O-Ton im Abonnement ist mehr!

Ein O-Ton Abo ist unsere Einladung an Sie, uns auf unseren Abenteuer- und Entdeckungsreisen durch die reiche Kulturlandschaft Deutschlands zu begleiten und stets aufs Neue zu entdecken.

Als ich den Artikel gelesen habe,
war es, als wäre ich dabei gewesen.

Mit unseren Originalberichten und exklusivem Bildmaterial von Aufführungen in Theater, Musiktheater, Konzert, Ballett und Tanz in all ihren Schattierungen, informieren wir Sie ideologiefrei und kritisch, aber fair. Mit Hintergrundberichten, Hörbeiträgen, Kommentaren, aktuellen Nachrichten und vielem mehr arbeiten wir Tag für Tag daran, bei unseren Besuchern die Lust darauf zu wecken, sich auf diesen kulturellen Reichtum einzulassen.

O-Ton 

3-Monats-Abo

  • +3 Tage gratis testen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 16,-
 €

für jeweils 3 Monate

Unsere Top-Empfehlung!

O-Ton 

Jahres-Abo

  • +7 Tage gratis testen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 48,-

pro Jahr

O-Ton 

6-Wochen-Abo

  • sofort loslesen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 9,-

für jeweils 6 Wochen

O-Ton 

Jahres-Mitgliedschaft

  • keine automatische Verlängerung
  • keine Werbeanzeigen
  • Zugang verfällt nach Ablauf
nur 48,-

für ein Jahr

Foto © O-Ton

Gotteslob statt Höllenschlund

DAS JÜNGSTE GERICHT
(Dietrich Buxtehude)

Besuch am
29. September 2018
(Einmalige Aufführung)

 

Festival Alte Musik Knecht­s­teden, Basilika

Eine Woche Festival Alte Musik Knecht­s­teden geht zu Ende. Es war eine abwechs­lungs­reiche, fanta­sievoll gestaltete und im Großen und Ganzen gelungene Woche mit großar­tigen Künstlern und einem dankbaren Publikum. Natürlich gibt es immer etwas zu verbessern. Der traurige Geträn­ke­wagen vor der Basilika bedarf sicher einer konzep­tio­nellen Überar­beitung, auch, was das Essens­an­gebot angeht. Das gab es schon mal besser. Warum der Bullen­stall als heime­liger Konzertsaal nicht stärker in das Festival einbe­zogen wird, erschließt sich kaum. Aber das ist ja nichts, was man nicht in Zukunft ändern könnte. Und bei aller Fröhlichkeit bleiben auch Fragen nach eben dieser Zukunft. Das Festival ist mehr als ein Viertel­jahr­hundert alt – und mit ihm sind auch die Betei­ligten gealtert. Wie also wird es dem Festival gelingen, sich zu erneuern?

Dinge, die einem auf dem Weg zur letzten diesjäh­rigen Aufführung durch den Kopf gehen. Die soll selbst­ver­ständlich auch ein letzter Höhepunkt werden, um sich dem Publikum für das kommende Jahr zu empfehlen. Hermann Max hat sich als Künst­le­ri­scher Leiter des Festivals für das Jüngste Gericht von Dietrich Buxtehude entschieden, einem Oratorium, das reichlich moralinge­sättigt rüber­kommt. Max sieht es eher als ein Werk, das den Pflicht­ver­ges­senen die Leviten liest. Eben so, wie es auch Buxtehude sieht, der seit 1673 die Abend­mu­siken genannte Reihe fortführte, die ihn als Kompo­nisten und virtuosen Organisten in der Lübecker Marien­kirche bekannt machte. In diesem Zusam­menhang entstand auch das Werk mit dem vielver­spre­chenden Titel Das jüngste Gericht. Man kann wie Dirigent Max darin eine erfreu­liche Melodik und raffi­nierte Harmonik erkennen, die fern jeder Kontra­punkt­kunst funktio­niert. Nicht jeder wird das so sehen wollen. Man kann darin auch ein eher eintö­niges Werk sehen, dass sich im ermüdenden, weil altvä­ter­lichen Dialog erschöpft.

Klaus Mader an der Laute – Foto © O‑Ton

Warum es bei beiden Sicht­weisen ein trotzdem erfolg­reicher Abend wird, liegt wohl am ehesten an der musika­li­schen Darbietung.

Ob es sich bei den verschie­denen Rollen um die göttliche Stimme, die gute oder böse Seele oder andere Stimmen handelt, ist relativ egal. Und so sind sie auch notiert. Wichtig ist, auch nach Buxte­hudes Auffassung, dass sie verständlich die Botschaft vermitteln. Der Luxus des Abends vermittelt sich, indem es eine Vielzahl von Solisten gibt. Dorothee Mields, Margaret Hunter und Kerstin Dietl agieren als Sopran, Anne Bierwirth fungiert als Alt, Markus Brutschner spielt seinen Tenor aus und Ekkehard Abele wie Felix Schwandtke brillieren als Bässe. Sie alle erfüllen ihre Rollen perfekt, weil sie sehr textver­ständlich, klar, ohne Übertreibung, aber mit viel Gefühl für die Alte Musik singen.

Unter­stützt werden sie dabei von den acht Musikern des Orchesters Das kleine Konzert, die unter Leitung von Hermann Max das Mögliche aus der Partitur heraus­holen. Nach zwei Stunden einschließlich einer Pause werden Musiker und Sänger vom Publikum in der sehr gut besuchten Basilika ausgiebig gefeiert. Bei vielen der Applau­die­renden wird da auch noch mal ein Danke schön für die zurück­lie­gende Woche einge­schlossen sein. Denn mit dem Schluss­akkord, der nicht etwa im Höllen­schlund landet, sondern der Lobpreisung Gottes dient, endet denn auch endgültig das diesjährige Festival. Und im Hinaus­gehen hört man denn auch aller­orten, dass die Menschen sich gegen­seitig ein Wieder­sehen im kommenden Jahr wünschen.

Michael S. Zerban

Teilen Sie O-Ton mit anderen: