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Foto © Jan Versweyveld

Nichts weniger als Schönheit

I WANT ABSOLUTE BEAUTY
(Diverse Komponisten)

Besuch am
15. August 2024
(General­probe)

 

Ruhrtri­ennale, Jahrhun­dert­halle Bochum

Künstler leben ihre eigene Timeline. Das Alter – nicht mehr als eine Zahl, eine Zäsur in der Biografie. Das Renten­ein­tritts­alter, von vielen sozial­ver­si­che­rungs­pflichtig Beschäf­tigten ersehnt, ist jenen oft nur eine Durch­gangs­station in der künst­le­ri­schen Biografie. Ivo Van Hove, seit dieser Saison Intendant der Ruhrtri­ennale bis 2026, startet mit Kreati­vität und Neugier dagegen durch.

Und was macht er als Erstes? Er erinnert sich an die Arten der Inspi­ration, die seine mittleren Jahre bestimmt haben. In den letzten Monaten hat Van Hove, wie er erzählt, noch einmal die Alben von PJ Harvey, Jahrgang 1969, angehört. „In diesem Prozess hat sich eine Geschichte, ein Erzähl­faden, abgezeichnet“. Eine musika­lische und kultu­relle Erkun­dungs­reise, instinktiv und impulsiv geprägt, an deren Ende die Auswahl von vorläufig 28 Songs steht.

Foto © Jan Versweyveld

Der angestrebte Horizont nichts weniger als die Suche nach der absoluten Schönheit: I Want Absolute Beauty. Zitiert aus einem Interview von PJ Harvey. Heraus­ge­kommen ist eine Mischung aus Musik – Pop, Rock, Klassik gleich­be­rechtigt neben­ein­ander – Theater, Tanz und Video: „Ich suche noch nach der richtigen Bezeichnung“. Jeden­falls sind Geschichten zu erzählen, Storytelling mit einer weiten Perspektive. Darum geht es ihm program­ma­tisch ausdrücklich, ist ihm ein zentrales Anliegen seiner Intendanz: „Die Ruhrtri­ennale wird bunter, offener und bleibt doch die Ruhrtri­ennale mit ihrer beson­deren Mischung an Genres in den phäno­me­nalen Kulissen der Indus­trie­kultur“.

In Zusam­men­arbeit mit PJ Harvey, den Tänzern von (La) Horde und der außer­ge­wöhn­lichen Schau­spie­lerin und Sängerin Sandra Hüller ist eine rausch­hafte Perfor­mance zu erleben. Auf dem mit schwarz torfigem Sand bestreuten Boden in der Jahrhun­dert­halle Bochum entwi­ckeln die Akteure in der thema­ti­schen Abfolge – 1 Grow, 2 Love and Personal and Political Disap­point­ments, 3 Big Exit, 4 Back Home – eine faszi­nierend dynamisch beweg­liche, Schweiß treibende Inter­pre­tation mit Tanz, Akrobatik und Gesang. Auf einem sich über die gesamte Bühnen­breite spannenden LED-Screen doppeln sich die visuellen Wahrneh­mungen. Sie driften gleichsam in einen sugges­tiven Bilder-Sound-Kosmos. Imagi­nieren eine Vergan­genheit von Körpe­riden­ti­täten und Gefühlen, die nicht vergangen sind. Sie sind in dem Moment leben­diger denn je.

Sandra Hüller zeigt unglaub­liche Präsenz von Stimme und Körper. Dass die Frau eine Natur­gewalt mit extremem Charisma, kraftvoll und emotional ist, wie es Van Hove ausdrückt, davon wird man vom ersten Moment an gleichsam einge­fangen. Glaub­wür­diger kann man Harveys Song-Geschichten nicht in einer Einheit von Gesang, Spiel und Bewegung inter­pre­tieren, als sie es in der Jahrhun­dert­halle tut. Allein schon die Songs und die Musik von Neil Claes, Alban Sarens, Lisa Van der Aa und Anke Verslype reichen aus, um Geschichten zu erzählen.

Mit I Want Absolute Beauty startet die Ruhrtri­ennale 2024 künst­le­risch anspruchsvoll und spekta­kulär. In jedem Fall, so lässt sich vorab sagen, sicher einer der Höhepunkte im Eröff­nungsjahr der neuen Intendanz.

Peter E. Rytz

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