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Michael S. Zerban - Foto © Lennart Rauße

Überfällige Vernetzung

Am 16. April fand die konsti­tu­ie­rende Versammlung des Rates der Künste im Plenarsaal des Düssel­dorfer Rathauses statt. Künftig wollen alle Kultur­schaf­fenden in der Landes­haupt­stadt an einem Strang ziehen. Ein Signal für andere Städte oder nur ein weiteres Gremium zur Nabel­schau? Die kommenden zwei Jahre werden es zeigen.

Der neu gewählte Rat der Künste – Foto © O‑Ton

Eine „unabhängige und gewählte Inter­es­sen­ver­tretung der in Düsseldorf im Kultur­be­reich aktiv tätigen Kultur­ein­rich­tungen, künst­le­risch tätigen Insti­tu­tionen, Gruppen, freien Forma­tionen und Einzel­per­sonen sowie Unter­nehmen der Kultur­wirt­schaft“ will der Rat der Künste Düsseldorf sein, der am 16. April im Plenarsaal des Düssel­dorfer Rathauses gewählt wurde. Aufge­rufen zur Wahl waren alle Kultur­schaf­fenden Düssel­dorfs. Immerhin mehr als 300 Menschen fühlten sich angesprochen. Die wurden gleich zur Vollver­sammlung des Rates erklärt und verab­schie­deten eine Verfassung per Handzeichen. Auf dieser Grundlage konnte dann der Rat gewählt werden. Um den nötigen Proporz der verschie­denen Inter­es­sen­gruppen zu gewähr­leisten, konnten sich die Kandi­daten in sechs Kategorien vorstellen, die die gesamte Kultur­land­schaft abbilden sollen. So ganz funktio­nierte die an sich gute Idee dann aber doch nicht. Im zwölf­köp­figen Rat fehlen so nun Vertreter wichtiger Insti­tu­tionen wie das Düsseldorf-Festival, die Oper, das Tanzhaus NRW, das Forum Freies Theater oder die Kirchen­musik. Dafür hat sich die Verfassung ein eher undemo­kra­ti­sches Hinter­türchen offen­ge­halten, nach dem der Rat vier weitere Mitglieder seiner Wahl „berufen“ kann. Und er wird gut daran tun, das so schnell wie möglich umzusetzen, um nicht schon von vornherein fehlende Akzeptanz in den eigenen Reihen hervorzurufen.

Denn um die hochge­steckten Ziele zu erreichen, wird es unumgänglich sein, dass die Kultur­szene beginnt, an einem Strang zu ziehen. Der Rat will nichts weniger, als einen „vertrau­ens­vollen und verbind­lichen Dialograum zwischen Kultur­schaf­fenden, Kultur­in­sti­tu­tionen, Politik, Verwaltung und Bürgern“ öffnen. Das wird, wenn von vornherein wichtige Kultur­träger ausge­schlossen sind, ebenso wenig funktio­nieren wie die Rolle, die der Rat in Zukunft einnehmen will. „Er berät bei kultur­po­li­ti­schen Entschei­dungen, begleitet konstruktiv die Kultur­ent­wicklung und gibt Impulse für zukünftige Planungen im Interesse der Kultur in der Stadt“, so die Hoffnung der Arbeits­gruppe, die die Wahl des Rates vorbe­reitet hat.

Vorbild für die Gründung des Düssel­dorfer Rats der Künste war der Rat für die Künste in Berlin, der 1994 ins Leben gerufen wurde. Und dessen wechsel­volle Geschichte zu kennen, heißt, aus Fehlern anderer zu lernen. Natürlich lassen sich die Anfor­de­rungen der Bundes­haupt­stadt nicht unmit­telbar mit denen einer Großstadt im Rheinland vergleichen. Trotzdem können die Berliner die Düssel­dorfer lehren, was tödlich für ein solches Unter­fangen ist. Wenn einzelne Parteien die Plattform für Partial­in­ter­essen wollen, ist genauso Schluss wie in dem Moment, in dem das Ding zum Club für Vettern­wirt­schaft kippt.

Zwei Jahre hat der erste Rat der Künste Düsseldorf nun Zeit zu beweisen, dass viele Frage­zeichen schon vor Beginn seiner Arbeit eher Heraus­for­derung als Hemmnis sind. Um eines jeden­falls braucht er sich keine Sorgen zu machen: Dass seine Arbeit zu wenig Beachtung fände. Viele Städte gleicher Größen­ordnung, in denen die Kultur­schaf­fenden immer noch auf ihren Einzel­kämpfer-Positionen verharren, werden jetzt nach Düsseldorf schauen, um zu entscheiden, ob sie auf diesem Wege ebenfalls ihre Kultur­land­schaft, oder was davon noch übrig ist, stärken respektive wieder­be­leben können.

Michael S. Zerban

Der Rat der Künste Düsseldorf: Eva Birkenstock, Direktorin Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen; Corina Gertz, Künstlerin; Robert Koall, Chefdramaturg Schauspielhaus; Annette Krohn, Stadtbücherei; Jochen Molck, Leiter ZAKK; Jochen Reiter, Direktor Aquazoo; Frank Schulz, Theater Kontra-Punkt; Stefan Schweizer, wissenschaftlicher Vorstand der Stiftung Schloss und Park Benrath; Achim Spyra, Bildhauer; Christian Steinmetz, Fotograf; Bojan Vuletić, Leiter Asphalt-Festival;Jan Wagner, Leiter Filmwerkstatt
Kommentare geben die persönliche Meinung der Verfasserin oder des Verfassers, aber nicht in jedem Fall die Auffassung von O‑Ton wieder.

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