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Foto © Hartmut Sassenhausen

Brillante Tubaklänge

JOSHUA WILLIAMS & SYMFONIEORKEST VLAANDEREN
(Ludwig van Beethoven, Ralph Vaughan Williams)

Besuch am
14. Mai 2025
(Einmalige Aufführung)

 

Start-Festival, Histo­rische Stadt­halle Wuppertal

Das diesjährige Start-Festival der Kultur­ab­teilung der Bayer-Werke bietet erneut an sechs Orten Deutsch­lands, in denen das Unter­nehmen Standorte hat, ein vielfäl­tiges kultu­relles Angebot. Auch Wuppertal ist mit zwei Veran­stal­tungen dabei. Den Anfang macht im Großen Saal der Histo­ri­schen Stadt­halle Wuppertal ein außer­ge­wöhn­liches Sinfo­nie­konzert, denn es wird ein Werk präsen­tiert, das sich nur hin und wieder auf Programmen finden lässt: das Konzert in f‑Moll für Basstuba und Orchester aus der Feder des engli­schen Kompo­nisten und Dirigenten Ralph Vaughan Williams, der von 1872 bis 1958 lebte. Und als Solist ist mit Joshua Williams ein junger US-ameri­ka­ni­scher Nachwuchs­mu­siker auf den Johan­nisberg gekommen, den die Firma im Rahmen ihrer Start-Akademie nicht nur finan­ziell fördert, sondern ihm auch wie in diesem Fall Auftritte ermöglicht.

Das dreisätzige Opus aus dem Jahr 1954 gilt als das erste Instru­men­tal­konzert überhaupt, in dem eine Tuba als Soloin­strument verwendet wird. Williams schrieb es für Philip Catilenet, den Solotu­bisten des London Symphony Orchestra, der es unter der Leitung von Sir John Barbi­rolli urauf­führte. Der Komponist lotet mit dem Bravour­stück die klang­lichen Möglich­keiten des Instru­ments aus. Der Form nach ist das Instru­men­tal­konzert mit drei Sätzen klassisch aufgebaut. Einem beschwingten Präludium folgt eine Romanza und schließt als Rondo alla tedesca, also Rondo nach deutscher Art. Der Solopart mit seinen beiden Kadenzen im Kopf- und Finalsatz stellt sehr hohe spiel­tech­nische Ansprüche an den Tubisten. Joshua Williams wird bei den schnellen Ecksätzen den hohen virtuosen Anfor­de­rungen wie wiesel­flinken Tonfolgen in allen Registern und mannig­fal­tigen Blasan­sätzen in allen Belangen voll gerecht. Außerdem faszi­niert er bei der langsamen Romanze mit traumhaft schönen emotional-lyrischen musika­li­schen Bögen. Noch ist der Tubist, der bei der renom­mierten Juilliard School in New York City in die Lehre ging, vielerorts ein unbeschrie­benes Blatt. Doch kann nach diesem erstklas­sigen Auftritt durchaus mit einer glänzenden Karriere gerechnet werden.

Foto © Hartmut Sassenhausen

Aus Gent ist das Symfo­nie­orkest Vlaan­deren gekommen, um ihn zu begleiten. Unter der umsich­tigen Leitung seiner Chefdi­ri­gentin Kristiina Poska gelingt ihm die sensible Aufgabe bis auf ein paar etwas zu laute Stellen ausge­zeichnet. Außerdem hat es zwei bekannte Werke Ludwig van Beethovens mitge­bracht, die das Tubakonzert einrahmen. Losgeht es mit der Coriolan-Ouvertüre in c‑Moll, opus 62, verfasst nach dem gleich­na­migen Schau­spiel des öster­rei­chi­schen Drama­tikers Heinrich Joseph von Collin. Es ist des Kompo­nisten einzige Ouvertüre, die tragisch schließt. Mit realis­ti­scher Dramatik gestaltet Beethoven sinfo­nisch den Klassen­kampf der Plebejer gegen die Patri­archen im alten Rom mit dem stolzen Vater­lands­ver­räter Coriolan als Protago­nisten. Der Abend endet mit der Pasto­ralen, also seiner sechsten Sinfonie in F‑Dur, opus 68.  Damit schildert er in fünf Episoden musika­lisch das von ihm geliebte Landleben: „Angenehme, heitere Empfin­dungen, welche bei der Ankunft auf dem Lande im Menschen erwachen“, „Szene am Bach“, „Lustiges Zusam­mensein der Landleute“, „Sturm“ und „Hirten­gesang“, „Wohltätige, mit Dank an die Gottheit verbundene Gefühle nach dem Sturm“.

Der kleine belgische Klang­körper legt sich dabei unter Poskas präziser Stabführung hochenga­giert mächtig ins Zeug. Doch mangelt es bei der Ouvertüre ein wenig an einer leben­digen Gestaltung. Manche Phrasie­rungen im Kopfsatz der Pasto­ralen hätten hin und wieder präziser sowie im zweiten Satz von den Violinen die Haupt­stimme etwas lauter von der Bühne kommen können. Dennoch präsen­tieren die Sinfo­niker die ländliche Ausge­las­senheit, das Ausruhen des Wanderers, das Gewitter mit Donner und Blitz wie den bald lieblich fließenden, bald mächtig anschwel­lenden Hirten­gesang musika­lisch nachvollziehbar.

Das überschaubare Publikum feiert zu Recht den Solisten ausgiebig mit frene­ti­schen Beifalls­be­kun­dungen und beschließt die Veran­staltung mit stehenden Ovationen.

Hartmut Sassen­hausen

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