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Foto © Alciro Theodoro da Silva

Gelungene Geburtstagsfeier

CONGRATS, NIC MCGEGAN
(Diverse Komponisten)

Besuch am
19. Mai 2025
(Einmalige Aufführung)

 

Händel-Festspiele, Aula der Univer­sität Göttingen

Man ist es ja von den Engländern irgendwie gewohnt, dass sie, wenn ihr Geburtstag in die kalte Jahreszeit fällt, den lieber dann zu feiern, wenn draußen bereits die Blumen blühen. Das war bei der Queen nichts anderes als bei Nicholas McGegan, der sein Ständchen zum 75. Geburtstag nicht zu seinem eigent­lichen Festtag im Januar spielte, sondern zusammen mit einem von ihm hochka­rätig besetzten Kammer­mu­sik­ensemble und der faszi­nie­renden Sopra­nistin Arianna Vendit­telli anlässlich der Händel-Festspiele Göttingen im Mai. Im Gepäck hatte er dabei Musik von Vivaldi, Telemann, Britten und – wie könnte es anders sein – Händel.

Beim Stiftungs­konzert sorgt Göttingens früherer Künst­le­ri­scher Leiter für einen rundum gelungen Abend. Der ausge­wiesene Experte für die Musik des 18. Jahrhun­derts hatte 1991 als Nachfolger von Sir John Eliot Gardiner die Inter­na­tio­nalen Händel-Festspiele übernommen. Sein damaliger Intendant Benedikt Poensgen sprach die Laudatio und erinnerte an beim Publikum oft noch unver­gessene Insze­nie­rungen, wie Händels Oper Agrippina, die damals seine Zeit in Göttingen eröffnete und dieses Jahr die Festspiele der Kollegen in Halle eröffnet. Sein Ziel war damals Göttingen noch stärker als Festspiel­stadt zu etablieren und Stadt und Festspiele mitein­ander zu verbinden.

Foto © Alciro Theodoro da Silva

Die mit knapp 400 Besuchern gut gefüllte Aula der Univer­sität bietet einen geeig­neten Rahmen für das Konzert, bei dem der heute meist in Kalifornien lebende McGegan am Cembalo zusammen mit dem hervor­ra­genden Ensemble die Zeit des Barocks wieder aufleben lässt. Dabei hat McGegan ein sehr abwechs­lungs­reiches Programm aus Sonaten und Arien zusam­men­ge­stellt. Einen Schwerpunk liefern aller­dings Arien aus den Opern Antonio Vivaldis. Nicht nur McGegan liebt die Opern des großen Venezianers und hat die schon früher mit der Sopra­nistin Vendit­telli, einer erwie­senen Expertin für dessen Opern, aufge­führt. Die Musik zeigt überdeutlich, warum Vivaldis Opern im Italien der Barockzeit so unglaublich beliebt waren. Beim Stiftungs­konzert stehen Arien aus vier Opern Vivaldis im Mittel­punkt, ergänzt durch zwei Arien Händels aus Serse und Ariodante.

Das Publikum ist faszi­niert von der sehr gefühlvoll singenden Vendit­telli, die mit glasklarem Timbre und gekonnten Kolora­turen sowohl die Höhen wie die Tiefen auslotet. Mit Eleganz, Anmut und der italie­ni­schen Sprez­zatura meistern sie, das Ensemble und der langjährige Barock­profi am Cembalo auch die schnellsten und schwie­rigsten Partien des Abends mit wahrlich atembe­rau­bender Sicherheit und Genau­igkeit. Dabei merkt man, dass Venditelli in den Werken Vivaldis zu Hause ist und das ganze Spektrum der Gefühle stimm­ge­waltig und meisterlich ans Publikum bringt. Den Namen werden sich viele Musik­freunde ins Notizbuch schreiben und Konzerte und Festivals mit ihr verfolgen, da ihre Grandezza und ihr sympa­thi­scher Charme begeistert. Kein Wunder, dass die Festspiele sie mit „die Stimme Ariana Vendit­telli erfüllt die Luft wie der Duft von Rosen“ für ihre „funkenden Töne und lebhaften Kolora­turen“ lobt.

Nicholas McGegan kann am Cembalo die Begeis­terung des Publikums für den gelun­genen Abend genießen. Er selbst braucht kaum zu dirigieren, denn mit den Musikern Julia Kuhn und Gabriella Jones an der Violine, Ildiko Ludwig an der Viola, Julien Barre am Violon­cello und Alex McCartney an der an der Theorbe hat er erfahrene Barock­mu­siker an seiner Seite, die die Sopra­nistin klang­schön und klangvoll begleiten. Was könnte schöner seine als ein Konzert mit Freunden für Freunde, betont Nicholas McGegan zum Abschluss des Konzerts. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Übrigens kann man das Konzert Congrats, Nic McGegan bei NDR Kultur am 29. Juni ab 13 Uhr anhören.

Michael Ritter

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