O-Ton im Abonnement ist mehr!

Ein O-Ton Abo ist unsere Einladung an Sie, uns auf unseren Abenteuer- und Entdeckungsreisen durch die reiche Kulturlandschaft Deutschlands zu begleiten und stets aufs Neue zu entdecken.

Als ich den Artikel gelesen habe,
war es, als wäre ich dabei gewesen.

Mit unseren Originalberichten und exklusivem Bildmaterial von Aufführungen in Theater, Musiktheater, Konzert, Ballett und Tanz in all ihren Schattierungen, informieren wir Sie ideologiefrei und kritisch, aber fair. Mit Hintergrundberichten, Hörbeiträgen, Kommentaren, aktuellen Nachrichten und vielem mehr arbeiten wir Tag für Tag daran, bei unseren Besuchern die Lust darauf zu wecken, sich auf diesen kulturellen Reichtum einzulassen.

O-Ton 

3-Monats-Abo

  • +3 Tage gratis testen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 16,-
 €

für jeweils 3 Monate

Unsere Top-Empfehlung!

O-Ton 

Jahres-Abo

  • +7 Tage gratis testen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 48,-

pro Jahr

O-Ton 

6-Wochen-Abo

  • sofort loslesen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 9,-

für jeweils 6 Wochen

O-Ton 

Jahres-Mitgliedschaft

  • keine automatische Verlängerung
  • keine Werbeanzeigen
  • Zugang verfällt nach Ablauf
nur 48,-

für ein Jahr

Alle Ensembles - Foto © Michael Zerban

Große chorische Weihnacht

FESTLICHE CHORGALA
(Diverse Komponisten)

Besuch am
22. Dezember 2024
(Einmalige Aufführung)

 

Wupper­taler Kurrende, Histo­rische Stadt­halle Wuppertal

Am 22. März feierte die Wupper­taler Kurrende ihren 100. Geburtstag Anlässlich dieses Ehrentags legte sie sich in diesem Jahr mit etlichen Konzerten in ihrer Heimat­stadt, im In- und Ausland bis zum Petersdom in Rom mächtig ins Zeug. Auch eine CD-Produktion hat sie sich nach vielen Jahren wieder geleistet. Nun mündet das Jubiläum in eine Chorgala, an der außerdem vier mit ihr befreundete Chöre und fünf Mitglieder des renom­mierten Blech­blä­ser­en­sembles Salaputia Brass teilnehmen und das Publikum im restlos ausver­kauften Großen Saal der Histo­ri­schen Stadt­halle in Wuppertal in ihren Bann ziehen. Eine große Palette an bekannten und weniger geläu­figen Weihnachts­liedern wird geboten, a cappella gesungen bezie­hungs­weise rein instru­mental vorgetragen.

Elber­felder Mädchen­kur­rende – Foto © Michael Zerban

Zum einen ist es die tradi­ti­ons­reiche Kantorei Barmen Gemarke die nach dem gemeinsam mit dem Publikum angestimmten Tochter Zion mit drei Liedern – Gustaf Nordq­vists Jul, jul, Es ist ein Ros entsprungen von Michael Praetorius und August Blanks Canzone di zampognari – den kurzwei­ligen Abend stimmungsvoll einläutet. Damit demons­triert sie, dass sie sich langsam von ihrem Desaster, als sie sich nicht einver­nehmlich von ihrem künst­le­ri­schen Leiter Wolfgang Kläsener trennte und viele ausge­zeichnete Sänger den Chor verließen, erholt. Dynamisch akkurat trägt sie unter Alexander Lükens Leitung die Stücke vor. An der Intonation ist wohl fleißig gearbeitet worden. Doch an der Homoge­nität könnte noch ein wenig gefeilt werden, merkbar etwa an den nicht immer absolut synchronen Einsätzen der Soprane. Auch die Anzahl der Choristen lässt noch Wünsche offen, steht doch mit etwas mehr als 30 Personen statt wie früher ein großer nur ein Kammerchor auf der Bühne.

Auch die Kantorei Dreiklang war bis zur Schließung ihrer Gemeinde ein evange­li­scher Kirchenchor und tritt weiterhin als einge­tra­gener Verein in Wuppertal auf. Auch sie hat drei Weisen – Andreas Hammer­schmidts Machet die Tore weit und Wort ward Fleisch sowie das Tradi­tionell O komm, o Komm, Du Morgen­stern – vorbe­reitet, die sie unter Eva Casparis Dirigat zwar mit deutlichen Tonun­ge­nau­ig­keiten, aber hochmo­ti­viert und sehr engagiert vorträgt.

Salaputia Brass Quintet – Foto © Michael Zerban

Amici del canto ist über die Stadt­grenzen hinaus wegen seiner hohen Gesangs­qua­li­täten ein anerkannter semipro­fes­sio­neller Kammerchor, der mit niveau­vollem Werk auf der Bühne erscheint: Max Regers A Carol Fantasy, Pawel Łujaszewskis O oriens und O nata lux von Morten Johannes. Wie aus einem Guss kommen die Sänger daher. Denn unter ihrem künst­le­ri­schen Leiter Dennis Hansel-Dinar brillieren sie mit fein abgestuften Gesängen, nuancierten Dynamiken und konformen Chorgruppen, die jede für sich wie eine hochmu­si­ka­lisch-variable Stimme klingt.

Neben den Amici sorgt die Elber­felder Mädchen­kur­rende für einen weiteren Höhepunkt. Unter der umsich­tigen Leitung von Angelika Küpper gestaltet sie die beiden anspruchs­vollen Kompo­si­tionen Nova! Nova! Ave fit ex Eva von James Macmillan und Die Engel und die Hirten aus der Feder von Zoltán Kodály ungemein ausge­wogen, diffe­ren­ziert und beseelt. Stimmlich bleiben keine Wünsche offen. Selbst die hohen C’s der Soprane kommen derart unver­krampft warm, weich von der Bühne, als handele es sich um profes­sionell ausge­bildete Konzert- und Opernsängerinnen.

Selbst­redend wünscht auch die Wupper­taler Kurrende anhand von vier gehalt­vollen Liedern frohe Weihnachten: König der Könige von Ingo Luis, Alwin Michael Schronens Alles, was ihr tut, Carl Hirschs Nun sei willkommen und Freu dich, Erd und Sternenzelt von Carl Riedel. Binnen kurzem, seit Lukas Baumann im Sommer vor zwei Jahren die künst­le­rische Leitung der Wupper­taler Kurrende übernommen hat, hat der Knabenchor hinsichtlich Stimm­bildung und Nachwuchs­för­derung einen großen Schritt nach vorne gemacht, hat er sich doch zuvor auf einem abstei­genden Ast befunden. Nun glänzt er unter seinen versierten Anwei­sungen an diesem Abend wieder mit großer Homoge­nität, dynamisch fein abgestuften Gesängen und erfreulich guter Intonationsreinheit.

Sechster im Bund ist das Salaputia Brass Quintett, dessen Mitglieder bei hochka­rä­tigen deutschen Orchestern unter Vertrag stehen. Die fünf Profis bringen zwischen den Auftritten der Chöre Weihnachts­medleys und ‑stücke wie Jingle Bells & Deck the Halls und A Carol Fantasy unter­haltsam-spritzig und mit einer gesunden Portion Schalk im Nacken zu Gehör.

Schließlich stehen sämtliche Inter­preten dicht gedrängt auf der Bühne und intonieren Adeste Fideles und Joy to the world zur Freude des Publikums, das letzt­endlich bei O Du Fröhliche engagiert mitsingt und die Choristen wie Blech­bläser mit langan­hal­tenden, stehenden Ovationen verabschiedet.

Hartmut Sassen­hausen

Teilen Sie O-Ton mit anderen: