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Foto © O-Ton

Wagner im Film

Richard Wagner gilt als „Vater der Filmmusik“. Welche Rolle der Komponist tatsächlich für den Film spielt, zeigte Sabine Sonntag am 12. Oktober bei einem Vortrag in der Bamberger Kultur­fabrik anhand zahlreicher Filmbei­spiele. Ein inter­es­santer Ausflug in die Welt der bewegten Bilder, der nicht nur Filmhis­to­riker begeisterte.

Sabine Sonntag – Foto © O‑Ton

Würde Richard Wagner heute leben, er wäre vermutlich ein Komponist, der die Filmmusik für spekta­kuläre Filme kompo­niert hätte, wie Howard Shore mit der Trilogie Der Herr der Ringe, John Williams mit den Star-Wars Filmen oder Hans Zimmer mit der Fluch-der-Karibik-Serie. Man kann es auch andersrum formu­lieren, dass ohne Wagner und seinen Einfluss auf die Musik diese Filmkom­po­si­tionen so gar nicht denkbar gewesen wären. Von Theodor W. Adorno stammt das Zitat: „Wagner ist der Vater der Filmmusik.“ Großen Einfluss hatte Wagners Musik vor allem auf zwei Kompo­nisten, die als Pioniere der Filmmusik gelten, nämlich Max Steiner und Erich Wolfgang Korngold.  Als Wagner starb, gab es zwar schon Fotografien, aber vom Film war man noch Jahrzehnte entfernt. Und doch spielt Wagners Musik, aber auch seine Biografie, im cineas­ti­schen Schaffen der letzten hundert Jahre eine besondere Rolle. Schon 1913, zum 100. Geburtstag von Wagner, gab es einen etwa einstün­digen Stummfilm, der das Leben Wagners porträ­tierte und bis heute ein Klassiker ist. In einem Vortrag des Richard-Wagner-Verbandes Bamberg stellt die Opern­re­gis­seurin und Musik­wis­sen­schaft­lerin Sabine Sonntag die spannende Thematik „Wagner im Kino“ den Zuhörern vor. Sonntag, Dozentin für Histo­rische Musik­wis­sen­schaften an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover, hat genau über dieses Thema promo­viert und dazu drei Bücher publi­ziert. Sonntag nimmt die Zuhörer in der Bamberger Kultur­fabrik, einem wunder­schönen Ort für kleinere kultu­relle Darbie­tungen, mit auf eine cineas­tische Zeit- und Entde­ckungs­reise in die Welt des Films und der Filmmusik.

Wagner als Filmmusik

In vielen Kinofilmen wird die Musik Richard Wagners benutzt, ohne einen direkten Bezug zu seinen Opern zu haben. Eine der berühm­testen Film-Szenen stammt aus dem Antikriegsfilm Apoca­lypse Now von Francis Ford Coppola aus dem Jahre 1979, dessen Handlung während des Vietnam­krieges spielt. Eine ameri­ka­nische Hubschrau­ber­staffel kommt aus der aufge­henden Morgen­sonne und greift ein vietna­me­si­sches Dorf mit Napalm unter den Klängen von Wagners Ritt der Walküren an. Diese perver­tie­rende und verstö­rende Szene hat ihr histo­ri­sches Vorbild in der Deutschen Wochen­schau vom 4. Juni 1941, in der die Luftlandung der Deutschen auf Kreta ebenfalls mit dieser Musik unterlegt wurde. Überhaupt scheint Wagners Musik vor allem für Kriegs­filme präde­sti­niert zu sein, doch auch in Liebes­filmen und Komödien greifen die Filmschaf­fenden gerne auf die Werke Wagners zurück.  Zur Einstimmung zeigt Sonntag zwei fast identische Filmclips der briti­schen Komiker­gruppe um Monty Python zum Thema: „Wie verführe ich den Milchmann?“ Der zweite Clip ist mit Musik aus dem Vorspiel zu Tristan und Isolde unterlegt, und auf einmal bekommt der Clip eine ganz andere Aura. Die Sinnlichkeit der Verführung ist mit der Musik auf einmal da, im ersten Clip ohne Wagners Musik war die Szene einfach nur platt. Neben Wagners Walküre scheint vor allem die Musik aus Tristan und Isolde mit ihrer Unauf­lös­lichkeit präde­sti­niert für Filme. Der bekann­teste darunter ist sicher Melan­cholia in der Regie von Lars von Trier aus dem Jahre 2010, dessen Filmme­lodie komplett aus Tristan und Isolde stammt. Ein weiterer Filmklas­siker, der sich thema­tisch der Musik Wagners bedient, ist Charlie Chaplins The Great Dictator aus dem Jahre 1940. Zwei berühmte Szenen des Films werden vom Vorspiel zur Oper Lohengrin untermalt: Diktator Hynkels Tanz mit der Weltkugel und die Schluss­an­sprache des jüdischen Friseurs. Ein weiterer Klassiker ist die Billy-Wilder-Komödie Love in the Afternoon aus dem Jahre 1957 mit Audrey Hepburn und Gary Cooper. Hepburn spielt dabei die junge Cellistin Ariane, die sich bei einem Besuch einer Vorstellung von Tristan und Isolde in der Pariser Oper für den älteren Geschäftsmann Frank Flannagan inter­es­siert, den sie mit dem Opernglas beobachtet und vor Aufregung einem neben ihr sitzenden Musik­stu­denten, der voller Enthu­si­asmus mitdi­ri­giert, so lange an einem Ärmel­faden zieht, bis dieser sich völlig gelöst hat. Slapstick und Wagner, auch das kann passen. Sonntag kommen­tiert die Szenen so herrlich unprä­tentiös, dass man sofort Lust bekommt, sich diese Klassiker anzuschauen.

Wagner als Kinoheld

Es ist nicht nur die Musik Richard Wagners, die immer wieder gerne in Filmen zu hören ist. Auch sein rastloses Leben ist immer wieder gerne filmi­sches Motiv. Der erste Film, der sich der Person und dem Leben Wagners widmete, ist Richard Wagner, eine Filmbio­grafie aus dem Jahr 1913 von Carl Froelich, die anlässlich des 100. Geburtstags Wagners entstand. Die Urauf­führung von Richard Wagner fand zur Eröffnung des Union-Theater Fried­rich­straße am 13. Mai 1913 in Berlin statt. Die Erstaus­strahlung im TV sendete das Schweizer Fernsehen siebzig Jahre später, am 15. Mai 1983. Es lag natürlich nahe, für den Film Musik aus Werken von Richard Wagner zu verwenden. Aller­dings waren die Produ­zenten des Films nicht bereit, die damals noch gültigen, hohen Verlags­rechte zu zahlen. Der italie­nische Komponist Giuseppe Becce, ein Schüler Busonis, der aufgrund seiner Ähnlichkeit mit Wagner als Schau­spieler verpflichtet worden war, schlug vor, eine Musik zu kompo­nieren, die eine eindeutige Verbindung zum Werk von Wagner herstellt, ohne dass juris­tische Konse­quenzen zu befürchten seien. Becce verar­beitete Musik von Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven und Gioac­chino Rossini in einer Art „filmi­schen Musik­dra­ma­turgie“, indem er die Musik verzerrt und mit musika­li­schen Symbolen nahezu leitmo­ti­visch arbeitet und auf diese Weise auch Szenen mitein­ander verknüpft. So entstand ein konge­niales Plagiat, das heute als aufschluss­reiches Dokument der Wagner-Rezeption gilt. Becces Musik ist eine der ersten Filmmu­siken des deutschen Films und legte den Grund­stein für seine spätere Arbeit als Filmmu­sik­kom­ponist und Verfasser von Kinotheken sowie des Standard­werkes Allge­meines Handbuch der Filmmusik, das er zusammen mit Hans Erdmann und Ludwig Brav herausgab.

Dokumen­tiert sind derzeit sechs Filme mit Richard Wagner als „Haupt­dar­steller“ und vierzehn Filme, in denen der Komponist eine „Neben­rolle“ spielt, darunter die verschie­denen Filme über König Ludwig II von Bayern und diverse Filme über Franz Liszt. Nun möchte man meinen, dass die Person Richard Wagners mit am häufigsten Haupt­thema eines Films war und ist. Doch in einem „Filmranking“, dass Sonntag erstellt hat, belegt Wagner erstaun­li­cher­weise „nur“ den achten Platz, den er sich mit Johann Sebastian Bach, Gustav Mahler und Georg Friedrich Händel teilt. Einsamer Spitzen­reiter ist Wolfgang Amadeus Mozart mit zweiund­zwanzig Filmen, gefolgt von der Strauß-Familie und Franz Schubert mit zwanzig Filmen. Frédéric Chopin, Ludwig van Beethoven, Franz Liszt und Robert Schumann folgen auf den Plätzen noch vor Wagner. Erstaun­li­cher­weise gibt es über so inter­es­sante Kompo­nis­ten­per­sön­lich­keiten wie Giacomo Puccini, Pjotr Iljitsch Tschai­kowski und Giuseppe Verdi weniger Filme als von Wagner. Unter den vielen Darstellern, die filmisch in die Rolle Wagners geschlüpft sind, sind so bekannte Namen wie Trevor Howard, der in der Visconti-Verfilmung des Lebens König Ludwigs II von 1972 an der Seite von Helmut Berger den Kompo­nisten mimte, und Richard Burton in der insgesamt neunstün­digen Biografie-Verfilmung von Tony Palmer aus dem Jahre 1983. Burton hatte in einem Interview auf die Frage: „Wie wird man Wagner?“ mit folgendem Bonmot geant­wortet: „Wagner war ein Schau­spieler – wie ich. Wagner liebte die Frauen ebenso wie ich. Wagner war ganz instinktiv für Musik empfänglich – wie ich. Er war egozen­trisch, launisch, unvoll­kommen und vielleicht verderbt – ebenso wie ich.“ Eine bemer­kens­werte Selbst­ein­schätzung Burtons. In der letzten Verfilmung des Lebens König Ludwigs II von 2012 spielte Edgar Selge den umtrie­bigen Kompo­nisten, während in dem Dokudrama Der Wagner-Clan zum 200. Geburtstag des Kompo­nisten 2013 Justus von Dohnányi nur die stumme Rolle des toten Richard Wagners blieb.

Das Jahr 1968 als Zäsur

Für Sonntag ist das Jahr 1968 so etwas wie eine Zäsur in der Darstellung der Person Wagners und seiner Musik im Kino. Bis dato war es eine Glori­fi­zierung und Überhöhung der Person. Ein gutes Beispiel dafür ist die Verfilmung des Lebens König Ludwigs II von Bayern aus dem Jahre 1955 mit dem Unter­titel „Glanz und Elend eines Königs“ in der Regie von Helmut Käutner. Besonders prägnant ist das Alter der Haupt­prot­ago­nisten in diesem Film. O.W. Fischer war bereits 40 Jahre alt, als er den 19-jährigen Ludwig verkör­perte, der mit seinen schwär­me­ri­schen Fantasien den Kompo­nisten vergöt­terte, und den er von allem Ballast, besonders dem monetären, befreien wollte. Paul Bildt, der Darsteller Wagners, war immerhin schon 70 Jahre alt, und mimte den in Wirklichkeit 20 Jahre jüngeren Kompo­nisten. Immerhin wurde so der Alters­un­ter­schied von über 30 Jahren zwischen den beiden histo­ri­schen Figuren im Film eingehalten.

Neben der Glori­fi­zierung steht das Thema „Wagner und die Frauen“ auch im Mittel­punkt, aber mehr im Sinne eines alther­ge­brachten konser­va­tiven Frauen­bildes, wie es auch dem Zeitgeist der Nachkriegs­jahre entsprach. Ein Beispiel dafür ist der US-ameri­ka­nische Film Magic Fire – Frauen um Richard Wagner, eine Filmbio­grafie aus dem Jahre 1955 in der Regie von William Dieterle. Alan Badel verkörpert hier den Kompo­nisten und dessen diffe­rente Bezie­hungen zu den drei wichtigsten Frauen in seinem Leben: Minna Planer, Mathilde Wesen­donck und Cosima Wagner. Der Abschied von Cosimas Vater Franz Liszt, Wagners Eheschließung mit Cosima und die Geburt ihres gemein­samen Sohnes Siegfried, das alles wird in diesem Film ideali­siert und chrono­lo­gisch so falsi­fi­ziert, um der histo­ri­schen Wahrheit – Cosima war zum Zeitpunkt der Geburt Siegfrieds noch mit dem Dirigenten Hans von Bülow verhei­ratet und hatte bereits mit Wagner zwei unehe­liche Töchter – aus dem Weg zu gehen. Diese Form der „Geschichts­klit­terung“, so Sonntag, war zu dieser Zeit durchaus üblich. Der Film ist aber aufgrund einer ganz anderen Besetzung histo­risch so wertvoll. Der Komponist Erich Wolfgang Korngold war mit dem Arran­gement der Filmmusik beauf­tragt. Korngolds Ehrgeiz war es, aus dem für den Film benötigten Musik­ma­terial Wagners „keine einzige Note zu verändern und keinen einzigen Takt eigene Musik beizu­steuern“. Korngold gelingt das in einer unnach­ahm­lichen Art und Weise mit einer auf vier Minuten gekürzten Ring-Musik als Höhepunkt. Und Korngold durfte selbst als Darsteller in diesem Film mitwirken. In der Rolle von Hans Richter, dem Dirigenten der Urauf­führung des Ring des Nibelungen in Bayreuth 1876, sitzt Korngold am Dirigen­tenpult des Festspiel­hauses und leitet jene vier Minuten Ring-Musik für den Film, ein einzig­ar­tiges Dokument von Korngold.

Foto © O‑Ton

In der Wagner­dar­stellung nach 1968 ändert sich der Duktus diametral. Der Komponist wurde entglo­ri­fi­ziert und teilweise parodis­tisch angelegt. Seine Schat­ten­seiten wurden deutlich offen­gelegt, und die Famili­en­ge­schichte des Wagner-Clans wurde zunehmend thema­ti­siert. 1975 bringt der Regisseur Ken Russel, der ein Jahr zuvor die Rockoper Tommy verfilmt hatte, mit Liszto­mania eine teilweise absurde Persi­flage auf das Genre der Verfilmung großer Kompo­nisten. Der Film thema­ti­siert das Leben und Wirken des öster­rei­chisch-ungari­schen Kompo­nisten Franz Liszt und dabei insbe­sondere seine Beziehung zu Richard Wagner. Jedoch ist der Film weniger biogra­fisch und histo­risch korrekt angelegt, sondern zeigt die Aspekte der Haupt­person in zahlreichen überzeich­neten und metapho­risch angelegten Szenen. Für Aufsehen und Kontro­versen sorgte zum einen die Besetzung. Die Haupt­rolle spielte der Rockmu­siker Roger Daltrey von der Band The Who, und in Neben­rollen waren mit Ringo Starr, ehema­liger Schlag­zeuger der Beatles, als Papst und Rick Wakeman von Yes weitere populäre Musiker zu sehen. Daneben sind im Film auch – anders als in Ken Russells voran­ge­gan­genen Kompo­nisten-Porträts Tschai­kowsky – Genie und Wahnsinn und Mahler – kaum originale Musik­stücke der darge­stellten Kompo­nisten zu hören, sondern überwiegend Adaptionen von Themen des Keyboarders Wakeman. Zum anderen ist der Film wegen seiner zahlreichen Traum­se­quenzen, die insbe­sondere Sexua­lität und Wagners Einflüsse auf den Natio­nal­so­zia­lismus thema­ti­sieren, umstritten. Mit dem Auftreten von Wagner als Vampir, der Franz Liszt am Flügel aussaugt, werden die fantas­tisch-absurden Elemente der Traum­se­quenzen zu elemen­taren Teilen der Handlung. Der britische Musiker und Sänger Paul Nicholas spielte in diesem Film die Rolle des blutsaugenden Richard Wagner. In Deutschland erhielt der Film eine Freigabe erst ab 18 Jahren.

Der letzte Film, der von Sonntag im Rahmen ihres Vortrages Erwähnung findet, ist das Doku-Drama Der Wagner-Clan aus dem Jahre 2013, der vor allem die Rolle Cosimas nach dem Tod Wagners 1883 in Venedig, ihres Sohnes Siegfrieds sowie seiner Schwestern beleuchtet. Cosima setzt nach dem Tod Richards alles daran, sein Andenken zu überhöhen und sein Erbe in ihrem Sinn zu verwalten. Dafür schreckt sie nicht vor einer Testa­ments­fäl­schung zurück und spannt ihre Kinder in den Kampf um die künst­le­rische Dynastie ein. Das als „Eventfilm“ angekün­digte Doku-Drama wurde am 23. Februar 2014 im ZDF ausge­strahlt, Regie bei dem Projekt von Oliver Berben und Gero von Boehm führte Chris­tiane Balthasar. In den Haupt­rollen waren Iris Berben als Cosima Wagner, Lars Eidinger als Siegfried Wagner und Heino Ferch als Houston Stewart Chamberlain, dem Schwie­gersohn Cosimas, und Justus von Dohnányi in der kurzen Rolle des grade verstor­benen Richard Wagner zu sehen.

Sonntags humor­voller und spannender, mit reichlich Details gespickter Vortrag endet mit dem Filmaus­schnitt aus Magic Fire, in dem Erich Wolfgang Korngold als Dirigent Hans Richter die auf vier Minuten zusam­men­ge­kürzte Ring-Musik im Festspielhaus dirigiert. Dieser Vortrag macht Lust, sich den einen oder anderen „alten Schinken“ noch einmal anzuschauen, dann mit dem Hinter­grund­wissen zu „Wagner im Film“, was für die meisten Zuhörer in der Bamberger Kultur­fabrik sicher Neuland ist. Und wer jetzt Lust auf Wagner im Kino bekommen hat: Am 28. Oktober startet Axel Brügge­manns Dokumen­tation Wagner, Bayreuth und der Rest der Welt in den deutschen Kinos und erlaubt einen langen, intimen Blick hinter die Kulissen des Festspiel­hauses – vom Orches­ter­graben bis in Katharina Wagners Wohnzimmer.

Andreas H. Hölscher

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