig verhalten klingt es da noch. Aber Julio Almeida, der das Konzert angenehm, bisweilen humorvoll moderiert, verweist darauf, dass die Aufwärm­phase gleich abgeschlossen sei. Nach einem Fandango von Mario Gangi gibt es einen kurzen Abstecher nach Spanien. Die Danza Española # 2 mit orien­ta­li­schem Einschlag von Enrique Granados führt zu einem weiteren Stück von Gangi: Sevil­lanas. Mit der Habanera aus Carmen von Georges Bizet gibt es einen echten Ohrwurm, wenn auch in einem recht eigen­wil­ligen Arran­gement von Almeida. Den Durch­bruch schafft niemand Gerin­geres als Manuel de Falla, einer der bekann­testen spani­schen Kompo­nisten, mit der Premiere danse espagnole aus seiner berühmten Oper La vida breve, das kurze Leben. Das Duo spielt befreit auf, meistert elegant die virtuosen Passagen und verleitet das Publikum zu ersten Bravo-Rufen. Mit Pacoca des Brasi­lianers Celso Machado und dem venezo­la­ni­schen Walzer Pica Pica endet der erste Teil.

Julio Almeida – Foto © O‑Ton

Mit Musik aus Venezuela geht es nach der Pause weiter. Von Alfonso Montes stammen Canciòn und Bossanova, die für den nötigen Schwung sorgen, um auf den nächsten namhaften Kompo­nisten hinzu­leiten. Der kommt aus Argen­tinien und hat den Tango neu erfunden. Wohl kaum jemand kennt Oblivion von Astor Piazzolla nicht. Weniger bekannt, aber kaum minder eingängig ist der Tango Verano Porteño, den Julio Almeida als Solo spielt. Nach einem Tanz aus Paraguay von Agustin Barrios Mangoré

wird es richtig inter­essant. Denn Julio Almeida präsen­tiert mit seinem Sohn zwei Stücke aus seiner eigenen Kompo­sition Suite Tres Conti­nentes, El Chimborazo, Danzante und den Yumbo La avenida de los volcanes. Der Höhepunkt des Nachmittags wird eindeutig erreicht, als Nicolás die hochvir­tuose Samba Homenaje a Guayaquil – also eine Hommage an die Heimat­stadt seines Vaters, von dem die Kompo­sition auch stammt – in einem grandiosen Solo darbietet. Mit Po de Mico des Brasi­lianers João Pernambuco und dem Pasillo Danza ecuato­riana von Enrique E. Yépez im Arran­gement von Julio Almeida endet der offizielle Teil des Konzerts.

Eine Zugabe und minuten­langen rauschenden Beifall später finden sich die beiden Musiker im angeregten Gespräch mit den Besuchern wieder. Ein überaus gelun­gener und kurzwei­liger Nachmittag.

Michael S. Zerban

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