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Der Wuppertaler Pianist ist in der Jazzszene längst etabliert. 1981 in der Nachbarstadt Remscheid geboren und an der Folkwang-Universität der Künste in die Lehre gegangen, wurde er mittlerweile mit zahlreichen renommierten Ehrungen ausgezeichnet, darunter den Von-der-Heydt-Förderpreis der Stadt Wuppertal. Auf großen Festivals wie dem Den Haag Jazz Festival, dem North Sea Jazz Festival oder dem in Montreux war er zu Gast. Mit zahlreichen Kollegen, etwa Tony Lakatos und Bands, beispielsweise Club des Belugas, hat der Dozent an der Hochschule für Musik und Tanz Köln, Abteilung Wuppertal, und der Bergischen Universität zusammengearbeitet. Seine eigene Urban Wedding Band ist weit über die Grenzen seiner Heimatstadt bekannt. Nun hat er eine neue Band mit drei renommierten Musikern als Mitgliedern ins Leben gerufen und sie auf den Namen Babik‑Q getauft. Sie feiert im soziokulturellen Ort Loch eine umjubelte Premiere.

Zum einen ist es Claus Fischer am E‑Bass, Jahrgang 1965. Lang ist die Liste an weltbekannten Musikern, mit denen er gespielt hat: Charlie Mariano, Randy Brecker oder Lee Ritenour. Auf über 350 Alben und an rund 900 Fernsehsendungen hat er mitgewirkt. Zum anderen sitzt Hendrik Smock am Schlagzeug, 1972 geboren. Er studierte unter anderem bei dem US-amerikanischen Musiker Bill Dobbins an der Musikhochschule in Köln. Unter anderem stand er mit Michael Brecker, Gerd Dudek Guilty Simpson und Jeb Patton auf Konzertbühnen. Last, but not least ist es Trompeter Daniel Migliosi, der Benjamin unter ihnen. Doch auch er hat mit seinen 21 Jahren bereits hohes Ansehen erworben. So konnte der Luxemburger bereits mehrmals mit der WDR-Big-Band zusammenarbeiten. Er war Mitglied des Bundesjazzorchesters und der französischen Big Band Orchestre National de Jazz. Schon als Jugendlicher gewann er mehrere Preise.
Die vier Vollblutjazzer stehen nun zum ersten Mal gemeinsam auf der Bühne und entfachen ein musikalisches Feuerwerk nach dem anderen, unterbrochen nur von einer Pause, um sich von der an diesem Abend vorherrschenden Tropenhitze drinnen wie draußen ein wenig zu erfrischen. Power pur ohne Unterlass liefern sie ab. Stehen zwischendurch lyrisch-ruhige Momente und verhaltene Intros im Vordergrund, sind dennoch immer leise sorgfältig-treibende Rhythmen, markante Harmonien oder groovende Basstöne mit dabei, musikalische Ruhepole nicht zuzulassen. Präsentiert wird eine große Mischung aus der guten alten Zeit des Jazzrock, des Fusionjazz, durchsetzt mit einer gehörigen Portion aus Funk der 1970-er und 1980-er Jahre. Latent schimmert zu rockigem Schlagzeug der legendäre Pianist Joe Zawinul oder die Slaptechnik des US-amerikanischen Bassisten Stanley Clarke durch. Auch lässt die legendäre Band Weather Report schön grüßen. Doch damit nicht genug. Denn die Zeit ist nicht stehengeblieben. Hinzu gesellen sich komplexe Harmonien, teils chromatisch gerückt, aus dem Flügel hervorkommende Teppiche an Akkordrepetitionen, Verlassen von rein tonalen Klängen gerade bei den hochvirtuosen Soli der vier. Ein einziger ostinater, von Babiks Synthesizer erzeugter Ton reicht aus für sich gewaltig steigernde Dynamiken und rhythmisch-kernigen Funk. Auch simple Drei-Ton-Motive reichen für solch treibende Prozesse aus. Das alles kontrastiert balladesk-lyrische Melodien seitens des Pianisten und Trompeters mit seiner warmen bis scharfen Tongebung, die sich allmählich hochmusikalisch-kreativ vom Piano hin zum dreifachen Forte druckvoll entwickeln.
Es sind inklusive einer Zugabe neun Nummern aus Babiks Feder, die trotz der hohen Temperatur manche Beine nicht still stehen lassen und eine heiße Sohle aufs Parkett legen. Die Gäste im voll besetzten Club sind ganz aus dem Häuschen, applaudieren und jubeln nach jedem Stück frenetisch und sorgen für einen lang anhaltenden Schlussapplaus.
Hartmut Sassenhausen