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Foto © Dave Clive

Reich an schwarzem, bissigem Humor

DINNER AT EIGHT
(William Bolcom)

Besuch am
26. Oktober 2018
(Premiere am 19. Oktober 2018)

 

Wexford Opera Festival, National Opera House

Best operas rarely seen: So lautet seit Anbeginn die program­ma­tische Devise des Wexford Festivals. Und Wexford ist auch anders, anders als die übrigen Festivals. Denn seit nunmehr schon 67 Jahren kann das kleine, aber feine Festival an der Südost­küste Irlands jeweils in der zweiten Oktober­hälfte in Anspruch nehmen, ausschließlich Opern weit abseits des Mainstreams zu präsen­tieren. Das Publikum schätzt dies und kommt gerade deshalb in Scharen in das kleine Städtchen Wexford, um absolute Opern­ra­ri­täten im akustisch hervor­ra­genden Festspielhaus kennen zu lernen.

POINTS OF HONOR

Musik



Gesang



Regie



Bühne



Publikum



Chat-Faktor



George S. Kaufmann und Edna Ferber schrieben 1932 das Schau­spiel Dinner at Eight, das auch am Broadway erfolg­reich aufge­führt und bald in der Regie von George Cukar mit Jean Harlow in einer Haupt­rolle verfilmt wurde. Nun wurde das Stück auch zur Oper. Mark Campell verfasste das Libretto und der US-Komponist William Bolcom schuf die Musik dazu. 2017 fand die Urauf­führung in Minnesota statt. In dieser Oper wird das Zustan­de­kommen einer Party und diese selbst erzählt: Eine Komödie unterlegt mit schwarzem, bissigem Humor, in der die Abhän­gig­keiten und Bezie­hungen der Personen unter­ein­ander geschildert werden.

Foto © Dave Clive

Regisseur Tomer Zvulun hat die in viel Wortwitz geist­reich verpackte Story, die in den 1930-er Jahren während der wirtschaft­lichen Depression Amerikas spielt, gekonnt witzig und flott insze­niert. Die Hochhäuser von New York umrahmen seitlich, auf der Decke und im Hinter­grund die Bühne. Seitlich und von oben werden immer wieder Kulis­sen­teile herein­ge­rollt oder herun­ter­ge­lassen, die so einen schnellen Szenen­wechsel ermög­lichen – das Bühnenbild stammt von Alexander Dodge. Die Charaktere der in geschmack­vollen Kostümen, die Victoria Tzykun kreiert hat, und Frisuren der 30-er Jahre des 20. Jahrhun­derts agierenden Personen sind scharf gezeichnet, gut gecastet, sie spielen und singen auf hohem Niveau.

Aus der großen Zahl der zu beset­zenden Rollen seien vor allem Mary Dunleavy als höhen­si­chere, die Party veran­stal­tende Hausherrin Millicent Jordan hervor­zu­heben. Mit weichem Bariton fällt Stephen Powell als ihr herzkranker Gatte Oliver auf. Gemma Summer­field ist deren fein timbrierte Tochter. Brenda Harris spielt die exaltierte, alle verein­nah­mende Carlotta Vance. Craig Irwin ist der skrupellose Finanzhai Dan Packard. Susannah Biller ist dessen zickige, dümmliche, leicht­stimmige, aber köstlich agierende Gattin Kitty, die ein Verhältnis mit Dr. Talbot hat,dargestellt von Brett Polegato,  der aller­dings alles andere als ein Drauf­gänger ist und nur solide singt. Blass ist auch Sharon Carty als seine Frau.

David Agler, der nunmehr schon langjährige Künst­le­rische Leiter des Festivals, stand bereits bei der Urauf­führung in Minnesota im März vergan­genen Jahres am Pult. Nunmehr leitet er auch diese Kopro­duktion mit dem ameri­ka­ni­schen Opernhaus als europäische Erstauf­führung. Die Musik der vierten Oper von Bolcom, der heuer seinen 80. Geburtstag feierte, in der er sich ungeniert an allen nur erdenk­lichen Stilen bedient und ameri­ka­nische Einflüsse des Musicals, Jazz und Blues mit all nur möglichen europäi­schen Opern­ele­menten vermengt, wird unter seiner Stabführung vom Wexford-Festival-Orchester mit Verve und Emotionen wiedergegeben.

Viel Applaus und Jubel!

Helmut Christian Mayer

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