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Teatre Papahema - Foto © Christoph Krey

Am Ende sind alle zufrieden

Vom 7. Juni bis zum 7. Juli fand zum 28. Mal das Shake­speare-Festival im Globe-Theater in Neuss statt. Veran­stalter, Akteure und Besucher sind in höchstem Maß zufrieden. Mit 15.300 Besuchern und einer Auslastung von 90 Prozent wurde eines der besten Ergeb­nisse überhaupt in der Geschichte des Festivals erreicht. Und zu meckern gibt es ja immer was.

Rainer Wiertz – Foto © O‑Ton

Das diesjährige Festival war von den bisher 28 vergan­genen eines der besten“, zieht Rainer Wiertz, Künst­le­ri­scher Leiter des Shake­speare-Festivals im Neusser Globe-Theater, erfreut seine Bilanz, nachdem das Fest am vergan­genen Samstag mit einem letzten Höhepunkt, dem 75-minütigen Parforce-Ritt der beiden Q Brothers aus Chicago in mehr als 20 Rollen, zu Ende gegangen ist. Es gab vieles zu bestaunen im vergan­genen Monat, der wieder einmal program­ma­tisch prall gefüllt war. „Die beiden fremd­spra­chigen Auffüh­rungen – die Romeo-y-Juliet-Insze­nierung des katala­ni­schen Projecte Ingenu und der Wider­spens­tigen Zähmung vom Teatre Papahema aus Polen – haben mir persönlich am meisten Spaß gemacht“, nennt Wiertz seine persön­lichen Favoriten.

Auch das Publikum stimmte ab. 15.300 Besuche­rinnen und Besucher in einem Monat, das muss man erst mal schaffen. Und mit einer daraus resul­tie­renden Auslastung von 90 Prozent kommt das Festival damit an seine Grenzen. Dass es die noch nicht gesprengt hat, liegt für den Künst­le­ri­schen Leiter am fehlenden Gestal­tungs­rahmen. Ein Monat ist ein Monat. Mehr Zeit gibt es nicht. Zwar wurden mehr Veran­stal­tungen angeboten als in den Vorjahren, aber die mussten am Nachmittag statt­finden. „Und das wurde nicht so gut angenommen wie die Abend­ver­an­stal­tungen“, analy­siert Wiertz. Aber daran lag es sicher nicht allein. Begonnen hatte das Festival im Gewitter und auch in den ersten Tagen mochte sich das Wetter nicht so wirklich sommerlich gerieren. Aber was ist dieses Fest ohne seine sehr spezielle Atmosphäre im Freien vor dem Globe-Theater? Da fehlt einem was. Schließlich suchen die Besucher das Gesamt­erlebnis. Die eigent­liche Aufführung ist nur ein Teil des Vergnügens.

Das haben auch die auffüh­renden Ensembles begriffen, die fallweise, wie etwa bei King Charles III, das Bühnen­ge­schehen gleich in die Pause hinein­trugen und damit für einen großen Erfolg sorgten. Und immer wieder war auch von den Darstellern zu hören, wie viel Spaß sie daran hatten, in Neuss auftreten zu dürfen. Wenn man es ihnen nicht ohnehin schon in den Auffüh­rungen anmerkte. Da schienen auch die Sprach­grenzen zweit­rangig. Aber es gibt sie. In Kombi­nation mit allzu mageren Abend­zetteln, die in diesem Jahr allzu lieblos wirkten, gibt es da sicher noch Verbes­se­rungs­mög­lich­keiten, auch wenn sie vom Veran­stalter derzeit noch nicht so gesehen werden.

Einen Künst­le­ri­schen Leiter, der mit einer Auslastung von 90 Prozent zufrieden ist, hat es noch nicht gegeben. Also mindestens keinen, der das nächste Festi­valjahr erlebt hat. Und so ist Rainer Wiertz schon wieder unterwegs, um für das kommende Jahr die ausge­fal­lenen, überra­genden, überra­schenden Gruppen zu finden, die das Festival im kommenden Jahr bevölkern werden. Um das Shake­speare-Universum einmal mehr neu zu erfinden.

Michael S. Zerban

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