O-Ton im Abonnement ist mehr!

Ein O-Ton Abo ist unsere Einladung an Sie, uns auf unseren Abenteuer- und Entdeckungsreisen durch die reiche Kulturlandschaft Deutschlands zu begleiten und stets aufs Neue zu entdecken.

Als ich den Artikel gelesen habe,
war es, als wäre ich dabei gewesen.

Mit unseren Originalberichten und exklusivem Bildmaterial von Aufführungen in Theater, Musiktheater, Konzert, Ballett und Tanz in all ihren Schattierungen, informieren wir Sie ideologiefrei und kritisch, aber fair. Mit Hintergrundberichten, Hörbeiträgen, Kommentaren, aktuellen Nachrichten und vielem mehr arbeiten wir Tag für Tag daran, bei unseren Besuchern die Lust darauf zu wecken, sich auf diesen kulturellen Reichtum einzulassen.

O-Ton 

3-Monats-Abo

  • +3 Tage gratis testen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 16,-
 €

für jeweils 3 Monate

Unsere Top-Empfehlung!

O-Ton 

Jahres-Abo

  • +7 Tage gratis testen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 48,-

pro Jahr

O-Ton 

6-Wochen-Abo

  • sofort loslesen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 9,-

für jeweils 6 Wochen

O-Ton 

Jahres-Mitgliedschaft

  • keine automatische Verlängerung
  • keine Werbeanzeigen
  • Zugang verfällt nach Ablauf
nur 48,-

für ein Jahr

Michael S. Zerban - Foto © Klaus Handner

Widerstand nimmt zu

Der Unmut der Bürger in den deutsch­spra­chigen Ländern gegen Versuche der Sprach­u­mer­ziehung nimmt zu. Nachrichten und Hörfunk­pro­gramme werden abgeschaltet, um der Missachtung der geltenden Regeln der deutschen Sprache zu entgehen. Die öffentlich-recht­lichen Medien tun so, als ginge sie nichts an, dass sie gegen die Mehrheit ihrer Auftrag­geber agieren. Leser­briefe werden ignoriert, die Sprache in den Medien nimmt teils lächer­liche Züge an. Jetzt gibt es noch einmal ordentlich Gegenwind.

Bundes­kanzler Olaf Scholz bemüht sich nach Kräften, die Bevöl­kerung in zwei Lager zu teilen. Sichtbar wird dabei nur eins: Mangelnde Deutsch­kennt­nisse – Foto © Sandro Halank

Da hat der Kanzler der Bundes­re­publik Deutschland, Olaf Scholz, bei Amtsan­tritt einen Eid abgelegt, nach dem er für das Wohl des Volkes eintreten wolle. Doch kaum hielt er seine Ernen­nungs­ur­kunde in Händen, beeilte er sich, die Gesell­schaft in Geschlech­ter­gruppen zu spalten. Künftig war nur noch von „Bürge­rinnen und Bürgern“ die Rede, also ganz offen­sichtlich von zwei unter­schied­lichen Bevöl­ke­rungs­gruppen, die so verschieden sind, dass man sie getrennt benennen muss. Ganz selbst­ver­ständlich lässt er damit andere Teile seines Volkes unter den Tisch fallen. Bei ausrei­chenden Deutsch­kennt­nissen und einer angemes­senen Sorgfalts­pflicht dürfte einem Bundes­kanzler das nicht passieren.

Es sei denn, er hat ausrei­chend Unter­stützung von einer Seite, mit der er am aller­we­nigsten rechnen dürfte. Die öffentlich-recht­lichen Medien sind einst als Gegen­gewalt gegen die Regierung konzi­piert worden. Daraus resul­tiert auch die durchaus gerecht­fer­tigte Zwangs­abgabe der Bürger, damit diese Medien unabhängig von der Regierung agieren können. Dieje­nigen, die sich das ausge­dacht haben, gingen davon aus, dass so etwas wie Göbbels „Gleich­schaltung der Medien“ nie wieder passieren könnte. Eine falsche Annahme, wie wir inzwi­schen wissen. Man konnte gar nicht so schnell staunen, wie Menschen, die eher der Bürger­schaft als der Staats­räson verpflichtet sein sollten, sämtliche Regeln der deutschen Sprache über Bord warfen, um sich einer staat­lichen Ideologie zu beugen und an einer sprach­lichen Umerziehung des Volkes zu arbeiten begannen. Redak­teure und Modera­toren öffentlich-recht­licher Rundfunk­an­stalten waren und sind der Meinung, sie dürften die Mehrheit ihrer eigent­lichen Auftrag­geber, nämlich der Bürger, die sie bezahlen, ignorieren und eine alberne Geschlech­ter­sprache erfinden, die hinten und vorne nicht funktioniert.

Da wurden abertau­sende von Leser­briefen ignoriert, Sprüche wie „die werden sich schon dran gewöhnen“ wurden laut. Das Gegenteil geschieht. Die Bürger sind nicht bereit, sich umerziehen zu lassen. Und sie wehren sich gegen Ignoranz und Arroganz von Menschen, die offenbar von der deutschen Sprache keine Ahnung haben und glauben, sie nach ihren ideolo­gi­schen Überzeu­gungen beugen zu können. Und der Wider­stand wird lauter. Jetzt protes­tieren rund 70 Lingu­isten und Philo­logen gegen angeblich geschlech­ter­ge­rechte Sprach­formen. Diese Praxis sei ideolo­gisch, missachte gültige Regeln und produ­ziere „sozialen Unfrieden“, berichtet die Zeitung Welt. Eigentlich keine neuen Erkennt­nisse, aber wenn sie von Wissen­schaftlern geäußert werden, bekommen sie noch einmal eine neue Qualität.

Das konve­niert auch mit dem Umstand, dass bereits im Dezember Gremi­en­mit­glieder des ZDF-Fernsehrats die Gender­sprech­pause scharf kriti­sierten und von der Intendanz eine „Leitungs­ent­scheidung“ zum Thema forderten. Dass die bislang ausblieb, ist konse­quent. Denn in dem Moment, in dem sich die Intendanz im Sinne einer Sprach­beugung festlegt, könnte sie sich auch juris­tisch angreifbar machen. Eine Leitungs­ent­scheidung erscheint also dringend erfor­derlich, um dem Mummen­schanz ein Ende zu bereiten, denn es steht kaum zu erwarten, dass sich die Inten­danzen der Sende­an­stalten öffentlich gegen geltende Regeln stellen.

Den Minder­heiten wie Homose­xu­ellen, Trans­se­xu­ellen und so weiter kann das nur recht sein. Die so genannte Gender­sprache hat ihnen genügend Schaden zugefügt. Diver­sität gilt inzwi­schen genauso wie woke als Schimpfwort. Die Gesell­schaft wird lange brauchen, um wieder Toleranz für die Bedürf­nisse dieser Gruppen aufzu­bringen, die sie längst entwi­ckelt hatte.

Aber auch prinzi­piell Kultur­in­ter­es­sierte dürfen aufatmen, wenn die öffentlich-recht­lichen Medien endlich wieder ihrem Auftrag nachkommen, die Bevöl­kerung in einer angemes­senen Sprache von den Gescheh­nissen in der Welt zu unter­richten. Es wird dann eine Frage von Wochen sein, bis die Mitläufer unter den Kultur­ar­beitern zu einer Sprache zurück­finden, die Menschen wieder in die Konzert‑, Theater- und Opern­häuser einlädt, anstatt sie abzuschrecken.

Für die öffentlich-recht­lichen Sende­an­stalten dürfte es damit nicht ausge­standen sein. Sie haben deutlich gezeigt, dass sie ihre Existenz­be­rech­tigung verwirkt haben. In Frank­reich ist das Undenkbare bereits einge­treten: Die Zwangs­abgabe wird es nicht mehr geben. Vielleicht der nötige Schritt, um ein überkom­menes System tatsächlich zu refor­mieren, damit es in Zukunft nicht mehr heißt: Die Regierung darf Steuer­mehr­ein­nahmen in Höhe von Milli­arden erwarten, sondern: Die Steuer­be­las­tungen der Bürger nehmen einmal mehr in beträcht­licher Höhe zu.

Ach ja, und der Bundes­kanzler? Der könnte jetzt ganz dringend aufhören, die Bevöl­kerung in Geschlech­t­er­lager zu spalten. Denn momentan ist Solida­rität statt Spaltung gefragt. Ein Deutsch­lehrer könnte ihm dabei helfen. Ach nein, die wissen ja auch nichts mehr von den gültigen Sprach­regeln. Dann vielleicht doch besser ein gutes Buch.

Michael S. Zerban

Kommentare geben die persönliche Meinung  des Verfassers, aber nicht in jedem Fall die Auffassung von O‑Ton wieder.

Teilen Sie sich mit: