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Der Unmut der Bürger in den deutschsprachigen Ländern gegen Versuche der Sprachumerziehung nimmt zu. Nachrichten und Hörfunkprogramme werden abgeschaltet, um der Missachtung der geltenden Regeln der deutschen Sprache zu entgehen. Die öffentlich-rechtlichen Medien tun so, als ginge sie nichts an, dass sie gegen die Mehrheit ihrer Auftraggeber agieren. Leserbriefe werden ignoriert, die Sprache in den Medien nimmt teils lächerliche Züge an. Jetzt gibt es noch einmal ordentlich Gegenwind.

Da hat der Kanzler der Bundesrepublik Deutschland, Olaf Scholz, bei Amtsantritt einen Eid abgelegt, nach dem er für das Wohl des Volkes eintreten wolle. Doch kaum hielt er seine Ernennungsurkunde in Händen, beeilte er sich, die Gesellschaft in Geschlechtergruppen zu spalten. Künftig war nur noch von „Bürgerinnen und Bürgern“ die Rede, also ganz offensichtlich von zwei unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen, die so verschieden sind, dass man sie getrennt benennen muss. Ganz selbstverständlich lässt er damit andere Teile seines Volkes unter den Tisch fallen. Bei ausreichenden Deutschkenntnissen und einer angemessenen Sorgfaltspflicht dürfte einem Bundeskanzler das nicht passieren.
Es sei denn, er hat ausreichend Unterstützung von einer Seite, mit der er am allerwenigsten rechnen dürfte. Die öffentlich-rechtlichen Medien sind einst als Gegengewalt gegen die Regierung konzipiert worden. Daraus resultiert auch die durchaus gerechtfertigte Zwangsabgabe der Bürger, damit diese Medien unabhängig von der Regierung agieren können. Diejenigen, die sich das ausgedacht haben, gingen davon aus, dass so etwas wie Göbbels „Gleichschaltung der Medien“ nie wieder passieren könnte. Eine falsche Annahme, wie wir inzwischen wissen. Man konnte gar nicht so schnell staunen, wie Menschen, die eher der Bürgerschaft als der Staatsräson verpflichtet sein sollten, sämtliche Regeln der deutschen Sprache über Bord warfen, um sich einer staatlichen Ideologie zu beugen und an einer sprachlichen Umerziehung des Volkes zu arbeiten begannen. Redakteure und Moderatoren öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten waren und sind der Meinung, sie dürften die Mehrheit ihrer eigentlichen Auftraggeber, nämlich der Bürger, die sie bezahlen, ignorieren und eine alberne Geschlechtersprache erfinden, die hinten und vorne nicht funktioniert.
Da wurden abertausende von Leserbriefen ignoriert, Sprüche wie „die werden sich schon dran gewöhnen“ wurden laut. Das Gegenteil geschieht. Die Bürger sind nicht bereit, sich umerziehen zu lassen. Und sie wehren sich gegen Ignoranz und Arroganz von Menschen, die offenbar von der deutschen Sprache keine Ahnung haben und glauben, sie nach ihren ideologischen Überzeugungen beugen zu können. Und der Widerstand wird lauter. Jetzt protestieren rund 70 Linguisten und Philologen gegen angeblich geschlechtergerechte Sprachformen. Diese Praxis sei ideologisch, missachte gültige Regeln und produziere „sozialen Unfrieden“, berichtet die Zeitung Welt. Eigentlich keine neuen Erkenntnisse, aber wenn sie von Wissenschaftlern geäußert werden, bekommen sie noch einmal eine neue Qualität.
Das konveniert auch mit dem Umstand, dass bereits im Dezember Gremienmitglieder des ZDF-Fernsehrats die Gendersprechpause scharf kritisierten und von der Intendanz eine „Leitungsentscheidung“ zum Thema forderten. Dass die bislang ausblieb, ist konsequent. Denn in dem Moment, in dem sich die Intendanz im Sinne einer Sprachbeugung festlegt, könnte sie sich auch juristisch angreifbar machen. Eine Leitungsentscheidung erscheint also dringend erforderlich, um dem Mummenschanz ein Ende zu bereiten, denn es steht kaum zu erwarten, dass sich die Intendanzen der Sendeanstalten öffentlich gegen geltende Regeln stellen.
Den Minderheiten wie Homosexuellen, Transsexuellen und so weiter kann das nur recht sein. Die so genannte Gendersprache hat ihnen genügend Schaden zugefügt. Diversität gilt inzwischen genauso wie woke als Schimpfwort. Die Gesellschaft wird lange brauchen, um wieder Toleranz für die Bedürfnisse dieser Gruppen aufzubringen, die sie längst entwickelt hatte.
Aber auch prinzipiell Kulturinteressierte dürfen aufatmen, wenn die öffentlich-rechtlichen Medien endlich wieder ihrem Auftrag nachkommen, die Bevölkerung in einer angemessenen Sprache von den Geschehnissen in der Welt zu unterrichten. Es wird dann eine Frage von Wochen sein, bis die Mitläufer unter den Kulturarbeitern zu einer Sprache zurückfinden, die Menschen wieder in die Konzert‑, Theater- und Opernhäuser einlädt, anstatt sie abzuschrecken.
Für die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten dürfte es damit nicht ausgestanden sein. Sie haben deutlich gezeigt, dass sie ihre Existenzberechtigung verwirkt haben. In Frankreich ist das Undenkbare bereits eingetreten: Die Zwangsabgabe wird es nicht mehr geben. Vielleicht der nötige Schritt, um ein überkommenes System tatsächlich zu reformieren, damit es in Zukunft nicht mehr heißt: Die Regierung darf Steuermehreinnahmen in Höhe von Milliarden erwarten, sondern: Die Steuerbelastungen der Bürger nehmen einmal mehr in beträchtlicher Höhe zu.
Ach ja, und der Bundeskanzler? Der könnte jetzt ganz dringend aufhören, die Bevölkerung in Geschlechterlager zu spalten. Denn momentan ist Solidarität statt Spaltung gefragt. Ein Deutschlehrer könnte ihm dabei helfen. Ach nein, die wissen ja auch nichts mehr von den gültigen Sprachregeln. Dann vielleicht doch besser ein gutes Buch.
Michael S. Zerban